WhatsApp – Datenabgleich mit Facebook also doch kein Tabu!

Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook hieß es noch vollmundig: es werde nie passieren, dass Daten von WhatsApp an Facebook weitergegeben werden! Es beweist sich jedoch wieder, dass solche Aussagen nicht das Papier wert sind auf dem sie gedruckt werden, denn am Donnerstag vergangener Woche verkündete WhatsApp – zur Überraschung Vieler:

„[…] Man werde künftig Daten wie Telefonnummern an Eigentümer Facebook weitergeben und diese für Werbung nutzen […].“ 

Persönlich überrascht mich diese Entscheidung in keinster Weise, da es sich von Beginn an nur um eine Frage der Zeit handeln konnte. Nicht umsonst habe ich schon in einem vorangegangenen Artikel die Nutzung von Threema als Messenger angeraten. Einen Wechsel, den man sich jetzt noch einmal überlegen sollte. Allen, die sich gegen Threema, und für eine Nutzung von WhatsApp entscheiden, sei gesagt: beschwert Euch im Nachgang nicht über die Datenkrake Facebook, denn es war klar, dass dies passieren musste. Zudem zeigt Ihr  Euch mit der Datennutzung uneingeschränkt einverstanden, wenn Ihr WhatsApp weiter nutzt.

Die an Facebook weitergegeben Daten sollen künftig vor allem für die Personalisierung der Facebook-Werbung und Freunde-Vorschläge verwendet werden. Wer beispielsweise die Telefonnummer eines Unternehmens in seinem Adressbuch eingespeichert hat, könnte künftig von diesem Unternehmen gezielt Angebote auf Facebook erhalten.

Zwei Möglichkeiten – oder doch drei!

Auch wenn dies aus meiner Sicht – ob zweier wirtschaftlich unabhängigen Unternehmen – datenschutzrechtlich mehr als fragwürdig ist, lässt sich die Weitergabe der Telefonnummer nicht verhindern. Ihr könnt aber zumindest die Personalisierung der Werbung mit diesen Daten ausschließen. Dazu gibt es derzeit zwei Möglichkeiten: WhatsApp bittet Nutzer in den nächsten Tagen, durch Installation eines Updates die neuen Nutzungsbedingungen zu akzeptieren. Statt einfach auf „Zustimmen“, die vermeintlich einzige Auswahlmöglichkeit, zu klicken, kann auch „Lies mehr“ direkt darunter ausgewählt werden. Dann öffnet sich ein Kasten, in dem die Nutzung der Daten, um „Werbung und Produkte auf Facebook zu verbessern“ untersagt werden kann.

Hat man die Nutzungsbedingungen bereits akzeptiert, gewährt WhatsApp eine Schonfrist von 30 Tagen. In dieser Zeit findet sich unter „Einstellungen > Account“ der Menüpunkt „Meine Account-Info teilen“, die deaktiviert werden kann.

Die dritte Möglichkeit sich der Datennutzung zu entziehen, ist ein entsprechender Umstieg auf einen anderen Messenger.

Nicht für Werbezwecke verwendbar

Um es nochmals zu betonen: Facebook wird weiterhin alle WhatsApp-Daten erhalten, darf diese dann aber nicht zu Werbezwecken nutzen. Ob Facebook sich daran halten wird wage ich nach all den gebrochenen Versprechen zu bezweifeln. Offiziell heißt es, dass man die Daten stattdessen für

„[…] andere Zwecke, wie Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Mißbrauch bzw. Verletzungshandlungen […]“ 

einsetzen werde. Wie Ihr Facebook und dessen Einstellungen optimal nutzt habe ich Euch in einem weiteren Artikel bereits beschrieben, und kann hier noch einmal von Euch nachgelesen werden. Allerdings bleibt meine Meinung bestehen, dass man WhatsApp nun endlich von seinem Smartphone entfernen sollte!

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