Android vs. iOS – Gibt es das bessere OS?

Wir alle wissen, dass Android und iOS sich in einem ständigen Wettstreit um neue Features befinden, und sich Apple wie Google-Verfechter in Foren auch gerne mal verbal die Köpfe einschlagen. Keiner stellt sich allerding einmal – einigermaßen – objektiv die Frage, ob  Android Vorteile gegenüber iOS zu bieten hat, oder umgekehrt. Und wenn ja, treffen diese wirklich auch für den Otto-Normal-Nutzer zu? Als jemand, der dienstlich ein Apple iPhone 5S und privat eines der vielen Android Smartphones – das HTC 10 – nutzt, will ich versuchen die Frage einmal zu beleuchten und versuchen darzustellen, ob es das bessere OS überhaupt gibt. Dabei bin ich der Meinung, dass jedes System seine Vor- und auch Nachteile hat – stellt sich nur die Frage für wen und welches Nutzungsverhalten diese gültig sind!?

Vielfalt ist nicht alles – oder doch!?

iOS gibt es für iPhone, iPad und iPod touch. Im Gegensatz dazu hat Android deutlich mehr Geräte erobert. Nach Smartphones kamen Tablets, nach Tablets kamen Smartwatches und Wearables und danach kamen TV-Geräte und Set-Top-Boxen. Nicht zu vergessen, dass Android auch auf manchen PC lauffähig gemacht werden kann. Vielfalt ist zwar gut, aber sie hat auch einen großen Nachteil. Im Vergleich zu Apple, kann Android nicht derart tief in Windows 10, oder Linux integriert werden. Und ein abgeschlossenes, miteinander voll verzahntes Ökosystem hat insbesondere für unerfahrene, technisch weniger versierte Nutzer einen enormen Vorteil.

Einzig Microsoft hat bisher versucht, ein solches System nachzubauen, wenn auch mit mäßigem Erfolg. Die Vorteile einer guten Verzahnung untereinander liegen für mich auf der Hand, womit der erste Punkt auch klar an Apple und iOS geht.

Innovationsfreude vs. Beständigkeit

Da Android nicht nur von Google, sondern auch von den Geräteherstellern wie Samsung, Sony oder Huawei, und Softwarefirmen wie Cyanogen weiterentwickelt wird, bringen alle beteiligten Parteien auch eigene Blumensträuße voller Ideen ein. Im Vergleich zu iOS, sorgt Google so dafür, dass sich das Android OS deutlich schneller weiter entwickelt und beispielsweise neue Funktionen hinzu kommen.

Ein paar Beispiele gefällig? Das sogenannte Splitscreen-Feature, welches bei Apple seit iOS 9 existiert, gibt es bereits seit Jahren in den Android-Versionen von Samsung und LG, und wurde in seinen Anfängen meist auf Tablets – wie dem Samsung Galaxy Note 10.1 (2012) – eingesetzt. Auch Near Field Communication – kurz als NFC bezeichnet – wurde zuerst von Android unterstützt und bietet dort bis zum heutigen Tage deutlich mehr Möglichkeiten als unter iOS.

Tatsächlich war Apple sogar beim Fingerabdrucksensor nicht der Erste. Bereits 2011 hatte Motorola ein Smartphone mit Fingerabdruckscanner im Angebot und musste somit auch die entsprechende Schnittstelle unter Android für dessen Nutzung schaffen. Ein weiteres Feature, das Android schon bald unterstützen wird, ist Virtual Reality. Ob und wann dies auch den Weg zu iOS findet, ist unbekannt.

Hier punktet Android, gerade hinsichtlich der Entwicklungsgeschwindigkeit.

Individualisierbarkeit vs. Standard

Man kann sehr leicht sagen: „Wer ein iPhone kennt, kennt sie alle“. Die Benutzeroberfläche von iOS sieht auf jedem Smartphone und jedem iPad identisch aus. Einzig die Anordnung der Apps und Ordner und die Wahl des Hintergrundbildes obliegt Euch. Bei Googles Android sieht dies schon völlig anders aus, denn hier könnt Ihr nicht nur selbst entscheiden welche Oberfläche Ihr nutzt, sondern auch, wie diese aussehen soll. Apps lassen sich vollständig vom Homescreen verbannen und sind über den App-Drawer dennoch jederzeit schnell verfügbar, Widgets können viele App-Funktionen direkt auf dem Hauptbildschirm darstellen und ausführen, ohne dass Ihr dazu in die App selbst wechseln müsst, und viele Hersteller liefern zu ihrer Oberfläche inzwischen eine Theming Engine, um Symbole und vieles mehr anzupassen.

Auf Wunsch könnt Ihr mit einem alternativen Launcher sogar das ganze Bedienkonzept des Smartphones auf den Kopf stellen. Insgesamt gibt es damit kaum einen Aspekt an einem Android-Gerät, der sich nicht nach individuellem Geschmack verändern lässt.

Hier lässt sich kaum sagen, wer den Punkt macht, da eine Entscheidung außerordentlich subjektiv ist. Wenn immer alles identisch aufgebaut ist, findet man sich natürlich – ganz logischerweise – auch wesentlich schneller und besser zurecht. Allerdings gefällt mir die Möglichkeit, seine eigene Persönlichkeit auch auf sein Smartphone bringen zu können. Ich entscheide daher auf ein Unentschieden.

Kontrolle über Deine Dateien

Ein großes Manko von iOS ist nach wie vor die fehlende Möglichkeit des Nutzers, auf das Dateisystem der Geräte zuzugreifen. Wer Bilder, Videos und Musik in einer eigenen Ordnerstruktur verwalten möchte, schaut hier aktuell noch in die Röhre. Android bietet da schon wesentlich mehr Möglichkeiten, da es Euch als Nutzer den Zugriff auf das Dateisystem Eurer Smartphones und Tablets gestattet. So lassen sich Dateien beliebig verschieben, löschen, kopieren beziehungsweise Ordner anlegen, umbenennen und löschen – fast wie auf einem PC. Dateien können einfach per Drag&Drop auf dem Smartphone abgelegt werden, ohne eine Software, wie etwa iTunes, bemühen zu müssen.

Dieser Punkt geht an die Androiden. Sie sind in dieser Hinsicht wesentlich leichter, per Plug&Play, zu bedienen.

Zwang vs. Freiheit

Wer auf seinem iPhone eine App nutzen möchte, ist zwingend auf Apples App Store angewiesen. Dieser ist nach wie vor die einzige Quelle, aus der ein iOS-User neue Anwendungen installieren kann. Das bringt zwar Vorteile bei der Sicherheit für unerfahrene Anwender, aber Nachteile bei der Auswahl mit sich. Zudem ist man zwingend darauf angewiesen, einen iTunes Account bei Apple anzulegen, um auf das Angebot zugreifen zu können und dürfen.

Bei Android sieht dies – auch wenn es Vielen nicht bewusst ist – bedeutend anders aus! Hier ist es durchaus möglich, Apps aus praktisch jeder beliebigen Quelle zu installieren. Neben dem Google PlayStore gibt es gleich mehrere alternative App-Stores, die teils bessere Preise oder sogar komplett andere Apps anbieten. Zudem lassen sich Apps auch direkt aus dem Internet herunterladen und auf dem Smartphone oder Tablet installieren. Das erhöht zwar – wenn man keinen Virenscanner verwendet – die Gefahr, sich mit Malware zu infizieren, bringt aber deutlich mehr Freiheit für Euch als Nutzer.

Es gilt immer Freiheit gegen Sicherheit abzuwägen, auch im wahren Leben. Da gibt es den schönen Spruch „No risk, no fun!“, der aber nur die eine Seite der Medaille, und schon gar nicht ihre etlichen Graustufen aufzeigt. Ich denke hier würde jedwede Diskussion eine Ewigkeit andauern und sich im Ergebnis ständig verändern. Und eben diese wankelmütige Eigenart des Themas, bringt mich zu einem Unentschieden in dieser Sache.

Apple- und Google-Integration…

Da die Systembasis aus dem Hause Google kommt, und Googles Entwickler so natürlich maßgeblich an der Weiterentwicklung von Android beteiligt sind, werden die meisten Dienste des Internetriesen fest in das Betriebssystem integriert. Dienste wie die Suchmaschine, Sprachsuche, Gmail, Google Maps, YouTube, Google Fotos und Google Drive sind bereits als System-Apps auf dem Betriebssystem vorhanden und funktionieren ohne Hürden. Gleiches gilt selbstverständlich auch für iOS, welches ab Werk ebenfalls eine Vielzahl an Apple System-Apps mit ausliefert.

Dieser Punkt trifft auf beide Giganten, Google und auch Apple zu. Eine Wertung kann daher nur auf Unentschieden lauten.

… aber ohne Google-Zwang

Hat schon mal jemand von Euch versucht, ein iPhone ohne Apple-Dienste zu verwenden? Bestimmt nicht, denn es ist unmöglich! Wie schon oben das Beispiel App Store gezeigt hat, lassen sich iOS-Geräte überhaupt nicht ohne ein iTunes-Konto nutzen. Zwar ist auch Android – wie oben beschrieben – eng an das Google-Universum gekoppelt, lässt dem Nutzer aber dennoch die Möglichkeit, einen – mehr oder weniger – großen Bogen um Teile von dessen Diensten zu machen. Über alternative Apps und App Stores lassen sich fast alle Funktionen der Geräte nutzen, ohne dass Ihr dafür ein Google-Konto erstellen müsst.

Bei Apple wird man also von dem Konzern in das Ökosystem gezwungen und von eben diesem vollständig eingeschlossen, ohne über den Tellerrand schauen zu können. Da ein Fortschritt nur dann möglich ist, wenn man von Zeit zu Zeit aus seinen Schranken ausbricht, geht dieser Punkt an Android.

Sprachsuche

Mit Siri hat Apple einen der wohl bekanntesten Sprachassistenten der Welt am Start. Wirklich effektiv genutzt wird sie bislang aber wohl nur von wenigen iOS-Usern. In der Tat verwenden die Meisten Nutzer Siri nach wie vor hauptsächlich, um vorprogrammierte Antworten auf diverse Scherzfragen zu erhalten. Der Grund dafür ist simpel und komplex zugleich: Noch immer hat Siri Probleme, die Sprache vieler Nutzer zu erkennen und richtig zu deuten. Hier ist Android mit der eingebauten Google-Sprachsuche aktuell besser aufgestellt. Google erkennt Sprache generell etwas besser als Siri, und der Sprachassistent lernt durch die Aussprache seines Nutzers und versteht diesen mit der Zeit immer besser.

Allerdings ist Apple hier in der Lage nachzulegen. Eine Verbesserung könnte unter anderem die Integration der Spracherkennungssoftware VocaliQ bedeuten, welche Apple im vergangenen Oktober übernommen hat.

Tatsächlich nutze ich keine der beiden. Weder Google – wenn auch einen Hauch besser – noch Siri reichen meinen aktuellen Ansprüchen aus. Anders sieht es da mit Microsoft’s Cortana aus. Diese hat Apple allerdings nicht für seinen Store zugelassen, so dass lediglich Windows Mobile und Android Nutzer in ihren Geschmack kommen. Unterm Strich geht der Punkt an Microsoft und seine Assistantin Cortana. Mit dem sehr knappen Vorsprung an Android gegenüber Apple, gebe ich auch an dieser Stelle nur ein Unentschieden.

Geräteauswahl

Wer iOS als Betriebssystem bevorzugt, hat keine andere Wahl als zu einem iPhone zu greifen. Das ist zwar ein hervorragendes Smartphone, aber es ist eben auch ein Gerät, das wenig Individualität ausstrahlt. Derzeit bietet Apple mit iPhone 6s, iPhone 6s Plus und iPhone SE nur drei Geräte in unterschiedlichen Farben an. Der Android-Markt ist hingegen viel, viel größer und hält im Prinzip für jeden Geschmack ein passendes Gerät bereit. Ob große Displays, Doppel-Bildschirm, Dual-Kamera, Wechselakku, großer Akku, wasserfestes Gehäuse – für nahezu jedes denkbare Feature gibt es ein eigenes Android-Gerät. User können so das für sie passende Device finden.

Dennoch trägt dies auch zu einem hohen Maß an Fragmentierung bei, d.h. es gibt immer noch Geräte, die mit Android und der Version 4 laufen und von Ihren Herstellern nicht mit dem aktuellsten Android 6 beliefert werden, da es nur einen Support von 2 Jahren pro Gerät gibt. Apple ist da konsequenter und versorgt seine Modelle für 3 – 4 Jahre mit Updates. Einzig Funktionen, die ein absolut neues Feature das aktuellsten Gerätes sein sollen und/oder Hardwareseitig nicht mehr unterstützt werden, streicht man – vor der Auslieferung – bei älteren Geräten weg.

Aufgrund der besseren Updatepolitik geht der Punkt in jedem Fall an Apple!

Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Android-Sektor herrscht eine riesige Konkurrenz zwischen den einzelnen Herstellern, die sich aus Verbrauchersicht durchweg positiv auf die Preise auswirkt. Jeder Hersteller wirbt im Allgemeinen mit einem – oder mehreren – günstigen Angeboten um die Gunst der Kunden. Während die Preise für neue iPhones, für den Endverbraucher, meist zwischen 500 (iPhone SE) und 1080 Euro (iPhone 6S Plus) rangieren, ist der Einstieg in die Android-Welt bei vergleichbarer Ausstattung, mit rund 250 bis 600 Euro schon wesentlich günstiger zu haben.

Da Android ebenso ausgereift ist, wie iOS, gewinnt Android bei Preis und Leistung deutlich, zumal die – von Apple – verwendete Hardware bei seinem aktuellsten Modell oftmals mindestens 1 Jahr hinter dem Markt zurück liegt. Auch wenn dies keinen Einfluss auf die Performance der Geräte nimmt, bekommt der Kunde bei Android aktuellere Hardware für weniger Geld – auf Wunsch inklusive Aluminium-Unibody-Gehäuse.

Alles ist Subjektiv!

Wenn man blind werten würde, dann müsste – nach meinen Ausführungen – das Ergebnis

Android  8:6  iOS

lauten, und Android somit knapp die Nase vorn haben. Aber, wie immer, wird Apple weiter aufschließen. Auf lange Sicht, wird es somit keinen, oder nur einen minimalen, technologischen Unterschied zwischen Android und iOS geben. Man muss sich bereits jetzt lediglich die Frage

„Will ich ein Smartphone haben, welches mich in das Korsett eines abgeriegelten Ökosystems zwängt, oder bin ich freiheitsliebend und individualistisch, wofür ich gerne auch mal ein kleines Risiko eingehe?“

stellen und auf Ihrer Basis eine Entscheidung treffen. Das beste Betriebssystem, und damit das beste Smartphone gibt es also gar nicht mehr – wenn es denn je so gewesen sein sollte. Es ist, wie so oft im Leben, lediglich eine persönliche Vorliebe und Präferenz für das Eine, oder das Andere.

Für mich steht hier bereits lange fest zu welcher Gattung User ich gehöre, und dabei wird es wohl auch bleiben. Ich bin nun mal ein großer Freund von Individualität und der Freiheit vieler Möglichkeiten! Daher kommt bei mir privat nur Android nach Hause. In diesem Sinne wünsche ich allen von Euch viel Spaß mit ihren Smartphones, ob durch iOS oder Android betrieben. Hauptsache ist: Ihr habt Spaß und Freude an genau dem Gerät, welches Ihr gerade in den Händen haltet.

 

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