Kommentar – Android Messages ist Googles beste Chance, mit iMessage zu konkurrieren!

Nach einem jahrelangem Ausprobieren sind nun alle Bausteine vorhanden, um Android Messages zu einer legitimen Alternative zu iMessage werden zu lassen. Zu sagen, dass Google Schwierigkeiten hatte, einen Messaging-Service zu erstellen und zu unterhalten, um wirklich mit iMessage zu konkurrieren, wäre dabei allerdings die Untertreibung des Jahrhunderts. Wir haben unzählige Versuche in Form von Hangouts, Allo, Duo, Android Messages und anderen gesehen, die versucht haben, dieselbe Nutzererfahrung zu erschaffen, die so viele Menschen in Apples Ökosystem anzieht und hält. Viele gute Ideen wurden dabei bereits auf den Tisch gebracht, aber Google hat diese Ideen bisher noch nicht unter einem Dach vereint, um die Dinge für den Endbenutzer auch wirklich einfacher zu machen.

Zum Glück sieht es aber nach zähem Ringen inzwischen so aus, als ob sich das bald ändern wird. Ein neuerliches Teardown einer kommenden Version von Android Messages gibt uns einen Blick in jene Dinge, die Google für eine zukünftige Veröffentlichung geplant hat, und wenn all das so herauskommt, wie es den Anschein hat, dann haben wir vielleicht bald DEN iMessage-Konkurrenten auf Android zur Verfügung, auf den wir so viele Jahre gewartet haben.

Ich weiß, dass wir in der Vergangenheit von Google enttäuscht wurden, aber gerade das ist scheinbar genau der Grund, warum es Googles beste Chance ist, mit Android Messages alles zu unternehmen, um endlich die Eine Messaging-Lösung zu liefern, die die Leute haben wollen und folglich auch nutzen werden.

Dinge, die Android Messages bereits richtig macht

Eure Freunde und Familienmitglieder darum Bitten, eine App herunterzuladen, nur damit Ihr mit ihnen schreiben könnt, ist etwas, das niemand gerne haben – oder tuen – möchte. Aber Android Messages ist anders. Diese App gibt es schon seit einiger Zeit im PlayStore, und selbst wenn du sie herunterlädst, um beispielsweise die Standard-SMS-App auf einem Telefon wie dem Galaxy S8 zu ersetzen, sind all Deine bestehenden Gespräche immer noch da.

Wichtiger noch, einige Hersteller entscheiden sich bereits heute dafür, Android Messages als Standard-SMS-App für ihre Smartphones zu verwenden. Motorola, Nokia, Huawei, Sony, ZTE und die Pixel-Handys (offensichtlich) tun dies bereits. Zudem versucht Google ständig, mehr OEMs von der Verwendung zu überzeugen, und so diesem Beispiel zu folgen. Die Kombination aus eben Diesem und Android Messages Nutzung der SMS-Engine, macht es weitaus zugänglicher als alles, was Google in der Vergangenheit entwickelt hat. Und während SMS als Plattform seine Grenzen hat, scheint Google einen Workaround hierfür gefunden zu haben (mehr dazu später).

Zusammen mit Eurem grundlegenden Text und Emoji-Messaging, kann Android Messages bereits eine ganze Menge tun. Die App ist zwar noch nicht so vollwertig wie WhatsApp oder der Facebook Messenger, aber Ihr könnt sie verwenden, um eine Vielzahl von animierten Stickern, Fotos, Sprachnachrichten, Euren aktuellen Standort und sogar Geld über Google Wallet (demnächst GooglePay) zu versenden. Auch dies alles geschieht dabei via SMS.

Wenn Ihr auf Project Fi seid, könnt Ihr Android Messages sogar verwenden, um Smart Replies zu versenden – automatisch generierte Antworten, die auf der Grundlage des Kontextes Eurer Konversationen ausgefüllt werden. Dies ist etwas, das Google erstmals mit Allo eingeführt hat, und es ist ein weiterer Schritt, um Standard-SMS-Gespräche in funktionsreichere zu verwandeln, auf die Nutzer Out-of-the-Box zugreifen können.

Was Google in der Pipeline hat

In seiner jetzigen Form ist Android Messages eine leistungsstarke SMS-App mit einigen lustigen und zeils bereits sehr nützlichen Zusatzfunktionen, einem klaren Design und einer benutzerfreundlichen Oberfläche. Die Version 2.9 der App wurde vor kurzem im PlayStore veröffentlicht, und obwohl sie noch nicht viele Änderungen mit sich bringt, zeigen diverse Code-Strings innerhalb des Updates, dass Google noch eine Menge aufregender Dinge in Arbeit hat. Hier ist eine Aufstellung dessen, was wir in naher Zukunft erwarten können:

  • Web-Client für Desktop-Textnachrichten – Android Messages ist eine großartige App, aber in der aktuellen Form könnt Ihr nur über das Smartphone selbst auf Eure Gespräche zugreifen. In v2.9 zeigen Code-Schnipsel, dass Google einen webbasierten Client vorbereitet, damit Ihr Nachrichten auch direkt an Eurem Computer senden und empfangen können. Ihr ruft hierzu eine URL auf Eurem Desktop/Laptop auf, scannt einen QR-Code mit der Kamera des Smartphones, und das ist auch schon alles – und wie es heute bereits bei WhatsApp möglich ist.

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  • SMS-Versand über Wi-Fi – Eine der besten Funktionen von iMessage ist die Möglichkeit, Texte nahtlos sowohl über den drahtlos Dienst als auch über Wi-Fi-Netzwerke zu senden und zu empfangen. Dies ist ein weiteres Feature, das Google übernehmen möchte, und sicher stellt, dass Ihr mit all Euren Kontakten vernetzt bleiben können, egal was passiert.
  • Höhere Qualität der Fotos – Bilder können über Android Messages bereits versendet werden. Jedoch führt die Komprimierung im Moment noch zu einem pixeligen Durcheinander, da sie hauptsächlich den alten MMS-Standard verwenden. In naher Zukunft wird Google dies abändern, so dass Ihr auch hochauflösende Fotos verschicken könnt, die nicht wie Müll aussehen.
  • Indikatoren für lesen und tippen – Die meisten Messaging-Anwendungen ermöglichen es Euch, zu sehen, wann jemand schreibt und wann eine Nachricht gelesen wurde. Es ist eines der Dinge, über die man nicht wirklich nachdenkt, aber es ist ein Kernfeature, das wir inzwischen kennen und Anfang 2018 auch in Google Messages erwarten.

Wie Google es diesmal zum Laufen bringen kann

Obwohl es einfach ist, sich all diese Funktionen anzusehen und sich dafür zu begeistern, verstehe ich auch, dass dies ein Ort ist, an dem wir schon einmal waren. Ob es sich nun um Hangouts, Allo oder etwas anderes handelte, hat Google mehrfach versucht, überzeugende Messaging-Dienste zu entwickeln, die nie wirklich den Weg beschritten, den man für sie erhofft hatte. Aber ich glaube ehrlich gesagt, dass die Dinge diesmal anders sein werden:

Google macht keinen neuen Messaging-Service auf. Man nimmt vielmehr Textnachrichten entgegen und macht sie besser.

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Zunächst einmal fügt Google einfach neue Funktionen zu einer bereits existierenden App hinzu. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hat Android Messages bereits 100 Millionen Downloads aus dem Play Store. Zum Vergleich: Allo hat nur 10 Millionen. Das ist noch weit entfernt von WhatsApp und Facebook Messenger’s 1 Milliarde+ Installationen, aber es bedeutet, dass Google mit dieser App bereits über eine große Nutzerbasis verfügt. Wenn Google die Zeit und das Geld in Marketingkampagnen für Android Messages investiert, wie es bereits für Fotos und Duo der Fall war, kann man sicherlich im Handumdrehen mehr und mehr Nutzer hinzufügen.

Wie diese neuen Features umgesetzt werden, ist derzeit noch nicht klar. Die meisten Netzbetreiber, insbesondere in den Vereinigten Staaten, verwenden derzeit immer noch den älteren SMS-Standard für Textnachrichten, aber Android Messages ist bereits heute voll und ganz in der Lage RCS zu unterstützen. Kurz gesagt, ist RCS eine aktualisierte Version von SMS, die viele der oben genannten Funktionen ermöglicht. Damit Smartphones diese Vorteile nutzen können, benötigen Sie jedoch ebenfalls die Unterstützung der Netzbetreibern und Hersteller.

Im Code für v2.9 von Android Messages gibt es eine Zeile, die auf Benutzer verweist, welche auf RCS „upgraden“ können, um auf die kommenden Goodies zuzugreifen. Hat Google eventuell bereits einen Weg gefunden, die Notwendigkeit für Anpassungen seitens der Carrier und OEMs zu umgehen, und stattdessen als Mittelsmann zu agieren? Wenn ja, würde dies im Wesentlichen Android Messages von einer einfachen SMS-App in etwas weitaus mächtigeres verwandeln – einzig durch das Umlegen eines Schalters bei Google.

Meine Vermutung ist, dass Google auf seiner I/O-Entwicklerkonferenz im Mai diesen Jahres ausführlich darüber sprechen wird, woran sie in dieser Hinsicht arbeitet, und wenn alles so läuft, wie ich es mir erhoffe, haben wir vielleicht endlich genau die iMessage-Alternative, die wir verdienen.

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