Huawei MediaPad M2 10 LTE Premium – Full Review

Da ich viele meiner Artikel von unterwegs schreibe, geschah dies bis gestern meist auf meinem HTC 10. Auf Dauer hat dieser Umstand nicht nur meinen Akku belastet, sondern war – auf dem kleinen 5“ Display – auch viel zu mühsehlig. So kam es wie es kommen musste, und ich entschied mich dazu, mir ein Tablet zuzulegen. Für die Kaufentscheidung kam es mir dabei im Wesentlichen auf drei Dinge an: das Tablet sollte über ein 10“ Display verfügen, ein Metall-Unibody Gehäuse besitzen und bestenfalls noch die Möglichkeit der Handschriftenerkennung per Stylus ermöglichen. Wie Ihr Euch sicherlich denken könnt, haben die drei genannten Punkte meine Auswahl schon deutlich eingeschränkt. Letztlich galt es, sich aus meiner Sicht zwischen dem Galaxy Note und dem – gerade in meinen Händen befindlichen – Huawei MediaPad M2 zu entscheiden. Letzteres war das einzige das alle meine Anforderungen erfüllte, so dass ich es vor eineinhalb Wochen zu einem Preis von 439€ bestellt, und vor wenigen Tagen zu Hause in Empfang genommen habe.

Erster Eindruck und Haptik

Bestellt habe ich mir das MediaPad in der LTE Premium Version. Ich wollte dadurch verhindern, den Stylus – für gute 40€ – separat zu bestellen, und sicher gehen, dass ich – dank LTE – beim Arbeiten unterwegs nicht auf ein WLAN in meiner Nähe angewiesen bin. Das sind aber nicht die einzigen Vorteile dieser Version. Dank Premium ist auch das passende SmartCover dabei, und das M2 verfügt – im Gegensatz zur Standard Version – über satte 64 GB ROM und 3 GB RAM. Gerade der großzügigere RAM sollte sich deutlich in der Performance bemerkbar machen. Ausreichend Platz für Apps bietet der üppig bemessene interne Speicherplatz in jedem Fall. Durch das Aluminium Uni-Body-Gehäuse wirkt das Huawei MediaPad hochwertig, und ist natürlich ein paar Gramm schwerer als herkömmliche Tablets mit Plastik-Gehäusen. Das stört aber nicht sonderlich, da es sich dennoch gut mit einer Hand halten und der Anderen bedienen lässt. Durch Huaweis’s EMUI, in der Version 3.1, ist das Tablet – wie auch Huawei’s Smartphones – dem Vorbild Apple sehr ähnlich, behält dabei aber genügend Individualität. Die Druckpunkte der Power Taste und der Lautstärke-Wippe sind sehr gut und auf den Punkt – zumindest meine Ansprüche erfüllen sie voll und ganz. Hervorheben muss man den sehr gut und schnell funktionierenden Fingerprint-Scanner, der wieder einmal belegt, dass Huawei in diesem Bereich die Besten am Markt herstellt. Entgegen der Informationen im Netz, und meinem Unboxing Video, benötigt das MediaPad keine nanoSIM, sondern lediglich eine microSIM für den Betrieb im LTE Netz.

Display

Das Huawei MediaPad M2 10 kommt mit einem 10.1“ Display, und löst mit – Achtung Korrektur zum obigen Unboxing Video – 1920 x 1200 Pixeln auf. Damit kommt das Tablet auf eine Pixeldichte von 224 ppi. Es bleibt zwar klar unter aktuellen Smartphones, die derweil bereits mit WQHD Displays und Pixeldichten jenseits der 400 ppi aufwarten, bleibt dennoch gestochen scharf und lässt bei normalem Abstand keine einzelnen Pixel erkennen. Der Vorteil liegt hier klar darin, dass man auf diese Weise deutlich beim Verbrauch spart, denn gerade bei Tablets sind Displays die Treiber schlechthin beim Akkuverbrauch.

Prozessor & Arbeitspeicher

Das MediaPad kommt in jeder Variante mit einem Kirin 930 Octa-Core Prozessor des Huawei Tochterunternehmen. Der 64-bit Prozessor taktet bei den vier Hauptkernen mit maximal 2 GHz und 1,5 GHz bei den vier weiteren Kernen. Zur Seite steht ihm eine Mali T-628 GPU, um für eine gute Grafikdarstellung zu sorgen. In der – bei mir vorliegenden Premium Variante kommt das Tablet – anstelle der 2 GB RAM in der Standard Ausführung – mit 3 GB RAM, um den Prozessor bei seiner Arbeit zu unterstützen. Der interne Speicher beträgt in der Premium Variante 64 GB, anstelle von lediglich 16 GB im Standard. Letzteres ist in der Zeit heutiger immer größer werdender Apps ein no-go und spricht klar gegen die Standard Variante.

Klangwunder durch Harman Kardon

Für die Akustik hat Huawei eng mit Harman Kardon zusammen gearbeitet. Dies schlägt sich in vier – für ein Tablet – brillianten Boxen nieder. Zwei dienen als Hochtöner und zwei als Tieftöner, die jeweils durch einen eigenen DAC angetrieben werden. Insgesamt klingt das MediaPad bis zu einer Lautstärke von ca. 80% brilliant und der Bass kommt auf einem Holztisch stehend noch stärker zur Geltung. Es übertrumpft bis zu diesem Punkt sogar mein HTC 10 mit HTC BoomSound – aber nur bis zu diesem gewissen Punkt. Über eine Lautstärke von 80% hinaus fangen die Töne an, verwaschen zu klingen und der Bass verliert deutlich an Druck. Dies geschieht bei meinem Vergleichsgerät, dem HTC 10, nicht. Auch bei der Ausgabe über ein AKG Y50 OnEar Headset, kann das Huawei MediaPad nicht mit dem HTC 10 mithalten. Dennoch ist der Gesamteindruck für ein Tablet herausragend!

Stylus statt Tastatur

Der active Stylus von Huawei unterstützt 2048 Strichstärken und kann, dank vorinstallierter Bamboo Paper App, direkt eingesetzt werden. Meinen Druck gibt er präzise weiter und die Handschrifterkennung hat auch in anderen Apps ohne langes Training sofort reibungslos funktioniert. Im PlayStore finden sich diverse Apps für handschriftliche Notizbücher, unter anderem LectureNotes, die ich selbst nutze und auch den Huawei Stylus anstandslos unterstützt. Leider ist der Stylus ebenfalls nur in der Premium Version enthalten und muss andernfalls nachgekauft werden. Er kann durch eine Schlaufe, die man nach Belieben an dem SmartCover befestigen kann, leicht mit dem Tablet gemeinsam verstaut werden.

Kameras für Fotos und Videochat

Die am Rücken eingelassene Hauptkamera hat eine f/2.0 Blende und löst mit 13 Megapixeln auf. Videos zeichnet sie maximal in FHD mit 1920 x 1080 und 30 fps auf, und Bilder schießt sie dank LED Blitz auch unter schlechten Lichtbedingungen. An die Kameras der aktuellen High-End Smartphones reicht sie zwar nicht heran, aber mal Hand auf’s Herz: wer von Euch macht seine Photos schon lieber mit dem 10“ Tablet als mit seinem Smartphone!? Für die Videotelefonie per Skype oder ähnlichem steht Euch eine 5 Megapixel Kamera mit f/2.0 Blende zur Verfügung, die Ihren Zweck erfüllt. So könnt Ihr auf dem Sofa, mit dem Tablet auf den Knien gemütlich mit Euren Freunden skypen.

Der Akku ist die Schwachstelle

Einzig der Akku erscheint mit 6660 mAh unterdurchschnittlich für ein Tablet dieser Größe. Dennoch hält er erstaunlich lange durch. Mit einer Akkuladung dauert es bis zu 33,5 Stunden, ehe das MediaPad seinen Dienst quittiert. Dies ist vorrangig dem sparsamen Kirin Prozessor und der etwas geringeren Auflösung des Display zu verdanken, so dass man festhalten kann, dass Huawei hier keinesfalls einen faulen Kompromiss eingegangen ist.

Konnektivität und Software

In der LTE Variante surft Ihr unterwegs sehr zügig. Unterstützt werden alle gängigen LTE Bänder. Daheim könnt Ihr Euer WLAN wahlweise im 2,5 oder 5 GHz Bereich verwenden und surft mit dem aktuellen 802.11ac Standard. Ausgeliefert wird das MediaPad mit Android 5.1.1, dem die Huawei EMUI übergestülpt wurde, was für einen iOS ähnlichen Flair sorgt. Aktuell ist leider nicht bekannt, ob Huawei noch ein Update auf Android 6, geschweige denn 7, für das Tablet heraus bringen wird. Als Grund für die ausstehende Entscheidung könnte man sicherlich die eher mäßigen Absatzzahlen dieses, leider sehr unterschätzten und wenig wertgeschätzten, Tablets heran ziehen. Die Community in Foren wie XDA, ist daher sehr überschaubar und Custom ROMs sind auch knapp sechs Monate nach Erscheinen weiterhin Fehlanzeige.


Selbst wenn kein Update mehr erscheinen sollte, kann ich dennoch guten Gewissens sagen, dass ich den Kauf keine Sekunde bereue. Huawei hat einen herausragenden Job darin gemacht, ein Tablet auf den Markt zu bringen, bei dem alle Komponenten ineinander greifen, ohne dass es an irgendeiner Stelle hakt.

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