HTC 10 – Erfahrungsbericht eines Poweruser!

The Good Abgespecktes, dennoch schönes Sense 8, hervorragende Verarbeitung, Spitzenleistung, starke Kamera, Frontkamera mit OIS, ausgezeichneter Klang

The Bad lediglich Spritzwassergeschützt, Laser-Autofokus empfindlich bei Verschmutzungen und leichte Wärmeentwicklung unter Last

Intro

Seit knapp zwei Wochen besitze ich nun das neue Flaggschiff aus dem Hause HTC, das HTC 10. Zeit ein erstes Resümee zu ziehen und einen ausführlichen Erfahrungsbericht, aus den Augen eines Powerusers, zu erstellen. Und mit Poweruser, meine ich auch Poweruser. Mein Handy liegt im Schnitt weniger als 10 Minuten ungenutzt neben mir, sodass ich mit Fug und Recht behaupten kann, dass ich ein wirklich extremer Nutzer bin und das Gerät enormen Beanspruchungen ausgesetzt wird.

Aber auf in den Erfahrungsbericht!

Design – The best of three Worlds!

Über das Design eines jeden Gegenstandes lässt sich bekanntlich gut streiten, sind derlei Wahrnehmungen doch zu subjektiv. Ich will Euch meine Sichtweise dennoch nicht vorenthalten. HTC bleibt auf der Rückseite dem Design der Vorjahresmodelle, One M7, M8 und M9 weitestgehend treu, was Liebhaber des wundervollen Alu-Uni-Body-Designes, wie mich persönlich, hoch erfreuen dürfte. Das besondere Design Merkmal des HTC 10 an der Rückseite ist in diesem Jahr die Diamantschliff-Kante – chamfered edge genannt.

Wesentlich auffälliger sind die Veränderungen auf der Vorderseite. Die markanten BoomSoundTM Lautsprecher der Vorgänger sind weggefallen, ebenso wie das allseits bekannte HTC Logo über dem Fingerabdruckscanner. Insgesamt wirkt das Gerät auf der Vorderseite, wie eine Mischung aus einem iPhone 6S im oberen Bereich und einem Samsung Galaxy S6 im unteren Bereich.

Mir persönlich gefällt das Gesamtdesign des HTC 10 extrem gut. Es bildet für mich im Neudeutschen „The best of three Worlds!“

Im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger, dem HTC One M9, fällt außerdem auf, dass die Druckpunkte des Powerbuttons und der, wieder Einzug gehaltenen, Lautstärkewippe sehr gut sind. Man hat den ungemeinen Vorteil, dass man nun wirklich drücken muss, und nicht bei einem lediglich leichten Drüberfahren das Display angeht, oder sich die Lautstärke verändert.

Screen – Brilliant and Colorful!

Das HTC 10 kommt mit einem 5,2” großen Super LCD5 Display. Es löst mit 2560 x 1440 Pixeln, d.h. mit Quad-HD auf und schafft so eine Pixeldichte von sage und schreibe 564 ppi. Und das sieht man auch!

Das Display wirkt unglaublich scharf und die Farben satt und leuchtend. Aber auch das ist sicherlich Geschmackssache. Mancher sagt sich jetzt wahrscheinlich, dass die Farben mit Abstand nicht an die eines AMOLED Displays heranreichen. Dem muss ich klar erwidern, dass mir persönlich die Farben auf einem AMOLED Display viel zu unnatürlich und künstlich wirken.

Geschützt wird das Display, wie inzwischen kaum noch anders gewohnt, durch Corning® Gorilla® Glass. Die Helligkeit des Displays ist überzeugend. Es lässt sich auch bei starkem Sonnenschein und direktem Lichteinfall sehr gut ablesen und der Sensor reagiert bei automatischer Helligkeitsregelung extrem schnell und angemessen.

Das im Internet häufig auftauchende Phänomen, dass die verbauten Displays einen Pink Stich aufweisen, kann ich für das mir vorliegende Gerät nicht bestätigen. Allerdings ist in meinem Falle ein SHARPTM-, anstelle des sonst weitverbreiteten TIANMATM Panel, verbaut

BoomSoundTM – Woofer meets Tweeter!

Auch beim HTC 10 sind immer noch Stereo-Lautsprecher verbaut. Diese haben allerding einen entscheidenden Unterschied zu den Vorgängermodellen: der zweite Lautsprecher befindet sich nun nicht mehr auf der Vorderseite, sondern im Gehäuserahmen an der Unterseite, neben dem USB-C Port. Statt wie bisher über beide Lautsprecher einen Stereoklang auszugeben, fungiert nun der Lautsprecher oberhalb des Displays als Hochtöner und der Lautsprecher im unteren Rahmen als Woofer.

Stereoklang wird nur wiedergegeben, wenn Videos geschaut oder Games gespielt werden. Dieses neue System nennt HTC Hi-Fi-Edition, und es klingt sowohl bei der Musikwiedergabe, als auch bei Videos und Spielen gut und druckvoll für ein Smartphone. Aber erst in Verbindung mit qualitativ guten Kopfhörern spielt das HTC 10 seine Stärken aus.

Um ein optimales Klangerlebnis beim HTC 10 zu erreichen, kann man den Klang des Smartphones erst einmal auf das eigene Gehör abstimmen. Ausprobiert habe ich es, neben den Hi-Res In-Ears, die mit dem HTC 10 geliefert werden, auch mit meinen ScullCandy 50/50 In-Ears und den – dank O2 zu mir gekommenen – AKG Y50 On-Ears. Es gibt für die Abstimmung beim HTC 10 zwei Möglichkeiten über Fragen oder durch einen Hörtest, welcher an einen Test beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt erinnert. Beim Hörtest werden Töne in verschiedenen Frequenzen abgespielt und man muss die Lautstärke solange anpassen, bis man den Ton hört. Nach dem Test wird dann die Musik dem eigenen Gehör optimiert ausgegeben.

Camera – Finally High-End!

Die Kameras der HTC-Flaggschiff-Smartphones waren zwar zu jeder Zeit innovativ, konnten aber bei der Bildqualität nicht mit den Kameras der Konkurrenz mithalten. Früh hatte HTC zum Beispiel erkannt, dass die Pixelgröße für bessere Low-Light-Performance sorgt. Trotzdem erzeugte die UltraPixel-Kamera des HTC One M7 nur Fotos mit einer Auflösung von 4 Megapixeln. Nicht genug für das Jahr 2013. Seit Ende 2015 nutzen Hersteller wie Huawei im Nexus 6P, Samsung im Galaxy S7 und auch Apple im iPhone 6S Bildsensoren mit geringer Megapixelanzahl und dafür große und lichtempfindliche Pixel. Wieder einmal war HTC der Vorreiter und zugleich der größte Verlierer, und folgte beim One M9 erneut dem Megapixel-Trend. Die 20-Megapixel-Kamera erweckte auf dem Papier zwar den Eindruck, dass sie mit denen der Konkurrenten G4 oder Galaxy S6 mithalten kann, aber auch hier hat die Bildqualität enttäuscht.

Beim neuen HTC 10 verwenden die Taiwaner nun einen 1/2,3 Zoll großen Bildsensor mit 12-Megapixel-Auflösung, bei dem die Pixel 1,55 μm groß sind. Die Blende der Kamera ist mit f/1.8 groß ausgelegt und ein Laser- und Hybrid-Autofokus verbaut, der für ein schnelles Scharfstellen der Motive sorgen soll.

Die Frontkamera hat nur einen 5-Megapixel-Bildsensor. Aufgewertet mit Autofokus, einer f/1.8-Blende und einem optischen Bildstabilisator, könnte das HTC 10 trotzdem eines der besten Selfie-Smartphones werden.

Nach einem persönlichen Test kann ich sagen, dass die Kamera eine wirklich sehr gute und hohe Qualität abliefert.

Processor & Storage

Das HTC 10 ist das klare Flaggschiff im Smartphone-Portfolio der Taiwaner. Entsprechend kommt auch nur die beste Hardware hinein, die es derzeit gibt. Als CPU verwendet HTC den vierkernigen Qualcomm Snapdragon 820 mit einer maximalen Taktung von 2,2 GHz. Dazu kommen der Adreno-530-Grafikchip, 4 GByte RAM und ein interner Speicher mit 32 GByte. Letzterer lässt sich mit einer MicroSD-Karte um bis zu 2 TByte erweitern und mit dem Internen, dank Adoptable Storage, zu einem Speicher zusammenfügen.

Zusätzlich zu dieser Hardwarekonfiguration bringt HTC seinem Flaggschiff eine neue App, Boost+ genannt, mit. Sie soll die üblichen Cleaning Tools, wie den Power Cleaner o.ä. ersetzen, und zudem nur machen was auch nützlich ist. Über Sinn und Unsinn einer solchen App lässt sich auch hier wieder einmal köstlich streiten. Gut finde ich allerdings, dass der sogenannte Game Boost, die Auflösung des HTC 10 auf Full-HD (1920 x 1080 Pixel) absenkt und so die Akkulaufzeit auch beim Spielen deutlich erhöht.

Battery

Mit einem Akku von 3000 mAh komme ich, auch bei meiner sehr intensiven Nutzung locker über einen Tag. Ich erreiche ca. 5 Stunden SOT und habe am Abend beim an den Strom stecken meist noch etwa 20% Akkuladung übrig. Bei normaler Nutzung, wie die vergangenen beiden Tage in meinem Urlaub schaffe ich auch gute 1,5 Tage, bevor ich mein HTC 10 mit 6 – 7% Akkuladung wieder an den Strom anschließen muss. Alles in Allem kann man also festhalten, dass der Snapdragon 820, mit seiner Adreno 530 in der Tat wesentlich sparsamer als sein Vorgänger das HTC One M9.

Dank QuickCharge 3.0 ist der Akku innerhalb von 30 Minuten von 0 auf 50 Prozent geladen. Das entsprechende Netzteil liefert HTC nun standardmäßig mit.

Sense 8 – Feel Freestyle!

HTC hat bei seinem neuen Top-Smartphone die Software, ganz getreu dem Motto „Less Sense – more Android“, entschlackt. Ab Werk kommt das HTC 10 mit Android 6.0.1 Marshmallow und HTC-Sense in der Version 8.0_GP. Aber bei den vorinstallierten Apps nimmt sich HTC zurück. Funktionen, die sich mit den Standard-Google-Apps bewältigen lassen, werden ab Werk auch nur mit diesen Apps gelöst. Ein gutes Beispiel ist die Kamera in Verbindung mit einer Galerie App. Die Kamera-App ist beim HTC 10 eine Eigenentwicklung, aber auf eine eigene HTC Galerie-App verzichtet der Hersteller. Stattdessen wird Google Fotos genutzt.

Für eine noch freiere und offenere Gestaltung seines Homescreens, hat HTC der Sense App den Freestyle-Modus mit an Bord gegeben. Mit ihm muss der Nutzer nicht mehr dem gewohnten Raster folgen, sondern kann seine Apps und Widgets frei auf den Homescreens platzieren. Dazu ist es aber notwendig, aus dem Theme Store entsprechende Freestyle-Themes herunterzuladen oder selber zu erstellen. Ob ich mich damit anfreunden werde kann ich aktuell nur schwer beurteilen. Bisher fehlte mir die Zeit selber einmal ein wenig mit dem Modus herum zu experimentieren.

Fazit

Für mich ist das neue HTC 10 eine klare Kaufempfehlung. Mit seinem neuen Flaggschiff ist HTC endlich zurück in der Klasse der High-End Geräte und kann locker mit allen technischen Details der Mitbewerber gleichziehen. Ob es die Mitbewerber sogar überholt ist in vielerlei Punkten ganz sicher nach wie vor Geschmakssache. Mich hat es jedenfalls überzeugt!

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