Project Treble – Android Modularität bringt schnellere Updates!

Als Android Nutzer kennt man nur zu gut das Problem, dass ein Gerät meist nur 2 Jahre mit Updates versorgt wird. Etwas, das sicherlich nicht zuletzt auch an der Heterogenität der angebotenen Android Smartphones, oder besser deren Hardware liegt. Klar, genau das ist der Nachteil eines offenen Systems, welcher zu einer zunehmend starken Fragmentierung bei den eingesetzten Android Versionen führt. Etwas das oft als Nachteil im Vergleich zu Apple – und deren geschlossenem Ökosystem – genannt wird, und es auch zweifelsohne ist. Noch! Denn mit Project Treble arbeitet Google aktuell an einer Lösung für das Problem, die bereits mit dem kommenen Android 8 Oreo eingefuhrt werden soll.  Was Treble ist, und wie es die Updatepolitik auf neue, einfachere Beine stellen will, möchte ich Euch in diesem Artikel kurz erklären.

Im Rahmen des Upgrades auf Android 8.0.0 Oreo arbeitet Google sehr eng mit Herstellern von Smartphones und SoCs zusammen, um einen großen Schritt in Richtung Problemlösung machen zu können. Project Treble stellt zudem die größte Veränderung der Low-Level-Systemarchitektur von Android bis zum heutigen Tag dar.

Der Lebenszyklus eines Android-Release

Zuerst ist es hilfreich, den „Lebenszyklus eines Android-Release“ zu verstehen. Es gibt mehrere Schritte die von jedem neuen Android-Release durchschritten werden, bevor es als OTA Update, oder als Basissoftware eines neuen Gerätes, in die Hände der Nutzer gelangt:

  1. Das Android-Team veröffentlicht den Open-Source-Code für die neueste Version des System.
  2. Die Hersteller der SoCs, also jene Unternehmen, welche die Chips zum Antrieb der Android-Geräte produzieren, passen die neue Version spezifisch auf ihre Hardware an.
  3. Sie übergeben die modifizierte neue Version an die Gerätehersteller – jene Unternehmen, welche neue Android-Smartphones designen und produzieren.
  4. Die Gerätehersteller ändern die neue Version wiederum dementsprechend ab, wie sie für ihre Geräte benötigt wird. Beispielsweise gehören hierzu eigene Benutzeroberflächen wie HTC Sense, Samsung Touchwiz und vieles mehr.
  5. Gerätehersteller arbeiten wiederum mit Providern zusammen, um die neue Version zu testen und zu zertifizieren.
  6. Gerätehersteller und Carrier stellen die neue Version für die Nutzer bereit.

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Mit Project Treble, baut Google das Android-System grundlegen um, um den Herstellern die Aktualisierung auf eine neue Android Version einfacher, schneller und weniger kostspielig zu machen.

Das Vendor Interface

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Android wurde 2007 als kostenloses Open-Source-Mobile-Betriebssystem vorgestellt. Von Anfang an haben wurde Android dabei auf eine Vielzahl von Herstellern skaliert. Es war allen Beteiligten bewusst, dass die Konsistenz der API für Entwickler wichtig war, so dass man ein Kompatibilitätsprogramm für die Entwickler-API erstellt hat, welches durch das Compatibility Definition Document (CDD) und die zugehörige Compatibility Test Suite (CTS) spezifiziert ist und heute über eine Million Tests umfasst.

Das Ergebnis ist heute, dass App-Entwickler eine einzelne App schreiben können, die über über eine Milliarde unterschiedlicher Geräte und Android-Versionen hinweg läuft, die sich dazu noch auf verschiedene Hardwarekonfigurationen und Hersteller aufteilt.

Project Treble zielt darauf ab, das zu tun, was CTS für Apps bereits erreicht hat, nur eben für das Android OS Framework. Das Kernkonzept besteht darin, die Vendor Implementierung – d.h. die gerätespezifische, untergeordnete Software, die zum großen Teil von den Herstellern der SoCs geschrieben wurde – aus dem Android OS Framework heraus zu trennen.

Dies wird durch die Einführung einer neuen Anbieterschnittstelle zwischen dem Android OS Framework und der Vendor Implementierung erreicht. Die neue Vendor-Schnittstelle wird von einer Vendor Test Suite (VTS) analog zum CTS validiert, um die Kompatibilität der Lieferantenimplementierung sicherzustellen.

Vorteile des Project Treble

Heute, ohne formalisierte, standardisierte Vendor-Schnittstelle, gibt es eine Menge Code über das gesamte Android OS hinweg verteilt, der ebenfalls aktualisiert werden muss, wenn ein Gerät ein Upgrade auf eine neuere Version von Android erhalten soll:

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Mit einer standardisierten Vendor-Schnittstelle, die Zugriff auf die hardware-spezifischen Teile von Android bietet, können sich Gerätehersteller dafür entscheiden, ein neues Android-Release an die Verbraucher auszuliefern, indem sie lediglich das Android OS Framework ohne zusätzliche Arbeit der Herstellern der SoCs verwenden:

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In der Tat, ist die neue Project Treble-Architektur sogar schon in der Entwickler-Vorschau von Android Oreo auf einigen Pixel-Smartphones enthalten.

Zusätzlich zu den architektonischen Änderungen arbeitet Google mit seinen SoC- und Gerätepartnern zusammen, um ihre Codeänderungen, wie z. B. die Features für ein Carrier-Netzwerk in einem bestimmten Land, zu übernehmen und sie in die Codebase des gemeinsamen Android Open Source Project (AOSP) zu verlagern. Zum Beispiel haben Sony und Qualcomm Dutzende Features und hunderte Bugfixes zu Android Oreo beigetragen, so dass sie diese nicht mehr mit jedem neuen Release von Android patchen und/oder überarbeiten müssen.

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