Raspberry How-To – Raspberry Pi 3 als MediaServer konfigurieren

Bevor man eine Raspberry Pi 3 als MediaServer oder MediaCenter verwenden kann, steht die Einrichtung des Pi 3, dessen Soundkarte und der MediaServer/MediaCenter-Software auf dem Programm. Eben darum soll es in diesem Artikel also gehen. Ich habe hier versucht, Euch so präzise wie eben möglich meine Schritte zu erläutern, damit Ihr keine Probleme bekommt, falls Ihr selber einen Raspberry als MediaServer oder MediaCenter nutzen wollt.

Zu allererst hieß es, die Suchmaschine zu befragen, um Beispiele und Anleitungen zu finden, so dass man die benötigte Hardware nach seinen persönlichen Vorstellungen zusammenstellen konnte. Die gesamte, sich aus der Suche ergebende, Technik wurde – einmal vollständig – bei Amazon.de bestellt. Um Euch den Nachbau zu erleichtern, gebe ich Euch diese hier – wie bereits bei meinem Projekt zum Bau einer iClock/iLamp – selbstverständlich mit an:

  1. Vilros Raspberry Pi 3 Complete Starter Kit (inkl. mikro-USB Stromkabel, SandDisk 16GB microSD Card, Kühlkörpern, Gehäuse und HDMI Kabel) – 69 €
  2. SainSmart HIFI DAC Audio Sound Card Module I2S – 24,99 €

Raspberry Pi 3 – der Zusammenbau

Bevor wir uns mit der Einrichtung des Respberry Pi 3 befassen gilt es, diesen zusammenzubauen. D.h. im Detail, dass wir die bestellte Soundkarte auf unseren Pi 3 aufstecken, und diesen dann in die Bodenplatte des mitgelieferten Raspberry-Gehäuses einsetzen. Es wird nicht möglich sein, den Deckel des Gehäuses aufzusetzen, da der Pi 3 inklusive der Soundkarte hierzu leider zu hoch sein wird. Da er in meinem Falle später ein großes Gehäuse in Form des alten Röhrenradio erhalten wird, macht dies hier nicht viel aus. Solltet Ihr ihn in einem kleinen Raspberry Gehäuse unterbringen wollen, werdet Ihr aber auf Amazon.de schnell fündig, und könnt Euch dort einfach ein höhenverstellbares Raspberry-Gehäuse bestellen.

IMAG0135

Ich habe dabei die Abstandshalter aus einem – zusätzlich bestellten – höheren Raspberry-Gehäuse dazu genutzt, dass die Soundkarte sauber auf dem Pi 3 aufsitzt, und nicht wegzubrechen droht. Oben seht Ihr das Ergebnis, wie es nach dem Einbau in den Korpus aussieht.

openELEC-Image auf der SD-Karte installieren

Ladet Euch zunächst das aktuellste Abbild von der openELEC -Website herunter. Die Anleitung für eine weitere Installationsvariante findet Ihr auf dieser Webseite. Entpackt das Archiv beispielsweise mit 7zip auf Eure Festplatte. Für die Installation unter Windows entpackt Ihr auch die enthaltene Datei „OpenELEC-RPi.arm- 3.2.4.img.zip“. Die TAR-Datei dient der Installation unter Linux. Als nächstes benötigt Ihr das Tool Win 32 Disk Imager, also ladet Euch dieses entsprechend herunter.

Steckt die SD-Karte in den Kartenleser Eures PCs, wobei die Karte für eine openELEC Installation über eine Kapazität von mindestens 1GB verfügen sollte. Kein Problem, da bei dem oben verlinkten Starter-Kit eine 16GB microSD Karte enthalten ist.

Startet den Win 32 Disk Imager und wählt auf der rechten Seite des Fensters den Laufwerksbuchstaben der SD-Karte aus. Prüft diese Angabe genau, denn das Tool zeigt beispielsweise auch USB-Festplatten an. Wenn das falsche Laufwerk ausgewählt wird, gehen alle Daten darauf verloren! Über die Schaltfläche neben dem Feld unter „Image File“ wählt Ihr die zuvor entpackte Datei „OpenELEC-RPi.arm- 3.2.4.img“ aus. Klickt dann auf die Schaltfläche „Write“, und bestätigt den Befehl mit „Yes“. Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, könnt Ihr den Win 32 Disk Imager über die Schaltfläche „Exit“ schließen.

Hinweis: Sollten bei der Verwendung des Win 32 Disk Imager Probleme auftreten, formatiert die SD-Karte vorher über das Tool SD Formatter . Stellt dabei über „Option“ den Parameter „Format Size Adjustment“ auf „On“.

Werft die microSD Karte nun per Rechtsklick im Windows Explorer, und die Option sicheres Entfernen aus, und nehmt sie aus dem Kartenleser.

openELEC starten und konfigurieren

Da wir das Image des Systems, also dessen Abbild jetzt auf der microSD Karte haben, können wir diese an unserem Raspberry Pi3 einrichten. Steckt dazu die SD-Karte nun in den Raspberry Pi, und schließt das Netzteil an. Für die Einrichtung benötigt Ihr zudem wenigstens eine Tastatur und einen HDMI-Monitor. Besser noch eine kabelgebundene Maus. Beim ersten Start des Systems erscheint automatisch ein Assistent, in dem die Sprache für die Benutzeroberfläche ausgewählt werden kann.

Der zweite Schritt ist, den Rechner zu taufen. Dies ist für spätere Netzwerkzugriffe notwendig. Ich habe hier DominanteVEB gewählt, da es sich bei dem Röhrenradio um das Modell Dominante der VEB handelt. Notiert Euch an dieser Stelle auch unbedingt die während dem initialen Setup angezeigte IP-Adresse des openELEC Server, da wir diese weiter unten noch benötigen werden. Wenn Ihr den Pi 3, mit on-Board WLAN verwendet, sucht das System im nächsten Schritt nach verfügbaren WLANs, und Ihr könnt Ihn mit eben Eurem WLAN verbinden. Weiterhin könnt Ihr im Laufe des Einrichtungsassistenten bestimmen, welche Fernzugriffe erlaubt sind. Hier stehen SSH und Samba zur Auswahl, die Ihr beide aktivieren solltet.

Soll der Raspberry Pi später auch „headless“, also als reine Musikstation ohne Bildschirm laufen, ist SSH für die Remote-Administration empfehlenswert. Wir werden zumindest den SSH Zugriff weiter unten noch benötigen. Die Einstellungen könnt Ihr später immer noch einmal ändern. Ihr findet diese auf der KODI-Oberfläche ganz rechts im Menü „System“ mit dem Untermenü „openELEC“. Hier ändert Ihr auch die Tastatureinstellung, die trotz zuvor gewählter Sprache „Deutsch“ noch immer auf „us“ gesetzt ist.

openELEC über den Webbrowser fernsteuern

Für die Fernsteuerung von openELEC beziehungsweise dem darauf laufenden KODI gibt es wiederum gleich mehrere Möglichkeiten. Unter anderem ist ein Webinterface in KODI integriert und standardmäßig installiert, das auf den Namen Chorus 2 hört. Es bietet allerdings nicht alle Funktionen, die Ihr per Direktzugriff erreichen könnt. Wollt Ihr es dennoch nutzen, was ich Euch sehr ans Herz lege, muss über „System > Einstellungen > Dienste > Webserver“ die Option „Steuerung über HTTP zulassen“ aktiviert werden. Wollt Ihr auch Android als Fernbedienung einsetzen, muss in den „Einstellungen“ außerdem unter „Dienste > Fernsteuerung“ die Option „Steuerung über entfernte Programme zulassen“ aktiviert werden. Ich empfehle Euch sehr, auch dieses zu machen.

Ihr könnt nun durch Eingabe der weiter oben bereits notierten ipAdresse:8080 in Eurem Browser am PC, zu jeder Zeit die Weboberfläche des openELEC KODI Player aufrufen.

openELEC Soundkarte einrichten

Bis hier hin ist alles gut. Die Soundausgabe erfolgt jedoch aktuell noch ausschließlich über den HDMI-Port. Das wollen wir nun ändern, da wir die Soundkarte schlussendlich für die Ausgabe über die bestellte Soundkarte realisieren wollen. Dazu müsst Ihr Euch als allererstes den PuTTY SSH-Client für Windows herunterladen und auf Eurem PC installieren. Ist dies abgeschlossen, loggen wir uns per SSH auf unserem Raspberry Pi 3 ein. Dazu öffnen wir PuTTY, geben in das Feld „Host Name“ die oben notierte „ipAdresse“ ein, und bestätigen per Klick auf „Open“.

PuTTY

Es erscheint eine Art Eingabeaufforderung, in der wir die folgenden Anmeldedaten verwenden, welche standardmäßig in openELEC hinterlegt sind:

Login: root
Password: openelec

Schreibzugriff auf die /flash-Partition erlauben

Seid Ihr über den SSH-Client eingeloggt, müsst Ihr die Partition, die als /flash eingehängt ist beschreibbar machen. Dies macht Ihr, indem Ihr in der Eingabeaufforderung den folgenden Befehl eingebt:

mount -o remount,rw /flash

Die config.txt anpassen

Um die Soundkarte nutzen zu können, muss diese in der Textdatei /flash/config.txt eingetragen werden. Dies macht man mit Hilfe des Texteditor nano. Öffnet die genannte Textdatei indem Ihr den folgenden Befehl eingebt:

nano /flash/config.txt

und fügt die folgende Zeile für einen DAC+ standard/pro hinzu:

dtoverlay=hifiberry-dacplus
dtdebug=1

Solltet Ihr eine andere Soundkarte bestellt haben, kann es sich auch um eine der folgenden beiden Zeilen handeln, die ich an dieser Stelle zur Sicherheit mit angeben will:

DAC/DAC+ Light

dtoverlay=hifiberry-dac
dtdebug=1

Digi/Digi+

dtoverlay=hifiberry-digi
dtdebug=1

Amp/Amp+

dtoverlay=hifiberry-amp
dtdebug=1

Speichert im Anschluss die Änderungen an der config.txt, indem Ihr Ctrl + O drückt und den Texteditor anschließend durch die Tastenkombination Ctrl + X schließt. Es ist jetzt notwendig, den Raspberry Pi 3 noch einmal zu rebooten, indem man das Stromkabel aus- und wieder einsteckt, oder aber in der – noch immer geöffneten – Eingabeaufforderung den Befehl reboot eingibt und mit Enter bestätigt.

Habt Ihr den Reboot durchgeführt, navigiert Ihr direkt auf dem Raspberry Pi 3 – der noch an einen Monitor, Tastatur und Maus angeschlossen ist – in des Menü „Einstellungen > System“. Dort ändert Ihr die Einstellungen im Bereich „Audio Output > Audio Output Device“ auf „ALAS: Default (snd_rpi_hifiberry_dac Analog)“.

raspbmc6.png

Android-Apps für openELEC

Open Elec beziehungsweise KODI lassen sich auch mit Hilfe diverser Android-Apps fernsteuern. In Sachen Fernbedienung ist die offizielle KODI Remote ganz brauchbar. Eine praktische Alternative zur KODI Remote ist die App Yatse. Vielerorts wird dieses Programm besser bewertet. Die Konfiguration läuft dabei vollkommen äquivalent zur KODI Remote ab. Allerdings bietet Yatse unter anderem eine Offline-Bibliothek an. Weiterhin könnt Ihr mit Yatse Medien via UPnP zum KODI senden und so über den KODI streamen. Für diese Funktionen müsst Ihr allerdings den Yatse Unlocker auf Google Play kaufen, der mit 3,49 Euro zu Buche schlägt. Sollte sich das Raspberry Pi in einem anderen Raum befinden, könnt Ihr so auch Euer Android-Gerät als Player verwenden. Somit ist eine doppelte Verwaltung der Musiksammlung nicht mehr notwendig.

Das war’s an dieser Stelle auch schon wieder. Jetzt könnt Ihr Euren Raspberry Pi 3, ganz nach belieben, als MediaServer oder MediaCenter verwenden. Viel Spaß beim nachmachen und bis zun nächsten Mal!

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