WhatsApp – Werbung und Halbwahrheit bei Verschlüsselung!

Bereits seit Tagen macht eine Nachricht die Runde: Whatsapp wird sich künftig für Werbung öffnen. Das hat Facebooks Messenger-Chef David Marcus in einem Interview bestätigt. Diese Kehrtwende soll auch ein Grund für den Weggang von Whatsapp-Mitgründer Jan Koum sein. Ein weiterer Grund liegt wohl, so nimmt man an, in der Tatsache, dass Facebook Nachrichten, die man per WhatsApp verschickt, mitlesen kann. Zwar sei dies laut Mark Zuckerberg nicht möglich, ein Entwickler widerspricht der Aussage, die der CEO vor dem US-Kongress mache nun jedoch – und hat obendrein konkrete Beweise. Ich predige dies bereits seit langen: die Zeit von WhatsApp muss Enden! Zu gut sind die Alternativen am Markt, als dass man sich dies als Nutzer antun muss.

Werbung bei Facebookt – Das ewige Lied!

Jan Koum hatte bereits im Jahr 2012 einen sehr langen, und umfassenden, Blogpost veröffentlicht, in dem er umfangreich erklärte, weshalb er auf Whatsapp keine Werbung duldet. Eine Kernaussage seines Blogposts lautete:

„Sobald Werbung im Spiel ist, bist du, die Nutzerin, der Nutzer, das Produkt.“

Facebook hat, als neuer Besitzer der Plattform, ganz klar ein anderes Ziel im Auge: man will Whatsapp lukrativ machen! Als Jan Koum und Mitgründer Brian Acton WhatsApp im Jahr 2014 für 19 Milliarden US-Dollar an Facebook verkauften, konnte der Messenger seither weiterhin werbefrei und kostenlos genutzt werden. Die beiden Whatsapp-Gründer hatten sich von Anfang an nicht nur gegen Werbung, sondern auch für mehr Privatsphäre der Nutzer ausgesprochen, weshalb der Messenger 2016 seine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erhielt.

Facebook-Messenger-Boss David Marcus kündigte am Rande der F8 Entwicklerkonferenz nun eine klare Kehrtwende an. So sagt er am Rande der F8 gegenüber der CNBC, dass man Whatsapp definitiv weiter für Werbekunden öffnen wolle, um mit Whatsapp endlich Geld verdienen zu können. Konkreter wurde er dabei allerdings noch nicht. Auf eine weitere Nachfrage erklärte er lediglich, man wolle nach kleineren Unternehmen jetzt auch großen Playern eine Schnittstelle zum Senden und Empfangen von WhatsApp-Nachrichten an potentielle Kunden geben.

Whatsapp: Werbung auch für die Status-Funktion

Seit einer Weile wird außerdem intern darüber diskutiert, Werbung in die Snapchat-ähnliche Status-Funktion zu bringen. So könnten in dem Feature ähnlich wie schon bei der Stories-Funktion von Instagram neben den Status-Updates Werbeanzeigen hineingemischt werden. Nach Informationen des Wall Street Journal hätten sowohl Acton als auch Koum Klauseln in ihren Verträgen, denen zufolge sie Facebook beschleunigt verlassen könnten, falls das Unternehmen Whatsapp mit Werbung versehen will. Der Grund für den Weggang scheint also auf der Hand zu liegen.

Acton verließ Facebook schon 2017 und investierte 50 Millionen US-Dollar in den Messenger Signal, mit dem Ziel eine bessere Verschlüsslung zu entwickeln.

Verschlüsselung – Halbwahrheiten vor dem US-Kongress

Facebook habe keinen Zugriff auf WhatsApp-Nachrichten, betonte Mark Zuckerberg bei seiner Anhörung im US-Kongress, als ihn ein Abgeordneter gefragt hat, ob Werbetreibende auf die Nachrichten der Anwender zugreifen könnten, um ihnen im Internet passende Anzeigen zu liefern. WhatsApp sei vollständig verschlüsselt, betonte Zuckerberg zudem.

Über WhatsApp-User müsse Facebook nicht viel wissen, sagte der CEO. Es sei in dieser Hinsicht eine „leichte“ App, die zudem voll verschlüsselt ist. iOS-Entwickler Gregorio Zanon widerspricht den Aussagen des CEOs nun deutlich und behauptet: Facebook kann – zumindest rein theoretisch – auf alle Nachrichten und Anhänge zugreifen. Schuld ist eine Eigenheit des iPhone-Betriebssystems iOS. Das besagte Problem liegt darin, dass Applikationen bereits seit iOS 8 untereinander Dokumente austauschen können. Zumindest dann, wenn sie zu einer so genannten „App Group“ gehören und auf einen geteilten Ordner im System zugreifen.

Dass Facebook also theoretisch auf WhatsApp-Chats zugreifen könnte, ist nichts Neues. Die entscheidende Frage: Hätte man davon Notiz genommen, wenn Facebook das Schlupfloch der App-Gruppen missbraucht hätte, um Chats einzusehen? Man sollte also genau hinsehen. Allein schon deshalb, weil Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress den Eindruck erweckt hat, dass Facebook unter keinen Umständen mitlesen kann. Einen Teil der Wahrheit hat der CEO damit – meiner Meinung nach bewusst – verschwiegen.

Alternativen – Wie Sand am Meer

Es ist aktuell demnach sinnvoller den je, auf andere Messenger-Plattformen zu wechseln, auch wenn dort nicht alle Eure Kontakte anzutreffen sind. Zum einen muss irgendwer natürlich immer den ersten Schritt machen – auch bei Whatsapp war das einmal so. Zum anderen nutzen viele Nutzer für verschiedene Zwecke und Nutzergruppen verschiedene Messenger – etwa einen Messenger für private und einen für berufliche Zwecke. Mit einer Zahl von über 30 Millionen Nutzern hat WhatsApp in Deutschland eine so hohe Akzeptanz im Freundes- und Bekanntenkreis vieler Menschen erreicht, dass es sich zum Quasi-Standard für die mobile Kommunikation entwickelt hat.

Alternativen zu WhatsApp gibt es zwar wie Sand am Meer, aber wahrscheinlich steht Ihr bei einem Wechsel jedoch vor einem neuen Problem: Der Wechsel zu einer WhatsApp-Alternative wie Threema, oder Telegram ist steinig. Habt Ihr Euch dennoch bereits für eine neue Messenger-App als Alternative zu Whatsapp entschieden? Glückwunsch! Allen anderen empfehle ich, meine beiden Beiträge, in denen ich Euch Threema und Telegram vorstelle, sowie meinen Artikel Android Apps – Messenger im Vergleich.

 

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