Android Grundlagen – Akkulaufzeit und Akkumangement erklärt!

Da überall aktuell sehr viel über den Akku – die Akkulaufzeiten – des neuen HTC U12+ diskutiert wird, welches ich auch selber besitze, habe ich mir in den vergangenen Tagen mal etwas Recherchearbeit verrichtet und einige spannende Dinge herausgefunden, die auch für andere Geräte zutreffen (könnten). Meine Ergebnisse möchte ich daher an dieser Stelle gerne mit allen Interessierten teilen. Generell – und das findet man auch seit Jahren überall im Netz – gilt:

Der Zeitraum, in dem ein Akku bei voller Ladung verbleibt sollte so kurz wie nur eben möglich gehalten werden.

Andauernde hohe Spannung verursacht Korrosion, insbesondere bei erhöhten Temperaturen.

Was sind Nominal – und Nennleistung

Als Nominalkapazität eines Akkus bezeichnet man in der Regel die Gesamtladekapazität, die ein Akku maximal im Stande ist aufzunehmen, während die Nennleistung – die richtigerweise als Nennkapazität bezeichnet sein sollte – der maximale Ladezustand ist, in welchem der Akku tatsächlich betrieben wird. Bis vor einigen Jahren waren diese beiden Begriffe gleichbedeutend und daher austauschbar, während sich dies inzwischen jedoch geändert hat. Hersteller gehen, um die Akkus zu schonen, und die durch eine häufige vollstände Aufladung hervorgerufene Beschleunigung des Verschleißes zu verlangsamen, dazu über Akkus nicht mehr auf Basis der Nominalkapazität zu betreiben.

Akkumanagement und Akkulaufzeit

Und genau dieses ist auch der Grund, warum viele moderne Smartphones bis zu 5% – und in seltenen Fällen sogar bis zu 10% – ihrer Ladung innerhalb weniger Minuten zu „verlieren“ scheinen, nachdem sie vom Ladegerät ab gestöpselt werden. Der Akku war zuvor nämlich nur zu 100% in Bezug auf seine Nennleistung geladen, nicht aber seine Gesamtkapazität. Das Akkumanagement sorgt dafür, dass der Akku bis auf die Nennleistung geladen wird, die im Falle des HTC U12+ 3420mAh beträgt – und hält es anschließend auf eben diesem Stand.

Es schaltet daher, ab Erreichen der Nennleitung auf die direkte Netzstromversorgung mit Hilfe des Netzadapters um, um alle Prozesse weiter ausführen zu können, und gibt ab dann in der Statusleiste 100% Ladezustand an. Dass das Gerät über Nacht geladen wurde, hat darauf keinen Einfluss: Die Steckdose wird lediglich dazu verwendet, den Ladestand – durch das Umschalten auf Netzstromversorgung – zu halten, denn bis zum Abstecken, wird der Akku nun nicht mehr benötigt und verharrt für die restlichen Stunden der Nacht auf seinem Ladezustand.

Am Morgen nach dem Aufstehen werdet Ihr also durch die grüne LED, und eine Füllstand von 100% im Display begrüßt, so lange das Gerät noch mit dem Netzstrom verbunden ist. Dies soll Euch signalisieren, dass der Akku auch tatsächlich vollständig aufgeladen ist. Beim HTC U12+ hat der Akku nun – wie wir ja wissen – eine Nennleistung von 3420mAh, aber eine tatsächliche Nominalkapazität beträgt eigentlich 3500mAh. Verwirrend wird es erst, weil sich der Akkuverbrauch nicht anhand der Nennleistung berechnet, sondern die momentane Restkapazität des Akkus immer nur erhalten werden kann, indem man den aktuellen Ladezustand des Akku nimmt, und mit der Nominalkapazität multipliziert.

Vollkommen normal und kein Defekt

Damit ist der schnelle Abfall der Akkuanzeige nach dem Abstecken vollkommen logisch, denn ein 3500mAh Akku, der auf eine Nennleistung von 3420mAh geladen wird, entspricht der tatsächlichen, momentane Restkapazität von ca. 97,71% des Akkus. Ihr werdet also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen Abfall von 100% auf 97% bereits binnen der ersten 5 – 10 Minuten feststellen. Ab da an geht der Verbrauch entsprechend Eures Nutzungsverhaltens und der dabei verwendeten Apps, Displayhelligkeit usw. einher.

Ich hoffe, dass dieser Beitrag ein wenig Licht ins Dunkel bringt, da aktuell immer mehr Hersteller beginnen von einer Nennleistung zu sprechen, so dass dieses Phänomen in den kommenden Monaten und Jahren zunehmen wird. Aber keine Angst, denn es ist weder Euer Akku ab Werk defekt, noch will Euch der Hersteller Eures Smartphones veräppeln, sondern nur dazu beitragen, dass der Akku länger in einem guten Zustand bleibt, als dies in der Vergangenheit vielleicht noch der Fall war.

 

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