App Vorstellung – Warum Telegram die bessere Messaging-App ist

Es ist nicht sofort klar, warum Telegram nach der Ausfallzeit von WhatsApp die Alternative der Wahl wurde. Benutzer könnten zu Kik, oder Facebook Messenger, oder LINE gewechselt haben – alle mit Hunderten von Millionen von Benutzern. Es scheint etwas anderes an Telegram zu sein, dass den Messenger derart beliebt gemacht hat.

„Wir waren das Nein (Anm. des Autors: zu WhatsApp).“,

sagt Markus Ra von Telegram. Telegram wurde von den bahnbrechenden Durov-Brüdern hinter Russlands größtem sozialen Netzwerk, VKontakte, entwickelt und ist ein Messaging-Dienst, der die Geschwindigkeit von WhatsApp mit der Flüchtigkeit von Snapchat und fortschrittlichsten neuen Sicherheitsmaßnahmen kombiniert.

Was ist Telgram, und wo kommt es her?

Was den Umstieg auf Telegram so leicht macht, ist die Tatsache, dass sich der Messenger in vielerlei Hinsicht geradezu wie ein verbesserter Klon von WhatsApp anfühlt. So gibt die üblichen Funktionen einer Messaging-App, einschließlich der Möglichkeit, den Online-Status eines Freundes zu sehen und Fotos, Videos, den Standort, Kontakte und Dokumente an die eigenen Nachrichten anzuhängen. Wo es aber an Originalität mangelt, gleicht Telegram dies durch Geschwindigkeit und Sicherheitsmerkmale aus.

„Telegramm ist das schnellste und sicherste Massenmarkt-Messaging-System der Welt“,

behauptet das Unternehmen, das es zum Teil dem Open-Source-Protokoll MTProto von Nikolai Durov zuschreibt. Telegram wurde tatsächlich in erster Linie als eine Testumgebung für MTProto konzipiert, und nicht als eben jene App die letztlich daraus wurde. Das Unternehmen ist sogar so überzeugt von der Sicherheit von MTProto, dass es jedem, der es knacken kann, 200.000 Dollar Belohnung bietet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen solche sogenannten Bug-Bounties anbieten, aber Bounties dieser Größe sind in der Regel nur für kritische Fehler in weit verbreiteten Anwendungen wie Windows reserviert.

Aber trotz der angeblichen Raffinesse der Telegram-App ist keine kryptographische Methode unfehlbar. Nichtsdestotrotz ist Telegram nicht nur wegen seiner strengen Sicherheitsstandards interessant, sondern auch, weil es jedem Entwickler erlaubt, einen eigenen Telegram-Client zu erstellen, und sogar Clients bietet, die Cloud-, oder aber für Desktop-Computer konzipiert sind. Die meisten neuen Messaging-Dienste, einschließlich WhatsApp, erstellen One-size-fits-all Messaging-Anwendungen und sperren Entwickler von Drittanbietern aus – so geschehen mit dem beliebten Derivat WhatsApp Plus. Man kann ihnen dafür nicht direkt eine Schuld geben, da es in der Tat sehr komplex ist, eine einheitliche Sprache und ein einheitliches Sicherheitsparadigma über Dutzende von Anwendungen hinweg aufrechtzuerhalten.

Auch das Verdienen von Geld mit solch einer Plattform nimmt mehr und mehr Einzug in die Gedanken der Betreiber, als es das schlichte Verdienen von Geld über eine einfache bezahlten Anwendung tut. Doch die VKontakte-Plattform der Durovs hatte derart großen Erfolg, dass sie sie die Entwickler dazu brachte alternative Versionen ihrer Website zu erstellen, wobei die Telegram-App als Non-Profit-Organisation arbeitet und keine Gebühren für ihre Dienstleistungen erhebt.

„Telegram soll keine Einnahmen bringen, es wird niemals Anzeigen verkaufen oder externe Investitionen akzeptieren. Es kann auch nicht verkauft werden“,

schreibt das Unternehmen in seiner FAQ. Sollte Telegram jemals das von den Brüdern Durov gelieferte Geld „ausgehen“, so das Unternehmen, wird es um Spenden von seinen Nutzern bitten. Die edlen Ziele des Telegrams spiegeln die Gefühle vieler Start-Up-Gründer wider, aber mit dem Durovs-Taschengeld in der Hand und der offenen API des Dienstes, die Drittanbietern zur Verfügung steht, könnte der Dienst tatsächlich eine Chance haben, seine Ziele zu erreichen. Telegramm ist jedoch kein CryptoCat für die Massen, da die Anwendung ausgerechnet Eure Telefonnummer als Identifikator verwendet – aber sie ist ein wichtiger Schritt, um eine hochverschlüsselte Messaging-Plattform zu finden, die für jedermann zugänglich ist.

Mit einem scheinbar noblen Ziel, kostenlosen Diensten und der Erfahrung der Entwickler von VKontakte scheint Telegram eine großartige Alternative zu jeder der führenden Messaging-Anwendungen zu sein. Nach den Akquisitions-News und Ausfallzeiten von WhatsApp schoß die App zur rechten Zeit in ungeahnte Höhen. Das Unternehmen hat alleine hierdurch mehrere Millionen neue Nutzer zur Umstellung angespornt, aber diese Nutzer zu halten, wird eine ständige Herausforderung sein.

„Die Wechselkosten für die Nutzer eines telefonnummern-basierten Messaging-Dienstes liegen bei oder nahe Null“,

argumentiert Albert Wenger in einem Blogbeitrag, aber das ist nur die halbe Miete, denn jedes Netzwerk ist nur so stark wie die Anzahl der Freunde, die es nutzen, und es ist keine leichte Aufgabe, alle Eure Freunde von einem Wechsel, und damit der Abkehr von WhatsApp zu überzeugen. Wenn Facebook geglaubt hätte, dass WhatsApp-Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt wechseln würden, hätte es wohl kaum derart leichtfertig 19 Milliarden Dollar für das Unternehmen gezahlt.

Facebook bezahlte für WhatsApp’s Benutzerbasis, aber auch für seine Marke – eine Marke, die jahrelang ein sehr wichtiges Problem gelöst hat: dass es ein Vermögen kostete, grenzüberschreitend zu texten. Vielleicht ist das nächste zu lösende Messaging-Problem die persönliche Sicherheit, wenn man die angeblichen kryptografischen Schwächen von WhatsApp und die Datenerfassungsrichtlinien der NSA berücksichtigt. WhatsApp wurde zum Synonym für Texting. Damit Telegram erfolgreich sein, muss es daher vielleicht zum Synonym für Sicherheit werden.

Wollt ihr wissen wie mächtig Telegram ist, und welche Funktionsvielfalt der Messenger bietet, solltet Ihr unbedingt auf der nächsten Seite weiterlesen.

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