Android Grundlagen – Providerbranding, was ist das!?

Stöbert Ihr im Netz nach einem gebrauchten oder aber auch neuen Smartphone, stoßt Ihr sicherlich das eine oder andere Mal auf die Bezeichnung Branding. Sogar ich habe Euch ganz zu Beginn meines Blogs eine Anleitung präsentiert, die Euch helfen sollte das neue HTC 10 zu debranden. Allerdings bin ich in diesem Zusammenhang nur sehr kurz darauf eingegangen was ein Branding überhaupt ist. Genau das will ich an dieser Stelle aber nachholen, und Euch erklären, worum es sich bei dem Providerbranding handelt, welche Nachteile diese Brandings haben, und ob man es gegebenenfalls entfernen kann. Wörtlich übersetzt heißt Branding auf Deutsch Brandmarken, und nichts anderes machen die Mobilfunkanbieter, wenn ein Smartphone mit einem Branding versehen wird.

Ein Smartphone mit einem Branding ist in jedem Falle Software-technisch, und meist auch optisch durch den Anbieter verändert worden. Gebrandete Geräte stammen häufig aus Vertragsabschlüssen, -verlängerungen, sowie Prepaid-Angeboten, in welchen das Gerät subventioniert wurde. Aber wie erkenne ich, ob mein Gerät wirklich gebrandet wurde? Nun ja es gibt einige – mehr oder weniger deutliche – Merkmale. Hierzu zählen etwa

  • Anbieter-Logos beim Booten oder Ausschalten
  • spezielle, veränderte Firmware
  • andere Größen bei ROM Updates

Für den Laien sind besonders eine speziell Firmware und ROM-Versionierung oftmals nicht erkennbar. Sollte dann auch noch das Logo des Providers beim booten fehlen, gibt es für ein Branding lediglich ein weiteres Indiz, welches sich direkt nach dem ersten Start erkennen lässt: Bloatware. Hierbei handelt es sich um zusätzliche Apps Eures Providers, wie etwa dedizierte T-Mobile, Vodafone und/oder o2 Apps, aber auch Spiele und ähnliches. Eine äußere Kennzeichnung wird heutzutage so gut wie gar nicht mehr eingesetzt, so dass die oben beschriebenen Bloatware Apps häufig das einzige Erkennungsmerkmal bleiben.

Ein Verändern der Firmware oder Löschen der zusätzlichen Apps ist in aller Regel bei gebrandeten Geräten nicht, oder allenfalls unter großen Anstrengungen möglich.

Bei neuen Versionen des Smartphone-Betriebssystems muss bei gebrandeten Smartphones fast immer mit einer deutlich  längeren Wartezeit gerechnet werden, da alle Provider das Update zunächst selber prüfen und ggf. dem Branding entsprechend anpassen müssen.

Sie haben sogar die Möglichkeit, das Update vollkommen zu verweigern, was oftmals bei Inkompatibilität mit den eigenen, nicht sauber und ordentlich weiterentwickelten Apps passiert.

Das Branding wird von allen Mobilfunkriesen wie Telekom, o2 und Vodafone verwendet, um bei Ihnen erworbene Geräte zu kennzeichnen.

Erst Branding, dann auch noch SIM-Lock!

Neben dem Branding versehen viele Anbieter ihre Geräte zusätzlich mit einem sogenannten SIM-Lock. Dies scheint bis heute vor allen Dingen im Prepaid Bereich eine noch immer verbreitete Praxis zu sein, während bei Vertragsgeräten inzwischen – zumindest in Deutschland – darauf verzichtet wird. Durch den SIM-Lock wird das Smartphone auf bestimmte SIM-Karten eingeschränkt, so dass dieses nicht mit verschiedenen Netzen und Anbietern genutzt werden kann. Findet ihr ein günstiges Handy, welches lediglich mit einem Branding versehen ist, könnt ihr bedenkenlos zugreifen. Ihr müsst zwar einige optische Veränderungen, z. B. die Anzeige eines Logos eines anderen Anbieters in Kauf nehmen, könnt aber jede beliebige SIM-Karte in dem Gerät verwenden – vorausgesetzt, es hat keine SIM-Lock.

Kann man ein Branding erkennen

Eine etwas zu kurz gegriffene, zu einfache Antwort ist: ja! Jeder sollte sich bewusst sein, dass es sehr herstellerabhängig ist, ob man ein Branding entfernen kann, oder nicht. Vor allen Dingen geht man aber in jedem Fall das Risiko ein, am Ende einen mehrere Hundert Euro teuren Briefbeschwerer zu besitzen, da das Gerät beim debranden einen Hard-Brick erleiden kann.

  • Ein einfaches Entfernen von Branding-Merkmalen ist häufig nicht möglich. Vorinstallierte Apps können in der Regel nur mit Hilfe eines Root oder Jailbreak gelöscht werden.
  • Das Netzbetreiber-Logo beim Start des Geräts zu unterbinden, ist faktisch auch nur mit einer Custom ROM möglich.
  • Ein vollständiges Löschen oder auch Debranding ist ausschließlich durch das Flashen einer neuen Firmware möglich, setzt meist allerdings vorhergehende Veränderungen an den Sicherheitseinstellungen in den Tiefen der Firmware voraus.
  • Bei Android-Smartphones muss eine Stock-Firmware für das Debranding installiert werden.
  • Habt ihr ein Samsung-Smartphone, ermöglicht Samsung Live Update den Download der neuesten Firmware. Wollt ihr ein Branding auf einem Samsung-Smartphone entfernen, benötigt Ihr dazu außerdem die kostenlose Odin Software.
  • Wollt ihr den Auslieferungszustand wiederherstellen, findet Ihr in Foren auch gebrandete Firmware-Versionen als Download.

Solltet Ihr mit dem Gedanken spielen, das Branding Eures Smartphone zu entfernen, rate ich Euch das Studium der entsprechenden Threads in dem Geräteforum Eures Smartphones auf xda-developers.com. Dort findet Ihr Anleitungen darüber, wie man ein Backup von original ROM und Firmware anlegt, und wie man das debranding bei dem jeweiligen Gerät – falls möglich – durchführen kann.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: