Huawei MediaPad M5 Pro Review – Der iPad Pro 10.5 Rivale 2018!

Ausführliches Review

Gestochen scharfes 2K-Display

Das Huawei MediaPad M5 (10.8) Pro kommt mit einem 10.8″ Display, und löst – wie übrigend auch das MediaPad M5 (10.8) und MediaPad M5 (8.4) – mit 2560 x 1600 Pixeln in satten 2K auf. Damit kommen die beiden 10.8″ Varianten des Tablet auf eine Pixeldichte von 280 ppi. Es ist also nicht nur gestochen scharf, und lässt im Alltagsbetrieb keinen einzelnen Pixel erkennen, sondern distanziert in Puncto Auflösung auch das iPad Pro 10.5″, welches mit 2224x 1668 Pixeln (264 ppi) ein wenig schlechter ist.

Huawei verspricht, das die integrierte ClariVu Technologie das Kontrastverhältnis bei Bildern zudem um bis zu 20 % verbessert, während ein Eye-Care-Modus schädliches blaues Licht ausfiltert und so für ein ermüdungsfreies Video- und Arbeitsvergnügen sorgt. Wie sich dies aber in der Realität darstellt, muss ein Langzeittest aber erst noch zeigen. Da sowohl iPad Pro, als auch MediaPad M5 mit einem LCD-Display daher kommen (welches Apple aufgrund der hohen ppi Werte als Retina-Display bezeichnet), liegt der Vorteil an dieser Stelle knapp beim Huawei MediaPad M5 Pro.

Performance und Speicherkapazität

Angetrieben wird die Pro-Variante des MediaPad M5 von einem HiSilicon Kirin 960 OctaCore Prozessor – dem High-End-Chip aus dem vergangenen Jahr. Der 64-bit Prozessor taktet bei der Pro Variante mit maximal 2,4 GHz bei den vier A73-Kernen und 1,8 GHz bei den vier A53-Kernen. Bei den beiden anderen Standard-Varianten des MediaPad M5 sind es hingegen 4 x 2,1 GHz und 4 x 1,5 GHz, da dort der Kirin 960S zum Einsatz kommt. Zur Seite steht ihm in allen Geräteversionen eine Mali G71 MP8 GPU @ 900MHz (Boost), um für eine entsprechend gute Grafik zu sorgen. Der Arbeitsspeicher ist mit 4GB RAM ebenfalls mehr als ausreichend, und der interne Speicher beträgt in der Pro Variante 64 GB.

Bei meinen initialen Benchmark Tests, die Ihr oben seht, komme ich auf sehr gute Werte. Sie bewegen sich – wie der Vergleich zeigt – in etwa auf der Ebene des Vorjahresflaggschiff von HTC, dem HTC U11, und entsprechen somit in der Tat den Werten eines High-End Tablet im Jahr 2018. Das verspricht definitiv lange und viel Spaß mit diesem wundervollen 10.8″ MediaPad.

Huawei Histen Sound von Harman Kardon

Der HUAWEI Histen 3D-Stereosound bietet ein faszinierendes virtuelles Surround-Sound-Erlebnis, für das Huawei wieder eng mit Harman Kardon zusammen gearbeitet hat. Dies schlägt sich in vier – in den Soundbars integrierten – Boxen nieder, die wieder einmal wirklich spitzenklasse in diesem Marktsegment sind. Insgesamt klingt das MediaPad diesmal bis zur vollen Lautstärke brilliant und der Bass kommt – auf einem Holztisch stehend – noch stärker zur Geltung. Über eine Lautstärke von 95% hinaus verliert der Bass jedoch abermals deutlich an Druck. Dennoch ist der Gesamteindruck für ein Tablet herausragend – und der Sound ist verdammt laut und klar!

Mate Pen 2 mit 4096 Druckstufen für handschriftliche Notizen

Der aktive Stylus, von Huawei Mate Pen (oder kurz: M-Pen) genannt, unterstützt in seiner zweiten Generation 4096 Druckstufen und kann, dank optimierter Huawei Apps, direkt eingesetzt werden. Meinen Druck gibt er präzise weiter und die Handschrifterkennung hat auch in anderen Apps ohne langes Training sofort reibungslos funktioniert. Im PlayStore finden sich, neben den vorinstallierten, noch diverse weitere Apps, die den Huawei Stylus anstandslos unterstützen – unter anderem LectureNotes, die ich selber produktiv einsetze. Leider ist der Stylus ebenfalls nur in der Pro Version enthalten und muss andernfalls für 69€ zugekauft werden. Wurde die erste Generation des M-Pen noch mit AAAA Batterien betrieben, kommt nun ein integrierter Akku zum Einsatz, der über einen USB-C-Port geladen wird. Der Port versteckt sich, wie auch die Status-LED unter dem Klipp des M-Pen.

Der M-Pen genießt aus meiner Sicht zwei nennenswerte Vorteile gegenüber dem Apple Pencil. Zu Allererst ist er wirklich aktiv, was sich in der Zahl der Druckstufen, und den zwei Funktionstasten begründet, und Zweitens ist er aus Metall anstelle des von Apple verwendeten Plastik, und fühlt sich so noch einmal wesentlich hochwertiger an. Die beiden Funktionstasten sind standardmäßig bereits mit Sonderfunktionen vorbelegt, wie etwa für die Erstellung eines Screenshot. Einmal aufgeladen soll der M-Pen laut Huawei ganze 21 Tage im Standby, oder 56 Stunden für Eingaben am Tablet halten. Das ist dann doch erstaunlich, bedenkt man dass der Apple Pencil lediglich auf 12 Stunden bei voller Aufladung kommt.

Kameras für Fotos und Videochat

Die am Rücken eingelassene Hauptkamera hat eine f/2.2 Blende und löst mit 13 Megapixeln auf. Videos zeichnet sie maximal in FHD mit 1080@30 fps auf, und Bilder schießt sie, trotz fehlendem LED-Blitz, auch unter etwas schlechteren Lichtbedingungen ordentlich. An die Kameras der aktuellen High-End Smartphones reicht sie wieder einmal nicht heran, was bei Tablets jedoch durchaus so üblich ist. Für die Videotelefonie per Skype oder ähnlichem steht Euch eine 8 Megapixel Kamera mit f/2.2 Blende mit Fixedfocus zur Verfügung, die Ihren Zweck erfüllt. So könnt Ihr auf der Couch, mit dem Tablet auf den Knien, gemütlich mit Euren Freunden skypen.

In diesem Punkt hat das MediaPad M5 zum ersten Mal, und um es vorweg zu nehmen einzigen Mal, das Nachsehen gegenüber dem iPad Pro, da letzteres seine beiden Kameras mit einem LED-Blitz (bei der Haupkamera), bzw. einem Retinablitz bei seiner Selfie-/Facetimekamera ausstattet. Bei Huawei verfügt keine der beiden Kameras über einen – wie auch immer gearteten – Blitz. Das war beim Huawei MediaPad M2 Pro noch deutlich besser, da hier zumindest die Hauptkamera über einen 2-Tone LED-Blitz verfügte.

Akku nur Standard, aber mit faustdicker Überraschung

Einzig der Akku erscheint mit 7500 mAh gerade inemal durchschnittlich für ein Tablet dieser Größe. Dennoch hält er erstaunlich lange durch. Mit einer vollen Akkuladung erreicht das Tablet eine Screen-On Time bei Videoplayback von bis zu 12,5 Stunden, bevor das MediaPad seinen Dienst quittiert. Dies ist vorrangig dem sparsamen Kirin Prozessor und der perfekt optimierte Software zu verdanken, so dass man festhalten kann, dass Huawei hier keinesfalls einen faulen Kompromiss eingegangen ist. Noch erstaulicher wird es, wenn man sich die direkten Konkurrenten, das iPad Pro 10.5 ansieht. Mit einer Akkukapazität von sage und schreibe 8100 mAh und kleinerem Display, kommt dies bei gleichen Testverhältnissen auf lediglich 8,5 Stunden Laufzeit. Ich hatte hier definitiv anderes erwartet, aber man ist bei Huawei offensichtlich immer für eine Überraschung gut.

Konnektivität und Android OS

In der LTE Variante surft Ihr unterwegs sehr zügig. Unterstützt werden alle gängigen LTE Bänder. Daheim könnt Ihr Euer WLAN wahlweise im 2,5 oder 5 GHz Bereich verwenden und surft mit dem aktuellsten 802.11a/b/g/n/ac Standard. Ausgeliefert wird das MediaPad mit Android 8.0.0 Oreo, dem die Huawei EMUI 8.0 übergestülpt wurde, was für einen iOS ähnlichen Flair sorgt. Damit ist das Huawei MediaPad M5 nicht nur das erste Tablet das mit dem aktuellen Android 8 Oreo auf den Markt kommt, sondern zudem auch das erste Tablet mit nativem Support für Google’s Project Treble, welches aufgrund seiner Technologie einen Long Term Support (kurz: LTS), und seamless Updates realisiert. Erste Custom ROMs die prinipiell lauffähig sind, stehen bereits durch XDA-Member phhusson zur Verfügung; fehlt lediglich eine Custom Recovery um diese auch flashen zu können.

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MediaPad M5 – Treble Check Result

Wirft man einen eingehenderen Blick auf die mitgelieferte EMUI, stellt man fest, dass diese eine Reihe an zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten für den Nutzer mitbringt. So kann man die Navigationsleiste auf Wunsch deaktivieren, und das Tablet vollständig per Gesten über den Fingerprint-Scanner steuern, um noch mehr Fläche des Display produktiv nutzen zu können. Auch lässt sich erstmals ein App-Drawer zuschalten, so dass Apps nicht mehr, wie bei EMUI eigentlich üblich, auf den Homescreens abgelegt werden, sondern wie bei herkömmlichen Android Launchern in einem separaten Bereich.

Man muss leider Gottes in Kauf nehmen, dass Huawei einmal mehr einige Werbe-Apps auf dem Tablet vorinstalliert hat, beispielsweise für Streaming-Dienste oder Buchungs-Websites. Auch einige Free2Play-Spiele sind vorinstalliert, wer also lieber ein sauberes Tablet – so wie ich es bevorzuge – haben möchte, muss erst einmal aufräumen. Beim Abspielen von HD-Inhalten diverser Streaming-Portale kommt es aktuell nur zu einer Wiedergabe in SD, da ab Werk lediglich Widevine DRM L3 unterstützt wird, und was einem Multimedia Tablet schlicht unwürdig ist. Huawei hat allerdings schon ein Update entwickelt, welches Widevine DRM L1 enthält, und diese unschöne Situation beseitigt. Dies rollt Huawei ab 20.04.2018 aus.

Arbeiten wie am Laptop, Dank Desktopmodus!

Neu – und in dieser Form einzigartig – ist der Desktopmodus des Huawei MediaPad M5. Wenn man das offizielle Huawei Keyboard-Cover besitzt und mit dem Tablet verbindet, fragt es automatisch per Pop-Up, ob man den Desktopmodus aktivieren möchte. In den Schnelleinstellungen kann man ihn aber, wenn man etwa eine andere Bluetooth-Tastatur und/oder Maus anschließt, auch selbst aktivieren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Rahmen meiner Vorbestellung war das Huawei Keyboard-Cover mit Tastatur und Touchpad glücklicherweise – wie bereits erwähnt – als Promotion im Rahmen der Veröffentlichung bereits enthalten, weshalb ich nahtlos mit der Nutzung des Desktopmodus beginnen kann. In der Regel kostet dies jedoch 129€, und muss separat angeschafft werden; ähnlich wie es mit dem Apple Smart Keyboard für das iPad der Fall ist. Naturgemäß kommt Letzteres mit 169€ etwas kostspieliger daher, als bei den Chinesen der Fall. Aber zurück zum Thema!

Im Desktopmodus sieht die Oberfläche wie eine Mischung aus Android, Linux Cinnamon und Windows XP aus. Letzteres allerdings nur wegen des angestaubten, daran erinnernden Wallpaper. Ähnlich wie bei Linux Mint Cinnamon gibt es im Desktopmodus eine Art Startmenü, es gibt eine Taskleiste und einen Benachrichtigungsbereich. Das sieht alles nach einem Betriebssystem mit Desktop aus, ist aber natürlich Android.

Einige Apps kann man in Fenstern öffnen, sie über- oder nebeneinander platzieren. Andere – wie Chrome – funktionieren nur im Vollbildmodus. Bei einigen, optimierten Apps lässt sich die Fenstergröße anpassen, bei anderen wiederum nicht. Chrome lässt sich – wie geschrieben – nur im Vollbildmodus öffnen, während Microsofts Edge auch in kleineren Fenstern läuft.

An sich ist der Desktopmodus eine sehr spannende Idee. Ich arbeite oft mit Tablets, auch mit Android-Tablets, und jede Produktivitätshilfe ist super. Er ist allerdings noch in einer Entwicklungsphase begriffen, und wird hoffentlich durch Updates weiter aufgewertet.

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5 Kommentare zu „Huawei MediaPad M5 Pro Review – Der iPad Pro 10.5 Rivale 2018!

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  1. Hallo, ich habe mir das Tablet grade bestellt bei mir ist es leider ohne Tastatur angekommen. Könnt ihr mir sagen wo man die bestellen kann? Ich kann leider nichts finden.

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      1. Hallo,

        Vielen Dank für die super schnelle Antwort… Es ging mir weniger um den Preis als viel mehr darum die Tastatur zu bekommen. Ich habe mir die jetzt gleich bestellt. Vielen Dank und schönen Abend noch, Stefan

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