Mobilfunk Grundlagen – Was ist eine eSIM, und warum ist sie so wichtig!?

Seitdem uns moderne Smartphones zur Verfügung stehen, und auch schon deutlich davor, beschäftigen wir uns immer wieder mit dem empfindlichen kleinen Stück Kunststoff in deren Inneren, dem sogenannten Subscriber Identification Module (kurz: SIM). Wenn Ihr ein neues Smartphone kauft, wird Euer Provider wahrscheinlich auch eine neue SIM dazu packen, oder Ihr packt Sie schlichtweg selbst von Eurem Alten, in das neue Gerät. Während diese physichen SIM-Karten aktuell noch einen enorm großen Teil des riesigen mobilen Marktes ausmachen, gibt es bereits heute eine neue Technologie, die noch wie ein Fremdkörper im System wirkt. Ihr werdet aber mit Sicherheit mehr über eben jene embedded SIMs (eSIM) hören, sobald deren Auftreten zunimmt. Aber was ist der Unterschied zu einer klassischen SIM?

Was ist der Unterschied zwischen SIM und eSIM?

Wenn Ihr Euer Smartphone mit Zugang zum Netzwerk Eures Providers mit euch führt, seht Ihr bei den meisten Geräten stets auch den Namen des Providers in der oberen linken Ecke. Dies, wie auch der genutzte Datenplan und Netzwerkfrequenzen, wir aktuell ausschließlich über die SIM-Karte im Inneren gesteuert, die das Smartphone auf Grundlage eines definierten Profils innerhalb des Netzwerkes identifiziert, und es dem entsprechenden Datenplan zuweist. Herkömmliche SIM-Karten können nur mit einem Profil verbunden werden und sind in der Regel nutzlos, wenn dieses Profil nicht mehr verwendet wird – zu dem auch Eure Rufnummer gehört.

Smartphones sind aber nicht die einzigen Geräte, die SIM-Karten verwenden, und wir kennen inzwischen eine Reihe an und Tablets, die diese Technologie ebenfalls seit Jahren nutzen – besonders im Unternehmenssektor. Lenovos ThinkPad-Produktreihe der Business-Laptops ist ein großartiges Beispiel hierfür. So verfügt auch mein dienstlich genutzter Lenovo ThinkPad X260 über einen SIM-Karten-Slot, sowie eine SIM-Karte mit Datentarif, für bequemes Arbeiten von unterwegs.

SIM-Karten gibt es in verschiedenen Größen. Sie haben sich, insbesondere im Zuge der Verschlankung der Smartphones und der Platzverknappung in deren Inneren, weiterentwickelt und sukzessive verkleinert. So exisiteiren heute drei Varianten nebeneinander, die Mini-SIM, die etwa die Größe einer SD-Karte hat, eine Micro-SIM, die etwas kleiner ist (15mm x 12mm), und schließlich die Nano-SIM (12,3mm x 8,8mm), als die aktuell kleinste von allen.

Eine eSIM ist nun jedoch gar keine austauschbare Karte mehr. Stattdessen ist sie ein Chip auf dem Motherboard des Geräts oder gar als ein Teil des SoC eingebettet. Die eSIM ist also keine physische Karte mehr, die eingesteckt, oder entfernt werden kann, sondern eingebettet – woher auch das „e“ in ihrem Namen kommt. Da eine eSIM nicht entfernt werden kann, wenn Ihr den Anbieter wechseln möchtet, wird stattdessen das sogenannte Remote-Provisioning verwendet. Anstatt in ein Geschäft zu gehen, oder online eine neue SIM-Karte zu erwerben und diese zu tauschen, wird die Umstellung im Falle einer eSIM komplett virtuell durchgeführt.

Zudem kann eine eSIM mehrere Profile verwenden und speichern. Wenn Ihr z.B. auf Reisen seid, müsst Ihr euch nich extra eine SIM-Karten des lokalen Provider besorgen, um etwa die verbleibenden Roaminggebühren zu sparen, und diese wiedrum wechseln, um so direkten Zugang zum Mobilfunkanbieter eines neuen Landes zu erhalten. Gleiches gilt für die Dual-SIM Nutzung in Deutschland, weil Ihr das Smartphone sowohl mit einer privaten, als auch einer dienstlichen SIM-Karte nutzen wollt.

Ihr müsst Euch auch keine Sorgen mehr darum machen, ob die alt SIM wohl noch in das neue Smartphone passt, bzw. eine Micro-SIM zuschenieden, damit sie in den Nano-SIM-Steckplatz Eures Smartphone passt – was nich wirklich Spaß macht. Die eSIM nimmt noch einmal bdeutend weniger Platz in einem Gerät ein, was bei Wearables noch wesentlich wichtiger ist, aber auch ein Faktor bei Smartphones, Tablets und Laptops wird, da diese noch immer stetig dünner werden.

Wie sieht die Zukunft von eSIM aus?

Die Apple Watch 3, das Google Pixel 2 und Microsoft Surface Pro LTE sind einige der ersten hochkarätige Geräte mit eSIM-Technologie, und die neuen Always Connected PCs der Microsoft-Partner ergänzen die derzeitige Liste.

Es ist klar, dass der Bedarf an einer eSIM wächst und ihre Flexibilität zweifellos für ein großes Publikum attraktiv ist. Wie Windows Central schrieb:

„Die Fähigkeit, einen PC oder 2-in-1 überall auf der Welt mitzunehmen, wo immer man ist und immer noch mehrere Möglichkeiten zu haben, ins Internet zu gelangen, wird für Unternehmen, die moderne nomadische Belegschaft, Entwickler, Selbständige und sogar normale Verbraucher entscheidend sein“.

Dennoch muss es zunächst einemal heißen, dass die eSIM noch wesentlich stärker von mehr Mobilfunkbetreibern und Geräteherstellern akzeptiert, bedient und genutzt wird. Zum Beispiel ist die eSIM im Surface Pro LTE derzeit inaktiv, und es gibt noch einen traditionellen SIM-Slot – aber das wird sich bald ändern. Es wird erwartet, dass Microsoft damit beginnt, Datenpakete zu verkaufen, anstatt vollständige Tarife zu erstellen, so dass jeder mit einem eSIM-Gerät hier und da ein paar Gigabyte kaufen und nutzen kann, wenn es nötig ist. Auch die eSIM des Pixel 2 wird aktuell ausschließlich nur für Project Fi von Google verwendet, was ihre weltweite Nutzung einschränkt.

Mit der eSIM des Pixel 2 ist es kinderleicht, den Carrier für Project Fi verfügbar zu machen, oder zu wechseln.

Da eSIM von der GSMA standardisiert wird und immer mehr Menschen von den Vorteilen begeistert sind, ist es schwer vorstellbar, dass wir es auch in Zukunft mit den traditionellen SIM-Karten aus Kunststoff zu tun haben werden. Wenn Ihr z.B. den Microsoft Store besucht und einen Datenplan aussuchen und auswählen könnt, genau wie beim Kauf einer App oder eines Films, wird es schwer sein, sich daran zu erinnern, wie anders es vorher doch war. Dies bedeutet auch mehr Wettbewerb und den Bedarf der Mobilfunkanbieter sich neue, besonders attraktive, Angebote für Ihre Kunden zu überlegen.

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