Android Grundlagen – Was bringen Cleaning Apps wirklich?

Ihr kennt das sicherlich: Ihr möchtet eine neue App installieren und Euer PlayStore meldet, dass Ihr keine weiteren Apps mehr installieren könnt, weil der Speicher zu voll sei. Also schaut Ihr nach und seht, dass Ihr aber immer noch ungefähr 200 MB freien Gerätespeicher habt. Warum also diese Meldung? Das liegt einfach daran, dass Android einen bestimmten – meist je nach verfügbarem Gerätespeicher bemessenen – freien Speicherplatz benötigt, um neue Apps installieren zu können. Dieser liegt in aller Regel bei 150 – 250 MB. Also, was tun, wenn der Speicher mal wieder zu voll ist?

Eine Möglichkeit wäre, unbenutzte Apps zu deinstallieren sowie den App-Cache zu leeren (da hilft auch ab und an schon mal ein kompletter Geräteneustart). Nur gibt es unzählige Optionen und noch mehr verschiedene Orte, die man von überflüssigen, den Speicher belastenden, Dateien befreien kann. Das ist nicht nur aufwendig, sondern auch gefährlich. Löscht man den falschen Ordner, kann man das gesamte System ausbremsen. Diese Problematik kennt ihr sicherlich auch von euren Desktop-Systemen und Laptops. Auch bei diesen wird irgendwann einmal der Platz voll und ihr müsst unnötigen Ballast abwerfen. Nur warum zigtausende Ordner durchforsten, um freien Speicherplatz zu bekommen?

Abhilfe schaffen da sogenannte Cleaning-Apps. Das sind einfache Programme, die bekannte Orte Eures Systems analysieren, zur Reinigung auflisten und diese Reinigung, sprich das Löschen, sogar noch für Euch übernehmen. Das hat den Vorteil, dass man sich über nichts Gedanken machen, oder selber danach suchen, muss – denkt man zumindest häufig. Denn der Nachteil ist in jedem Fall, dass man durch das Löschen eventuell wichtiger Bereiche das System doch zerstört bekommt. Hier greift die Faustregel:

Never change a running system.

Leider ist auch auf diese nicht immer Verlass. Das System wird voller und langsamer und bevor man eine aufwendige Neuinstallation durchführen muss, greift man zur digitalen Putzkraft. Aber klappt das auch?

Fast alle derartigen Apps sollen das Smartphones schneller machen. Tests ergaben aber: Ob mit iOS oder Android – selbst nach mutwilligem Zumüllen arbeiten Smartphones nicht träger als im jungfräulichen Zustand. Das Tempo können die Apps also gar nicht verbessern.

Nicht schneller, aber vielleicht sicherer?

Anders sieht es bei Einstellungen aus, die die Sicherheit oder die Akku-Laufzeit erhöhen. Hier gibt es durchaus Tuning-Potenzial. Doch auch in diesen Testpunkten bewirkte keine App etwas. Nur wenige Android-Apps befreien den Speicher im Gerät vom Ballast. Das war es aber auch schon.

Die beliebteste App mogelt!

Der Knaller im Test: Der verbreitete Clean Master putzt zwar gründlich, aber er übertreibt maßlos. Er gibt vor, sieben Mal mehr gelöscht zu haben als das, was im Testlabor gemessen wurde.

Allgemeine Tipps zur Gerätebereinigung

  • Löscht nie Ordner (manuell oder automatisch), von denen Ihr nicht wirklich sicher seit, dass Ihr sie nicht mehr braucht. Um sich den Speicher einmal genauer anzusehen, empfehle ich den Device Storage Analyzer.
  • Selbst das normale Android stellt einige Funktionen bereit, um Speicher frei zu bekommen. Das ist das sogenannte „Verschieben in externen Speicher“. Die meisten Apps mit Daten werden in den Gerätespeicher geschrieben. Dieser ist bei den meisten Smartphones allerdings stark begrenzt, da das eigentliche System Platz davon braucht. Einige Apps bieten die Auslagerung von Daten auf den externen Speicher an. Dabei wird Platz im Gerätespeicher frei – die verschobene App jedoch auch träger, weil sie erst vom langsameren Speicher gelesen werden muss. Außerdem lassen sich viele Zusatzfunktionen wie Widgets nicht mehr, oder aber nur noch sehr eingeschränkt nutzen.
  • Sei es RAM oder belegter Speicher, oft hilft auch ein Neustart des Gerätes. Dabei werden alle Apps beendet und auch der Cache gelöscht.

Einen Artikel zu den Möglichkeiten Euer Smartphone mit Boardmitteln zu bschleunigen, findet Ihr hier, bei mir auf dem Blog.

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4 Kommentare zu „Android Grundlagen – Was bringen Cleaning Apps wirklich?

Gib deinen ab

    1. Hallo Horst,

      ich muss gestehen, dass ich generell kein Freund von Cleaning Apps jedweder Art bin, ganz unabhängig davon ob wir über „SD Maid“, „Clean Master“, oder andere Kandidaten reden. Da sogar das HTC Bordmittel, die „Boost+“ App, inzwischen zu Fehlern neigt, bin ich wieder dazu übergegangen meinen Speicher manuell aufzuräumen. Daher nutze ich ausschließlich den „Disk Usage Analyzer“, um erste Hinweise zu erhalten, und lagere vieles generell auf die SD aus. Der aufgebaute Cache ist sogar gut, da Apps schneller starten, weniger Akku verschwenden, und so auch reaktionsschneller sind. Allerdings enthält der Cache zu jeder Zeit auch Elemente auf die das System hierzu gerne verzichten kann. Diese werden jedoch bereits durch einen schlichten Reboot von Zeit zu Zeit (ich mache das ca. einmal in der Woche) aus dem Speicher geworfen.

      Android nutzt, als Lunix-Derivat, vollkommen andere Methoden, um den verfügbaren Speicher zu verwalten, als dies etwa Windows macht. Daher gilt als grobe Faustregel: was bei Windows gut ist, ist bei Android/Linux eher nachteilig. Freilich gilt dies nur zu etwa 80%, da die System in Teilen auch einige Ähnlichkeiten aufweisen. Die 80% kommen dabei durch die Tasache zu Stande, dass Linux in seiner Struktur partitonsbasiert arbeitet, während Windows in seiner Struktur ordnerbasiert ist,

      Beste Grüße
      Sascha

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