Android News – Sagen Huawei & Samsung Tschüss, das war’s?

Schon seit geraumer Zeit kursieren Gerüchte, dass Samsung und auch Huawei Android – zugunsten einer eigenen Entwicklung – den Rücken kehren wollen. Beide sollen demnach Exit-Strategien in Arbeit haben, mit denen sie sich aus der Abhängigkeit von Google lösen wollen. Dass Samsung an seinem Tizen OS arbeitet, ist hinlänglich bekannt. Ich habe dies bereits in einem früheren Artikel thematisiert. Jetzt soll aber auch Huawei an der Entwicklung einer Android-Alternative arbeiten – allerdings mehr als „Notfallmaßnahme“. Vor einem solchen Hintergrung treten sicherlich Fragen auf Seiten der Nutzer auf, welche sich damit befassen, was dies für sie bedeutet. Wie sieht es nach der Abkehr etwa mit der App Auswahl aus? Wird es überhaupt so etwas wie einen App Store geben? Sind Kompatibilitätsprobleme zu erwarten? Und das sind nur ein paar der möglichen Fragen.

Samsung will Tizen OS!

Der mit Abstand größte Android-Player Samsung will schon lange weg von Android. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die 2014 im Zuge des Verfahrens von Apple gegen Samsung die Runde machten. Damals hieß es, dass der Wechsel von Android auf Tizen, Samsungs eigenes OS, das bereits auf Fernsehegeräten und Smartwatches zum Einsatz kommt, auch für Smartphones folgen soll.

Eben dieser Plan wird scheinbar nach wie vor verfolgt, obwohl sich Samsung ausschließlich durch Google’s Android zum größten Smartphone-Player der Welt entwickeln konnte. Einer Publikation in der Korea Times zur Folge, will der Branchenprimus künftig all seine Geräte auf Tizen-Basis herausbringen. Mit Android, so der Artikel weiter, binde sich Samsung zu sehr an Google und könne letztlich nicht so unabhängig agieren wie etwa Apple – eine Samsung-Führungskraft soll der Korea Times zufolge gesagt haben:

„Wenn du kein eigenes Ökosystem hast, wirst du auch keine Zukunft haben.“

Der Samsung-Manager führte zudem aus, dass die, auf Tizen basierende, „Z“-Serie in Indien reißenden Absatz finde – innerhalb des ersten Quartals diesen Jahres konnten über 64 Millionen Geräte verkauft werden. Hier sollte einschränkend erwähnt werden, dass Tizen-Smartphones kostengünstige Einsteiger- und keine teuren HighEnd-Modelle sind. Nichtsdestotrotz zeige sich, dass sie wettbewerbsfähig seien. Es bedürfe zwar noch einer Menge Arbeit, um ein starkes Ökosystem – im Stile des Apple Imperium – aufzubauen, denn hier sei Samsung spät dran, allerdings werde man immer besser, so der Samsung Manager.

Auch wenn Samsung seine Tizen-Ambitionen verstärkt, dürfte ein kompletter Android-Exit für die Südkoreaner schwere Folgen haben. Besonders eingefleischte Android-Enthusiasten würden sich von den Produkten sicherlich fernhalten. Außerdem ist davon auszugehen, dass das angestrebte Ökosystem – wie weit es auch ausgebaut sei – in keiner Form auf den gleichen Level mit Apple und Google kommen wird. Dass es nicht sonderlich einfach ist, Entwickler für ein weiteres OS zu begeistern, zeigte sich jüngst sehr eindrucksvoll an Microsofts Smartphone-Strategie.

Huaweis KirinOS ist „Backup-Plan“

Nach den neuerlich scharfen Tönen, die Google hinsichtlich der Updatepolitik vieler Hersteller anschlug, scheint nicht nur Samsung aktuell wenig glücklich mit Android zu sein – wenn man Google in dieser Hinsicht als User auch mehr als recht geben wird. Der chinesische Huawei-Konzern soll in Skandinavien mit ehemaligen Nokia-Mitarbeitern an einer eigenen Alternative zu Android arbeiten. Das Projekt ist bislang allem Anschein nach noch nicht weit fortgeschritten.

Hinsichtlich der Motivation Huaweis, ein eigenes OS zu entwickeln, gehen die Aussagen auseinander: Eine Quelle erklärte, dass Hersteller wie Huawei und Samsung unabhängiger von Google agieren und dabei nicht mehr auf „die Krücke Android“ angewiesen sein wollen. Zwei mit dem Projekt vertraute Personen sagen wiederum aus, dass Huaweis eigenes OS lediglich ein Backup-Plan sei, falls Google die Kontrolle über sein OS verstärken, oder es überhaupt nicht mehr für Smartphone-Hersteller zur Verfügung stellen sollte. Es ist zu vermuten, dass Google aus Gründen einer schnelleren Bereitstellung von Updates und einer besseren Kontrolle über die Sicherheit der mobilen Plattform Veränderungen vornehmen könnte. Erste Hersteller – wie HTC – scheinen sich in ihrer aktuellsten Iteration des Google Systems bereits darauf vorbereitet zu haben.

Kurzfristiger Plan: Umfassende Änderung der EMUI

Bevor Huawei die Umsetzung seines Exit-Plans beschließt, hat der chinesische Konzern noch ein Ass im Ärmel: Das Unternehmen will seine – oft für die Ähnlichkeit zu iOS – kritisierte Nutzeroberfläche EMUI umfassend umgestalten. Kurioserweise hat Huawei hierfür eben die ehemalige Apple-Designerin Abigail Brody verpflichtet.

EMUI 5.0, welches im September vorgestellt werden soll, werde laut Brody – im Unterschied zu iOS – endlich auch einen App-Drawer erhalten und ein Design wählen, das weniger nach iOS aussehe. Was das genau bedeuten soll wird sich zeigen müssen! Mit dem Redesign will Huawei insbesondere in den westlichen Märkten mehr Käufer gewinnen, denn chinesische Nutzer scheinen die aktuelle EMUI – unter anderem, weil der App-Drawer dort unbeliebt ist – sehr zu lieben.

Der Fall Windows

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