Android Grundlagen – IP-Code, das bedeutet er!

Smartphones der neuesten Generation, aber auch eine Vielzahl anderer technischer Geräte, kommen immer häufiger mit der sogenannten IP-Zertifizierung auf den Markt, und sind damit angeblich wasser- und staubgeschützt. Auch das Samsung Galaxy S8/S8+ bringt IP68 mit, während ähnliche Schutzklassen bei Apple, LG und HTC größtenteils noch fehlen. Doch was bedeutet die Schutzklasse überhaupt für Euch als Nutzer überhaupt, oder dienen sie gar nur dem besseren Marketing? Sicherlich spielt die IP-Zertifizierung auch für Letzteres eine immer größere Rolle, aber nicht nur. Ich habe mich daher dazu entschieden unter der Rubrik Android Grundlagen einen kleinen Artikel zu diesem Thema zu verfassen.

Was sind IP-Codes?

Diese Ziffern hinter Abkürzung IP sagen Nutzern häufig nichts, oder man weiß zumindest nicht wirklich genau was diese bedeuten. Fangen wir also gleich an, denn IP steht für International Protection Code, und wird von der IEC, der Internationalen Elektronischen Kommission, vergeben. Um eine solche Zertifizierung zu erhalten, muss das Smartphone verschiedene Tests durchlaufen. Der Code gibt Euch dabei an, bis zu welchem Grade das jeweilige Gerät gegen Fremdkörper und Wasser resistent ist. Während ein Regenschauer für einige Smartphones schon das Todesurteil bedeutet, sind andere beispielsweise gegen Spritzwasser geschützt. So jedenfalls die Theorie.

Der IP-Code ist recht einfach zu lesen, denn man ihn erst genau verstanden hat:

  • Das IP im IP-Code bedeutet bereits, dass das Gerät bis zu einem gewissen Grad gegen das Eindringen von Fremdkörpern und/oder Flüssigkeiten geschützt ist.
  • Die zwei Kennziffern direkt hinter der Abkürzung IP geben Euch eine genaue Auskunft über die Art des Schutzes.
  • Die erste Ziffer steht dabei für den Schutz vor dem Eindringen von festen Fremdkörpern, wie Sand oder auch Staub.
  • Die zweite Ziffer steht für den Schutz vor dem Eindringen von Flüssigkeiten.

Nehmen wir als Beispiel die Schutzklasse IP67:

  1. Die Kennziffer 6 sagt aus, dass das Gerät gegen das Eindringen von Staub geschützt ist.
  2. Die Kennziffer 7 sagt aus, dass das Gerät gegen das Eindringen von Wasser für einen gewissen Zeitraum geschützt ist.

Je höher die Zahl für den ersten oder zweiten Bereich, desto besser ist logischerweise auch der Schutz des Gerätes. So ist beispielsweise IP68 also (vereinfacht gesag) immer besser als IP67 oder IP58.

Geräte mit der Zertifizierung für die Schutzklasse IP67 und IP68 sind also staubgeschützt und wasserdicht.

Allerdings, und hier wird es ja erst richtig interessant: Was genau heißt nun wasserdicht? Bis in welche Tiefe kann man sein Smartphone mitnehmen? Wie lange darf es unter Wasser bleiben?

Wofür stehen die IP-Codes?

Die Kennziffern der IP-Zertifizierung stehen für zwei unterschiedliche Schutzgrade.

Die erste Ziffer bezieht sich auf den Schutz vor Staub und Stößen. Das heißt, dass das Gerät je nach Höhe der Ziffer teilweise oder gänzlich gegen eindringenden Schmutz/Staub und gegen Schäden durch Stöße geschützt ist.

1ste Ziffer Schutz vor Staub Schutz vor Stößen
0 Kein Schutz Kein Schutz
1 Fremdkörper ab 50 mm Ø Berühren durch Handrücken
2 Fremdkörper ab 12,5 mm Ø Berührung mit Finger
3 Fremdkörper ab 2,5 mm Ø Berühren mit Werkzeug
4 Fremdkörper ab 1,0 mm Ø Berühren mit Draht
5 Staub in schädigender Menge Vollständiger Schutz
6 Staubdicht Vollständiger Schutz

Die zweite Ziffer bezieht sich auf den Schutz vor Wasser. Je höher die Zahl, umso ungefährlicher ist Wasser für die Elektronik deines Gerätes. Smartphones mit IPX8 können theoretisch dauerhaft in klarem Wasser liegen – ohne Wasserschaden.

2te Ziffer Schutz vor Wasser
0 Kein Schutz
1 Schutz gegen senkrecht fallende Wassertropfen
2 Schutz gegen schräg fallende Wassertropfen (bis 15° gegen die Senkrechte
3 Schutz gegen schräg fallende Wassertropfen (bis 60° gegen die Senkrechte
4 Schutz gegen Spritzwasser
5 Schutz gegen Strahlwasser
6 Schutz gegen starkes Strahlwasser
7 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
8 Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen

Ist eine der beiden Schutzformen nicht gegeben, wird die jeweilige Ziffer durch den Buchstaben X ersetzt, zum Beispiel IPX2. Nicht bei jedem Smartphone ist ein Code angegeben. Besonders bei Geräten, die weder staub- noch wasserdicht sind, wird ein Händler keine IP00-Zertifizierung angeben.

Je höher die jeweilige Ziffer ist, umso größer ist der Schutz.

Die Normen sind weltweit gültig und setzen Maßstäbe für Gerätehersteller. Im Gegensatz zum umworbenen Wasserschutz ist eine IP-Zertifizierung eindeutig.

Sind geschützte Handys teurer als ungeschützte?

Nein. Hersteller sind nicht verpflichtet, ihre Handys mit IP67 oder IP68 zu schützen, oder überhaupt zertifizieren zu lassen – auch wenn die Geräte diese Norm erfüllen würden. Nicht einmal die neuesten Flaggschiffe sind durchweg zertifiziert. Auch gibt es Hersteller, die einige ihrer Geräte mit einem Schutz versehen und/oder zertifizieren lassen, und andere nicht. So war das Samsung Galaxy S5 zumindest IP67-zertifiziert, während das S6 keinen Schutz aufwies. Auch günstige Mittelklassehandys können geschützt sein. Aber Achtung: Ein IP-Schutz macht euer Gerät nicht gleich zum Outdoor-Handy.

Welche Probleme können trotz Zertifizierung auftreten?

Selbst wenn ein Smartphone laut IP-Zertifizierung als wasserdicht gilt und auch gegen dauerhaftes Untertauchen geschützt ist, gilt das in erster Linie bei Süßwasser. Für jede andere Flüssigkeit gibt es keine Garantie. Gerade Salzwasser greift das Gerät anders an als Frischwasser. Die Korrosion zerstört sehr schnell die Platinen des Smartphones. Viele Anschlüsse sind anfällig für Wasser. So kann es passieren, dass der Ladekabelanschluss nach längerem Untertauchen dennoch Schwierigkeiten macht. Zusätzlich kommt es beim Untertauchen immer auf die Tiefe an, da sich der Druck ändert. IP67 heißt zwar, dass Euer Gerät gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt ist – allerdings gilt das nur für Tiefen bis zu einem Meter!

Wie wird getestet?

Um ein Handy auf IP6X zu testen, wird das Gerät in eine Kammer mit feinem Puder gelegt und ein Unterdruck von 20 mbar erzeugt. Dort verharrt das Gerät acht Stunden lang. Die IP6X-Zertifizierung bekommt es, wenn in diesem Zeitraum kein Staub in das Gerät gelangt ist. Für Smartphones mit IP5X gilt lediglich, dass die Menge der eindringenden Partikel nicht schädlich ist. Zusätzlich kommst man bei IP5X und IP6X nicht an die inneren Komponenten heran, ohne das Smartphone vollständig zu zerlegen.

IPX7-Schutz hat ein Smartphone genau dann, wenn es eine halbe Stunde in einem Wasserbecken in einem Meter Tiefe ohne Schaden ausharren kann. Um IPX8 zu erreichen, beträgt der Wasserstand über dem Gerät über einen Meter und es muss dauerhaft untergetaucht werden können. Ihr merkt hier vielleicht, dass gesagt wird, dass der Wasserstand lediglich größer als 1 Meter sein muss, nicht aber um wie viel! Die genaue Tiefe hängt vom Hersteller ab. Wenn du sichergehen willst, dass Dein Smartphone mindesten einen kurzen Regenschauer überlebt, dann solltest Du also auf IPX5 zurückgreifen.

 

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