Mobilfunk Grundlagen – GSM vs. CDMA: was ist der Unterschied?

Wenn man sich nach einem Smartphone umsieht und gelegentlich in den USA zu tun hat, oder sich einfach nur für Netzwerkstandards im Mobilfunksegment interessiert, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man über die beiden Abkürzungen CDMA und GSM stolpert. Mancher wird sich dann fragen, was diese beiden Abkürzungen genauer bedeuten, und wie sie das jeweilige Smartphone beeinflussen!? Die beiden Standards arbeiten in unterschiedlichen Regionen und erlauben es uns, als Nutzern, global mit- und untereinander zu kommunizieren, obschon jeder von den Beiden ein- und ausgehende Daten auf andere Weise in Radiowellen konvertiert. Der Standard sollte keinen großen Einfluss darauf haben, wenn Ihr ein Smartphone kauft, jedoch ist der Eine der beiden berüchtigt dafür, Euch an einen bestimmten Provider zu binden, während es der Andere nicht ist. Es ängt also alles davon ab wo Ihr sein, und wonach Ihr schaut.

Was ist GSM?

GSM steht für Global System for Mobile Communication, und ist  – so denn Ihr nicht in den USA oder Russland lebt – sehr wahrscheinlich der Standard, den Euer Mobilfunkprovider nutzt, da es der Standard für den Großteil der Welt ist. GSM Netzwerke nutzen TDMA, das für Time Division Multiple Access steht. TDMA arbeitet durch Zuweisung von Zeitabschnitten an multiple Konversationsströme, wechselt zwischen ihnen der Reihenfolge nach, und schaltet in sehr kurzen Abständen zwischen den Konversationen um. Innerhalb diesen Intervalls, können die Smartphones ihre Informationen übertragen. Damit das Netzwerk weiß welche Nutzer mit dem Netzwerk verbunden sind, nutzt jedes Handy oder Smartphone eine sogenannte Subscriber Identification Module Card – besser bekannt als SIM Card.

SIM Cards sind das Hauptmerkmale eines GSM Netzwerkes. Sie beheimaten Euer Service-Abonnement, die Netzwerk Identifikation, und Adressbuchinformationen. Die Identifikation wird verwendet, um Zeitabschnitte dem Telefongespräch zuzuordnen, und darüber hinaus, teilt sie dem Netzwerk mit, auf welche Dienste Ihr Zugriff habt. Die besagten Karten können die Informationen auch direkt zwischen Telefonen austauschen, wenn es der Provider erlaubt.

Was ist CDMA?

CDMA, oder Code Division Multiple Access, ist üblicherweise in den oben genannten Gebieten der USA und Russland zu finden – obwohl GSM in diesen Ländern auch vorhanden istDie Alliierten entwickelten die Technologie im Zweiten Weltkrieg als Methode, um das Stören der Funktsifgnale  durch die Nazis zu verhindern. CDMA ermöglicht Benutzer, im Gegensatz zu GSM, vollen Zugriff auf das gesamte Spektrum der Bänder, so dass er mehr Benutzer ermöglicht wird zu jeder gegebenen Zeit verbunden zu sein. Es kodiert eines jeden Nutzers individuelle Unterhaltung über eine pseudo-randomisierte digitale Sequenz. Das bedeutet, dass die Sprachdaten geschützt bleiben und gefiltert werden, so dass nur die an dem Telefonanruf teilnehmenden Parteien, die Daten empfangen.

Handys in CDMA-Netzwerken verwenden keine SIM-Karten. Stattdessen wird jedes Telefon speziell gebaut, um in dem entsprechenden Providernetzwerk zu arbeiten. Was bedeutet das für den Verbraucher? Für den Anfang bedeutet es, dass Telefone an einen Provider und dessen Frequenzbänder gebunden sind, so dass man – sollte man sich dazu entscheiden den Provider zu wechseln – auch ein neues Smartphone kaufen muss. Wenn man so will bedeutet CDMA also eine andere Form des SIM Locks.

Ist der eine Standard besser als der Andere?

Nicht notwendiger Weise. Beide sind globale Standards der Zell-Kommunikation. Der Maßgebliche, die Gesprächsqualität beeinflussende, Faktor ist das Netzwerk an sich, und nicht die Methode, welche es zur Übertragung der Daten nutzt. Natürlich gilt es einige Dinge im Auge zu behalten, wenn es um die Wahl zwischen CDMA und GSM-Smartphones kommt. Für den Anfang sind CDMA-Smartphones an ihre Provider gebunden, und können nicht auf andere Netzwerke übertragen werden. Zum Beispiel könnte ein Verizon Telefon nicht innerhalb des Sprint-Netzwerk oder umgekehrt übertragen. Im Gegensatz dazu können GSM-Telefone unlocked und in andere GSM-Netzwerke übertragen werden. Darüber hinaus verkaufen Drittherstellern oft Smartphones, die für GSM-Netzwerke ausgelegt sind, da sie keinen Zugriff auf die Bänder eines bestimmten Provider erfordern. GSM-Telefone werden auch mit kompatiblen GSM-Netzen in anderen Ländern arbeiten.

Das gesagt, erlauben CDMA-Netze hingegen eine größere Anzahl von Benutzern, was bedeutet, dass deren Kapazität zur Kommunikation größer ist, als die der GSM-Netze. Hinzu kommt, dass CDMA die Infrastruktur ist, auf der alle 3G-Netze basieren – sowohl für GSM- als auch CDMA-Provider. Doch jetzt gibt es eine dritte Art von Netzwerk, das schnell zum Spitzenreiter in Bezug auf die Qualität wird, da viele große Smartphone-Hersteller es schnell adaptieren. Passenderweise LTE – für Long-Term Evolution – genannt, ist die Technologie, eine weiterentwickelte Form des GSM-Standard und verwendet daher eine ähnliche Technologie wie GSM-Netze. Der neue Standard bietet eine verbesserte Sprachqualität und darüber hinaus Funktionen wie die Basis von High-Speed, 4G Datennetze. In diesem Falle hat LTE einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz in Bezug auf die allgemeine Geschwindigkeit und Qualität.

Wenn Ihr ein US-Kunde seid und euch fragt, welche Unternehmen welche Art von Netzwerk verwenden, ist die Spaltung genau in der Mitte: AT&T und T-Mobile sind GSM-Betreiber, während Verizon und Sprint CDMA nutzen. In Wahrheit spielt es keine Rolle, die Entscheidung für sein neues Smartphone und/oder den neuen Provider ausschließlich auf Basis von GSM, CDMA, oder LTE zu treffen, sodern vielmehr auf Basis der angebotenen Dienstleistungen, Funktionen, Telefone und Service-Qualität die ein Netzwerk bietet, und die nicht von der Netzwerk-Infrastruktur allein abhängig sind.

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