Smartwatch – Sinn oder Unsinn!?

Spielt Ihr auch mit dem Gedanken, eine Smartwatch zu kaufen und stellt Euch die Frage nach dem Sinn oder Unsinn eines solchen Kaufs!? Dann soll Euch der folgende Erfahrungsbericht aus dem Leben eines Nerds versuchen, bei Eurer Entscheidung zu helfen. Schon mit Erscheinen der Motorola Moto 360 (1.Gen) habe ich mit dem Kauf einer Solchen geliebäugelt. Allerdings schien mir die Technologie rund um Android Wear zu diesem Zeitpunkt noch zu unausgereift.

Noch immer werden die Nutzer einer Smartwatch, so auch ich selbst, oft von ihrem beruflichen und privaten Umfeld dafür belächelt, erschließt sich der Sinn oder Unsinn einer solchen Anschaffung doch nicht gleich jedem Betrachter. Dennoch habe ich mich vor wenigen Wochen zum Kauf der Motorola Moto 360 (2.Gen) entschieden und nutze sie seither täglich. Dieser Artikel wird definitiv kein Tech-Review, sondern vielmehr mein persönlicher Erfahrungsbericht zum Konzept einer Smartwatch an sich. Es geht hier zwar um Android-Hardware, aber die Erkenntnisse sollten sich 1:1 auf das Apple-Universum übertragen lassen.

Wie trifft man seine Kaufentscheidung?

Neben meiner Vorliebe für Smartphones und sonstige mobile Gadgets, erwuchs die Kaufentscheidung letztlich in der Tat aus meinem beruflichen Umfeld. Einerseits sind private Smartphones am Arbeitsplatz – verständlicherweise – immer weniger gern gesehen, andererseits möchte man als gutes Beispiel vorangehen. Dadurch soll aber der Anschluss an die vernetzte Welt nicht verloren gehen, will man – oder vielmehr ich – doch immer und überall online sein. Zur Moto 360 brachte mich dabei der Wunsch nach einem runden Ziffernblatt und einem Akku der mindesten 2 Tage durchhält. Letzteres ist bei der Moto 360, in der Variante mit 46mm Ziffernblatt und 400 mAh Akku, locker gewährleistet.

Luxusartikel für Menschen mit Luxusproblemen!

Für mich und meine Luxusprobleme funktioniert die Kombination aus 5,2“ Smartphone in der Hosentasche und kleinem Hilfscomputer am Handgelenk ganz hervorragend. Wenn ich entspannt im Zug oder Flieger sitze habe ich ein größeres Smartphone, an das man sich sehr schnell gewöhnt. Viele lästige Zwischendurch-Am-Handy-Fummel-Momente werden aber inzwischen durch die Moto 360 abgefangen:

Eine Nachricht geht ein!? Auf der Uhr kann man schnell vorsortieren und entscheiden, ob man das Telefon in der Hand nehmen muss oder nicht. Wurde einer Deiner Blog Artikel mit „Gefällt mir“ markiert? Zur Kenntnis nehmen und nichts weiter tun. Eine E-Mail berichtet, dass Sporthosen gerade im Sonderangebot sind? Direkt von der Uhr aus löschen. Eine SMS der Airline geht ein und teilt mit, dass dein Flug gestrichen wurde? Jetzt ist der Moment gekommen, zum Telefon zu greifen und nachzuforschen. Ansonsten kann es nur zu gerne in der Tasche liegen bleiben und den Mainframe spielen.

Welche Apps Benachrichtigungen an Eure Uhr durchreichen können, ist dabei vollkommen frei konfigurierbar.

Bei der Navigation in einer fremden Stadt braucht man keine computergestützte Karte – es genügt eigentlich schon, wenn man gesagt bekommt, wann man links oder rechts abbiegen muss. Ein entsprechendes Vibrations-Signal genügt und ein entsprechender Pfeil passt auch bequem auf das Smartwatch-Display. Praktisch ist dabei auch, dass der Blick auf die Uhr nicht so sehr ablenkt, dass man dabei je gegen einen Laternenpfahl laufen könnte.

Ein Timer oder Alarm lässt sich schnell direkt an der Uhr einstellen und hat den großen Vorteil, wirklich nur am eigenen Handgelenk stattzufinden. Niemand bekommt (anders als beim laut summenden Telefon) mit, dass man gerade an etwas erinnert wird. In einem Meeting fühlt sich dadurch auch niemand genötigt, sich mitten in seinen Ausführungen zu unterbrechen. Ich nutze diese Funktion vor allem, um mich in einem laufen Termin bereits an den nächsten erinnern zu lassen. Der Alarm geht 10 Minuten vor Ende los, so dass ich das aktuelle Thema noch bequem zu Ende bringen kann.

Eingeschränkt nützlich scheint mir die Uhr auch für das Lesen von Notizen geeignet zu sein. Aber mit Google Notizen klappt es ganz passabel.

Auch Mediensteuerung und Lautstärkeregelung funktionieren – bei den von mir genutzten Apps – sehr komfortabel.

Die Uhr ist also eine gute Ergänzung wenn es darum geht, Internet-Informationsfluss vorzufiltern, sich an Dinge erinnern zu lassen oder sich zurechtzufinden – jeweils ohne ständig an seinem Smartphone Display zu kleben.

Das Klagen findet auf sehr hohem Niveau statt. Die Uhr wie das Telefon jeden Abend aufzuladen ist kein Problem und der Akku hält bei moderater Benutzung auch zwei Tage und mehr. Bei Aufenthalten in einem Hotel kann es allerdings schon einmal eng werden, wenn es um verfügbare Steckdosen geht, wollen doch das private und dienstliche Smartphone, wie auch die Moto 360 an selbige gehangen werden. Und wenn es unter Tage ein Strom-Problem gibt, dann noch am ehesten auf Seiten des ständig mit Bluetooth funkenden Smartphones. Die Moto 360 benötigt ein spezielles Ladegerät und möchte man davon mehr als eines besitzen – weil man wie ich stets eines im Koffer liegen haben möchte – findet man schnell ein passendes bei Amazon und Co. Der in der Moto 360 verbaute Helligkeitssensor funktioniert ebenfalls gut, so dass sich die Uhr auch bei starkem Sonnenschein gut ablesen lässt.

Wer die verfügbaren Lederarmbänder zu langweilig findet, kann diese ohne weiteres durch eine Vielzahl erhältlicher Metallarmbänder ersetzen und seine Smartwatch auf diesem Wege zu einem echten Unikat machen, oder sie für jede erdenkliche Gelegenheit anpassen.

Braucht man sowas wirklich?

Wäre auch jeder Otto Normalverbraucher mit der Anschaffung einer Smartwatch gut beraten? Da bin ich mir nicht so sicher. Ich bin ein effizienzvernarrter Nerd mit zu vielen Internetkontakten, der ständig unterwegs ist und das Glück hatte, mal eben 300 Euro übrig zu haben. Bei einer Smartwatch handelt es sich um einen Hilfscomputer am Handgelenk, was mit einer herkömmlichen Armbanduhr in vielerlei Hinsicht noch weniger gemeinsam hat, als ein Smartphone mit einem verkabelten Wählscheiben-Telefon.

Ein Smartphone ist nicht in erster Linie ein Ersatz für ein altmodisches Kabel-Telefon oder 90er-Jahre-Handy. Es stellt vielmehr einen tragbaren Internetanschluss dar, mit dem sein Besitzer jederzeit mit Freunden oder der Arbeit in Kontakt bleiben kann. Das kann für so ziemlich Jedermann ein Gewinn sein. Den kleinen Hilfscomputer kann man meiner Meinung nach vor allem dafür gebrauchen, zu viel Internet besser zu managen.

Der Vorwurf an die Smartwatches der ersten Generation, ein vorhandenes Accessoire vom Handgelenk zu verdrängen, wird heute de facto ad absurdum geführt. Dies liegt vor allem an den weitreichenden Möglichkeiten der Individualisierung und Personalisierung.

Für mich hat sie sich inzwischen zur unabdingbaren Erweiterung meines Smartphone gemausert.

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3 Kommentare zu „Smartwatch – Sinn oder Unsinn!?

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