Android Go-Edition – Leichtgewicht für (nahezu) alle Geräte!?

Nach der kurzen Einführung auf der Google I/O Anfang 2017 des vergangenen Jahres hat Google im Dezember nun offiziell Android Go, das neue Softwareprojekt des Unternehmens, welches speziell für die Erschließung von neuen Märkten entwickelt wurde, auf den Markt gebracht. Google hat Android Go, oder Android Oreo (Go-Edition), wie es auch genannt wird, für OEMs geöffnet, die damit im Dezember mit der Entwicklung auf der, und für die Plattform beginnen konnten. Gleichzeitig wurde ein neuer Abschnitt auf der Android-Website für das System gestartet.

Auch ich hatte inzwischen die Zeit mich mit diesem spannenden Thema näher zu befassen und alle Informationen zusammenzufassen, um sie an dieser Stelle in einen Beitrag zu gießen.

Was ist Android Go?

Im Wesentlichen handelt es sich bei Android Go um eine abgespeckte light Version von Android Oreo, die aus insgesamt drei optimierten Bereichen besteht: dem Betriebssystem, dem Google Play Store und den Google Apps. Nahezu alle Google Apps wurden dabei für die Android Oreo (Go-Edition) überarbeitet, um besser auf weniger bzw. älterer Hardware zu laufen.

OS – Das Betriebssystem

Das Betriebssystem selbst basiert, wie bereits angedeutet auf Android Oreo, ist aber auf Smartphones mit 1GB RAM oder weniger ausgelegt. Es soll nun lediglich etwa die Hälfte des internen Speicherplatzes, im Vergleich zu Android Nougat, einnehmen und somit auch Smartphones mit geringem Speicherplatz den Freiraum geben, mehr Medien und Apps Out-of-the-Box heraus aufnehmen zu können.

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Außerdem sollen Geräte, die mit der Android Oreo (Go-Edition) betrieben werden, Apps um 15 Prozent schneller öffnen als bisherige Android-Software (obschon dies nach Google Angaben auch bei der regulären Version von Android Oreo bereits der Fall ist). Zudem hat Google hier standardmäßig die Funktion „Data Saver“ aktiviert, die den Nutzern hilft, weniger mobile Daten mit dem System zu konsumieren.

G-Suite – Die Google Apps

Wie beim Betriebssystem hat man zusätzlich die Google Apps so entwickelt, dass sie den Speicher des Geräts weniger belasten. Das Unternehmen hat hierzu in einem ersten Schritt seine G-Suite-Applikationen neu gestaltet, um auf Low-End-Hardware eine bessere Performance zu erzielen. Diese vorinstallierten Apps sollen insgesamt bis zu 50% weniger Speicherplatz benötigen als die regulären Versionen und beinhalten unter Anderem YouTube Go, Google Maps Go und Gmail Go. Auch der Google Assistant wird künftig in der Lage sein, auf Smartphones mit 1GB RAM oder weniger erstmalig als Google Assistant Go ausgeführt zu werden.

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Weiterhin hat Google inzwischen auch einige neue Apps speziell für Android Go geschrieben und eingeführt, zu denen etwa Google Go und Files Go zählen. Google Go ist eine überarbeitete Version der Google Lite App, die es, so Google

„einfach macht, populäre Abfragen, Top-Websites und -Anwendungen, Trendbilder und Gifs mit rasanter Geschwindigkeit und minimalem Tippaufwand zu finden“,

während Files Go eine Anwendung Zug Dateiverwaltung ist, die es weiter vereinfachen soll, zusätzlichen Speicherplatz freizugeben.

 

Indem sie die Entwicklungsrichtlinien von Google Building for Billions nutzen, sollten andere Entwickler in der Lage sein, auch in Zukunft Apps zu produzieren, die für Android Go optimiert sind.

Play Services – Der Play Store

Das Erstellen eines neuen Betriebssystems und eines vorinstallierten App-Pakets ist zwar ein großartiger Start für Android Go, aber was passiert, wenn dessen Nutzer anfangen, das Gerät in der realen Welt zu benutzen? Um den Ihnen zu helfen, ihr leichtgewichtiges System, mit dem sie sich auf den Weg gemacht haben, aufrechtzuerhalten, haben Android Go-Geräte Zugang zu einer exklusiven Version des Play Stores.

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So beherbergt Dter Android Oreo (Go Edition) Play Store zwar nach wie vor alle Inhalte des regulären Play Store, jedoch ist die Storefront für Geräte mit geringem Speicherangebot besser geeignet. Google wird hier zusätzlich einen Abschnitt haben, der Apps speziell für Android Go-Geräte empfiehlt und die Nutzer in Richtung der Apps weist, die für sie von größtem Nutzen sein werden.

Was sind die Nachteile von Android Go?

Bisher habe ich nur über die Vorteile von Android Go geschrieben, aber wenn alles nur rosig wäre, hätten wir logischerweise keine Notwendigkeit mehr für die – nach wie vor parallel betriebene – reguläre Version von Android Oreo. Es wird einige praktische Zeit mit der Software in Anspruch nehmen, um diese vollständig zu erfassen. Google wird ganz offensichtlich nicht gleich alle Kompromisse, die Android Go bei der Einführung eingehen muss offenlegen, aber man könnte davon ausgehen, dass die Entwicklung schlanker und schnellerer Apps auch zu Lasten der Funktionalität gehen wird.

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Als Beispiel ist hier eine Liste von Vorbehalten, die mit dem „Data Saver“ von Chrome einhergehen:

  1. Der Data Saver funktioniert nicht, wenn Sie sich auf sicheren Seiten befinden (Adressen, die mit https:// beginnen).
  2. Der Data Saver funktioniert nicht im Incognito-Modus.
  3. Einige Websites könnten hierdurch Probleme haben, Ihren Standort zu finden.
  4. Einige Bilder können unscharf dargestellt werden
  5. Websites, die auf bestimmte Gruppen beschränkt sind, wie z.B. die internen Websites Ihres Unternehmens, werden möglicherweise nicht geladen.
  6. Möglicherweise können Sie sich nicht auf der Website Ihres Mobilfunkanbieters anmelden.
  7. Änderungen, die Sie an Ihrer /etc/hosts-Datei vorgenommen haben, werden nicht funktionieren.

Wenn man dies als repräsentativ für die Arten von Einschränkungen annimmt, die wir in anderen Bereichen der Android Go-Oberfläche sehen werden, dann können sich einige signifikante Abweichungen von der regulären Funktionalität der Android Oreo-Software ergeben.

Wann wird Android Go veröffentlicht?

Android Go ist ab sofort für alle OEMs verfügbar und es ist zu erwarten, dass die erste Reihe von Geräten, auf denen die Software läuft, in den kommenden Monaten erscheinen wird.

Wo wird Android Go erhältlich sein?

Jeder OEM wird die Möglichkeit haben, ein Gerät mit Android Go zu bauen, aber es ist klar, dass der Fokus – zumindest in der Anfangszeit – wohl eher auf den Schwellenländern liegt. In seinem Android Go Ankündigungspost stellte Google bereits heraus, dass Android mehr Nutzer in Indien als in den USA hat – das legt bei mir die Vermutung nah, wo die ersten Geräte landen dürften.

Für welche Geräte wird Android Go verfügbar sein?

Wie bereits zum Release-Zeitrahmen, kann ich auch hier noch keine wirklich erschöpfende Aussage treffen, oder gar evaluieren, auf welchen Smartphones Android Go läuft. Jedes Einsteiger-Smartphone könnte jedoch von dem System profitieren, so dass es für viele Hersteller von Interesse sein wird.

Damit erschöpft sich auch schon das, was ich Euch im Moment über Android Go berichten kann. In der Zwischenzeit stellt sich mir die Frage: was haltet Ihr von Android Go? Wird es einen weiteren großen Schub für Android in Schwellenländern erlauben, oder wird es dasselbe Schicksal erleiden wie das Android One Programm?

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