Vergleich – Stock Android vs Android One vs Android Go

Wer mich kennt, weiß auch, dass ich von Zeit zu Zeit sehr gerne etwas genauer hinsehe, und Dinge miteinander vergleiche. Habe ich dies damals bereits mit Stock Android und CyanogenMod (heute: LineageOS) getan, will ich mich heute der Frage widmen was der Unterschied zwischen Android, Android One und Android Go ist?! Jedes ist eine Variante von Android, jedes System stammt von Google und alle drei haben ein paar Dinge gemeinsam. Aber es gibt einige große Unterschiede in der Art und Weise, wie Smartphone-Hersteller die Open-Source-Software nutzen, wie Sicherheitsupdates veröffentlicht werden, welche vorinstallierten Anwendungen enthalten sind und vieles mehr. Heute kann ich die Verwirrung hoffentlich ein Stück weit aufklären.

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Hinweis:

Aus Gründen der Übersichtlichkeit definiere ich Android als das, was Google auf seiner eigenen Hardware ausliefert.

Es gibt offensichtlich Unterschiede zwischen dem Android auf Nexus-Geräten und der auf Pixels, aber angesichts des Niedergangs des Nexus-Programms werde ich die Software der Pixels als Standard-Android bezeichnen.

Das tägliche Android-Erlebnis

Die Art und Weise, wie es für einen klassischen OEM wie Samsung, HTC, LG oder Huawei funktioniert, wäre, dass Google den Quellcode für Android veröffentlicht – Teil seines Android Open Source Project (AOSP) – und dann kann jeder diesen Code nehmen und ihn für ein Smartphone oder ein anderes Entwicklungsboard umbauen.

Darüber hinaus bietet Google Dienste wie den Google Play Store und Anwendungen wie YouTube und Google Maps, die aber nicht Teil des Android Open Source Projekts sind. Um ein „normales“ Android-Smartphone zu erhalten, müsst Ihr also lediglich den Google-Quellcode nehmen, aber Ihr müssen außerdem eine Zertifizierung erhalten, um auch die vorgenannten Apps nutzen zu dürfen, die als Google Mobile Services bekannt sind. Die meisten OEMs fügen ihre eigenen Variationen, Apps, was sie als Verbesserungen des Android-Betriebssystems auf ihren Smartphones ansehen, oder aber Skins hinzu, wie Samsung TouchWiz (inzwischen umbenannt zu Samsung Experience), HTC Sense oder Huawei EMUI. Nicht alle davon sind gut, aber die meisten sind im Laufe der Jahre kontinuierlich besser geworden.

Zusätzlich zu diesen bekannten Variationen von Android, die die meisten Leute -schlicht aufgrund der Verkaufszahlen der Hersteller – kennen und benutzen werden, gibt es drei Varianten eines „reinen“ Stock Android, wie es dessen offzieller Entwickler Google verwendet.

Stock Android

Historisch gesehen ist es das, was man auf Geräten der Nexus-Linie wie dem Nexus 5X und dem Nexus 6P bekommen hat. Während es einige Unterschiede in der Software zwischen den letzten Nexus-Geräten und den ersten Pixeln gab, werden ich jetzt, da die Nexus-Linie offiziell veraltet ist – mit Ausnahme von etwa sechs verbleibenden Monaten an Sicherheitspatches -, den Begriff Stock Android verwenden, um auf die Software zu verweisen, die Google gerade auf seinen aktuellsten eigenen Geräten ausliefert.

Diese Geräte erhalten ihr Android direkt von Google, so dass diese Smartphones, sobald es eine Änderung gibt, die Google ausliefern will, direkt und ohne Verzögerung eben jenes Update erhalten. Alle anderen müssen warten, das Smasumg, Huawei, LG, HTC und Co. stets noch eigene Anpassungen vornehmen wollen, bevor sie es ausliefern. Einzig Nokia und Motorola sind derart nah an Stock Android, dass es bei ihnen meist schneller geht. Natürlich gibt es eine steigende Nachfrage nach Android, da es bloatfrei ist, schnell aktualisiert wird und nichts an „Extras“ von einem OEM enthält, die es nur allzu häufig verlangsamen. Reine Android Versionen sind nichts für Jedermann und einige weniger technisch versierte Benutzer bevorzugen vielleicht eine Menge vorinstallierter Anwendungen, um sie nicht im Play Store suchen und herunterladen zu müssen, aber für Enthusiasten und mäßig fähige Benutzer hat Stock Android eine Menge zu bieten.

Android One

Als zweites ist da noch Android One, welches 2014 ursprünglich in Indien eingeführt wurde und auf Low-End-Smartphones abzielte. Im Laufe der Jahre ist Android One über seinen ursprünglichen Zweck hinaus gewachsen und hat viel höherwertige Smartphones als ursprünglich vorgesehen, hervorgebracht und angetrieben, wie etwa das Moto X4.

Für Geräte mit Android One bietet Google den Herstellern tatsächlich Software-Entwicklungsdienstleistungen an. Ist also ein Mobiltelefonhersteller vielleicht gut im Bau von Hardware, Marketing und hat Erfahrung im Einzelhandel, aber er ist nicht geeignet – oder aber erfahren – im bereich der Software-Entwicklung, bietet Google ihnen Android One an und verpflichtet sich gleichzeitig, Updates und Security-Patches für einen vereinbarten Zeitraum direkt an die Smartphones auszuliefern. Android One gibt Euch also ebenfalls ein reines Android-Erlebnis und die Begriffe sind manchmal austauschbar.

Während darüber öffentlich wenig gesagt wird, ist Android One wahrscheinlich ein kostenpflichtiger Dienst für die klassischen OEMs. Android ist natürlich Open Source, und das Android One Programm ist lediglich ein Service darüber hinaus, daher wäre es nur sinnvoll, dass Google OEMs wie Nokia, einem wichtigen strategischen Partner von Android One, eine Gebühr für die Abwicklung ihrer Software-Anforderungen berechnet. Wenn Google zusätzliche Kosten entstehen sollten, könnten sie allerdings auch dadurch ausgeglichen werden, dass Google selbst davon profitiert, mehr Nutzer auf Android zu erhalten, was wiederum mehr Besucher zur eigenen Suchmaschinen und den eigenen Apps bringt. Dies weiderum erlaubt es Google, mehr Anzeigen vor mehr Nutzern zu platzieren.

Android Go

Letztlich gibt es inzwischen noch eine dritte Variante, Android Go. Diese Variante von Android ersetzt das ursprüngliche Android One-Programm und ist speziell für Low-End-Geräte geeignet. Es ist eine sehr stark abgespeckte Version, so dass es nicht so viele vorinstallierte Apps mitbringt und absichtlich auf „lite“ oder „Go“-Versionen von Google Apps setzt, wie etwa Maps Go und GMail Go, die speziell für den reibungslosen Betrieb auf Low-End-Geräten gedacht, und angepasst worden, sind.

Der große Unterschied zwischen Android Go und Android One ist, dass Android Go nicht direkt von Google kommt – Google sendet es vielmehr an einen Hersteller wie Nokia, und dann veröffentlicht Nokia es auf einen sogenannten Go-Device. Dies bedeutet auch, dass Nokia Updates und Upgrades – im Vergleich zu Android One – selbst integrieren und veröffentlichen muss, wenn sie von Google gepusht werden, was eine natürliche Verzögerung innerhalb des Update-Prozess mit sich bringt, die es bei Stock Android oder Android One eben nicht gibt. Android Go wurde noch nicht von vielen in den entwickelten Ländern gesehen, aber das wird sich mit der Zeit sicherlich ändern, wenn es an Fahrt aufnimmt. Ebenso wie es sich inzwischen bei Android One geändert hat, steigt auch hier zu Lande die Nachfrage nach Low-End-Devices.

Stock Android vs Android One vs Android Go: Die Unterschiede auf dem Gerät

Es gibt – neben den Unterschieden unter der Haube – außerdem einige kosmetische Unterschiede zwischen den einzelnen Android-Versionen, bei Dingen wie Widgets, Hintergrundbildern und Farbgebung.

Kurioserweise kommen Android One-Geräte, wie etwas das Moto X4, mit den meisten vorinstallierten Apps, während das Pixel lediglich ein absolutes Minimum an vorinstallierten Apps mit sich bringt, und das Nokia 1 als Android Go-Edition die absolut wenigsten Apps vorinstalliert hat – obwohl bei den beiden letztgenannten Geräten selbstverständlich alle Apps über den Play Store heruntergeladen werden können. Es ist sicherlich auch erwähnenswert, dass einige Anwendungen identisch sind, während andere Anwendungen sehr unterschiedlich sein können, wie z.B. die Kamera-App, die von der für die Kamerasoftware verfügbaren Hardware abhängt.

Nachlese

Kurz gesagt, kommt Android direkt von Google für Googles Hardware wie die Pixel-Reihe. Google zeichnet sich zudem für die regelmäßige Bereitstellung von Updates und Upgrades verantwortlich. Android One kommt ebenfalls direkt von Google, zielt aber diesmal auf Nicht-Google-Hardware ab, und wird – wie auch Android – durch Google mit Updates und Patches versorgt. Android Go ersetzt Android One für absolute Low-End-Smartphones und bietet ein optimiertes Erlebnis für weniger leistungsstarke Geräte. Im Gegensatz zu den beiden anderen Varianten kommen die Updates und Sicherheitsfixes jedoch über den Umweg der OEM.

Haben Ihr schon ein Gerät mit Android One oder Android Go ausprobiert? Wie hat es Euch gefallen? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

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