Android Apps – Messenger im Vergleich

Geht es Euch auch oft so, dass Ihr den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr seht? Mir passiert das insbesondere bei Messenger Apps. Diese scheinen wie Unkraut aus dem Boden zu spriessen und vor lauter Angebot, fragt sich so mancher, was er am Ende installieren und nutzen soll. Ich habe dem Thema einen kurzen Artikel gewidmet, in dem ich die von mir genutzten Messenger einmal vergleichen will. Sicherlich ist dieser Blick alles andere als vollständig, denn Viber, Line und ähnliche Messenger fallen aus diesem Bericht heraus, da ich sie nicht nutze und so nur schwer bewerten kann.

WhatsApp: Der Komfortable

WhatsApp gehört zu Facebook, nutzt ein proprietäres Übertragungsprotokoll und hatte am 1. Februar eigenen Angaben zufolge eine Milliarde Nutzer. Die Software ist für Handys mit den Betriebssystemen Nokia S60, Blackberry OS, Windows Phone, iOS und Android (2.1+) kostenlos verfügbar. Anstelle der bis vor Kurzem erhobenen Jahresgebühr von 89 Cent, wird er sich künftig über gesponserte Posts in Kanälen finanzieren.

Ihr meldet Euch bei WhatsApp mit Eurer Handynummer an. Es gibt Gruppenchats mit individuellen Hintergrundbildern, Ihr könnt Fotos und Sprachnachrichten versenden und mit Euren Freunden über das Internet telefonieren, bald auch mit Video. Manche Unterhaltungen werden Ende-zu-Ende-verschlüsselt, jedoch funktioniert diese Sicherheitsfunktion Tests durch Heise-Sicherheitsexperten und c’t-Redakteure zufolge nicht immer. Eine wirklich sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sieht anders aus!

Für mich stellt WhatsApp ein notwendiges Übel dar. Leider nutzt der größte Teil meiner Telefonbuchkontakte für Gruppenchats und ähnliches lediglich WhatsApp, so dass ich für die Kommnikation mit diesen Gruppen auf WhatsApp angewiesen bin.

Threema: Der absolut Sichere

Seit Ihr bereit, einmalig 2,49 Euro zu investieren, chattet Ihr extrem sicher! Threema ist zwar ebenso bequem und einfach zu bedienen wie WhatsApp, aber leider weniger bekannt. Persönlich würde ich mir wünschen, dass mehr Menschen diesen sehr guten Messenger nutzen. Allerdings scheitert Threema daran, dass er zum Einen nicht so viele Geräte (Android ab 4.0+, iOS ab 6.0+, Windows Mobile) wie WhatsApp unterstützt und zum Anderen zieht er wegen seines Preises weniger Nutzer als der Konkurrent.

Seine erste Stärke zeigt Threema direkt am Anfang, denn seine Einrichtung ist nicht an Eure Handynummer gekoppelt, d.h. Ihr könnt Threema auch – ohne Hacks – auf dem Tablet nutzen. Der Chat-Dienst liefert zudem als einziger Messenger die Möglichkeit, Eure Identität zu verifizieren. Der erste Punkt bedeutet einfach nur, dass Ihr mit einer bestimmten Threema ID kommuniziert. Der zweite Punkt, dass eine verknüpfte E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer mit der übereinstimmt, die Ihr in Euren Kontakten gespeichert habt. Richtig grün wird es erst, wenn Ihr den Code Eures Gesprächspartners eingescannt habt.

Einziges Manko mag in Mancher Augen sein, dass man lediglich schriftlich kommunizieren kann. Einen Voice oder Video Chat sucht man bei Threema vergebens. Sollte man dies wirklich benötigen, wird man mit der – kostenpflichtigen – App Silent Phone aber fündig!

Telegram: Der Geheime

Öffnet man Telegram, erkennt man direkt, dass dieser auf den ersten Blick aussieht  wie WhatsApp. Die Besonderheit: nur Telegram bietet einen geheimen Chat. Dieser hat – wie auch bei WhatsApp und Threema –  eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und speichert nichts auf dem Server. Allerdings löscht Telegram den Verlauf, nach Abschluss des Chats, automatisch von beiden Geräten. Ein weiterer Vorteil von Telegram ist, dass es einen Client für den Desktop und Tablets gibt und man ihn auf allen Plattformen zur gleichen Zeit nutzen kann. Eine wiederkehrendes, lästiges Scannen von QR-Codes bleibt bei dem Desktop-Client ebenfalls aus. Ihr könnt das Telegram-Netzwerk zusätzlich noch mit Drittanbieter-Apps nutzen. So nutze ich – auf meinen Android Smartphones – den Plus Messenger, den ich unter Anderem nach meinen Wünschen themen kann.

Telegram wird durch Spenden finanziert, es blendet keine Werbung ein und es stellt Eure Daten nicht Dritten zur Verfügung, die damit ihre Werbung optimieren. Schaut Euch diese Alternative zu WhatsApp am besten mal an.

Hangouts: Der Hausherr

Bei Android Smartphones meistens bereits vorinstalliert, aber auf jeden Fall schnell und dauerhaft kostenlos im Play Store verfügbar, liefert Google Hangouts in Sachen Funktionen wesentlich mehr als viele andere Messenger. Video-Konversationen und VoIP-Guthaben für günstige Gespräche ins internationale Telefonnetz machen Spaß und Gruppenchats sind ebenso intuitiv erstellt. Auch sehr angenehm ist die perfekte Synchronisierung diverser Hangout-Instanzen auf allen Geräten, in denen Ihr das Programm geöffnet habt.

Chattet Ihr am Tablet, macht Euer Smartphone keine Geräusche wegen eingehender Nachrichten. Erfahrungsgemäß scheitert es oft an der Bereitschaft der Leute, sich einen Google-Account zu erstellen, so dass der Nutzer nie wirklich ganz auf Hangouts umsteigen kann. Merkwürdig, wenn man bedenkt wie viele iPhone User sich ohne lange Bedenkzeit einen iTunes Account anlegen, aber was soll’s.

Sehr interessant an Hangouts ist vor allen Dingen die Möglichkeit, ihn als Standard SMS-Client zu definieren, und so alle Konversationen in einer einzigen App – analog zu iMessage unter iOS  – zusammen zu führen.

Facebook Messenger: Der blaue Bruder

Viele haben heutzutage einen Facebook-Account und damit auch den Facebook Messenger, da wir – nach Deaktivierung der Nachrichtenbox in der Facebook App – bereits seit langer Zeit gezwungen werden diesen zu nutzen. Um den Messenger zu nutzen, braucht Ihr inzwischen nicht einmal mehr ein Facebook-Konto, Ihr könnt Euch nämlich auch mit einer Telefonnummer beim Chat-Dienst anmelden.

Jüngst hat der Facebook Messenger ein Update erhalten, mit dem ihr die Chat-Blasen einfärben könnt und Euren Freunden Spitznamen verpassen dürft. Auch das Versenden von Emojis gehört zu den Funktionen des Facebook Messengers.

Der Sinn und Unsinn von zwei Messengern – WhatsApp und diesem – im Hause Facebook erschließt sich mir nicht wirklich. Ich kann, will und werde mich wohl mit dem Facebook Messenger ebenso wenig anfreunden, wie mit WhatsApp.

Skype: Der Videoprofi

Skype bietet zwei unterschiedliche Versionen für das Kommunizieren über das Internet an. Die kostenlose Version für die private Nutzung und – das ehemalige Lync – Skype for Business, welches zusätzliche Features beinhaltet.

Die Anmeldung bei Skype erfolgt entweder über Euer Facebook-, oder das Erstellen eines eigenen Skype-Kontos. Anschließend kann ein Land für eine Telefon-Flatrate ausgewählt werden. Nach dem Download und der Installation der Software kann man sich in Skype einloggen. Die Skype-Software ist modern und anschaulich gestaltet. Man findet sich mit dem Messenger schnell zurecht. Er eignet sich aber aus meiner Sicht weniger zum schnellen chatten, als vielmehr für die Videotelefonie, für die ich Skype bis heute sehr gerne einsetze.

Fazit

Sicherlich ist so ein Fazit immer durch die Augen des Betrachters, oder in meinem Fall besser des Bloggers, zu sehen. Dennoch bin ich der Meinung, dass viel mehr Nutzer die 2,49 Euro für Threema investieren, oder die kostenfreie Alternative – Telegram – nutzen sollten. So kann man Sicherheit und Komfort vereinen, ohne Intuitivität und Bedienbarkeit zu opfern, oder sich der Datenkrake Facebook auszusetzen!

 

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4 Kommentare zu „Android Apps – Messenger im Vergleich

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  1. Toller Artikel!

    Allerdings: Der von dir verlinkte Artikel zum c’t-Test von WhatsApp ist mittlerweile obsolete:
    http://www.heise.de/security/meldung/WhatsApp-Verschluesselung-fuer-alle-freigeschaltet-3163009.html

    Generell stimme ich dir aber zu: Das Problem bei allen nicht-Open Source Messengern ist wohl leider, dass man nicht sicher überprüfen kann, ob der Anbieter nicht doch eine Funktion eingebaut hat um jegliche Verschlüsselung zu deaktiveren oder sich den privaten Schlüssel über einen Seitenkanal bezieht o.Ä.
    Daher fallen aus sicherheitstechnischer Sicht wohl leider fast alle raus (Außer Signal und Telegram, weil wegen Open Source).

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    1. Obsolet nur in Teilen. Leider gilt die Krypto Verschlüsselung nur für den Inhalt der Chats. Die Metadaten können allerdings – da WhatsApp sie selber abgreift – auch weiterhin ausgelesen werden. Gleiches gilt für die Telefonnummern Deiner Kontakte.

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