So geht’s – Triple Boot auf MacBook und PC!

Man schaltet das MacBook ein, und es startet nicht automatisch das beliebte macOS, sondern kann zwischen macOS, Windows 10 und Linux wählen, geht das!? Ja klar, das geht! Eine wunderbare Sache, denn man hat dadurch das Beste aus drei Welten auf nur einem Gerät vereint. Triple bedeutet natürlich dreifach. Wenn man davon stolz erzählen möchte, muss man aber die Zuhörer meistens erst einmal vom Bahnhof abholen. Triple kann man meistens einsortieren, aber der Zusammenhang mit Boot ist dann doch für die meisnten etwas seltsam. Von Dualboot hat man dank Apple und Boot Camp jetzt schon öfter gehört. Triple Boot ist aber weithin weniger bekannt.

Warum tut man so etwas?

Triple-Boot mit einem MacBook ist zwar etwas angeberisch, aber auch nützlich, spannend und lehrreich. Trotzdem rate ich in der Regel davon ab. Um es auf den Punkt zu bringen, um alle Dinge muss man sich dreimal kümmern. Also sei die Frage erlaubt, warum macht man das? Eigentlich soll Technologie ja vereinfachen und nicht unnötig das Leben verkomplizieren. Schließlich geht es letzten Endes darum, mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens zu haben. Aber zum Erleben gehört auch Spielen, Entdecken und Lernen. macOS, Windows, Linux. 😉

Aber vielleicht nutzt Du ja freiwillig, oder auch gezwungener Maßen zwei Rechner, da Du Anwendungen hast, die entweder nur unter macOS, oder aber Windows laufen? Dann habe ich in diesem Artikel niedergeschrieben, und gezeigt, wie Du ein System mit Multi-Boot aufsetzt. Als Beispiel zeige ich Dir, wie man ein Triple-Boot – aus macOS, Windows 10 und Linux – auf dem MacBook Pro, oder aber ein Dual-Boot – aus Windows und Linux – auf dem PC/Laptop aufsetzen kann. Ich habe diesen Artikel schon einmal gepostet, hier jedoch nur einzelne Teile rebloggt, da sich inzwischen einige wesentliche Details deutlich verändert haben. Es handelt sich an dieser Stelle also durchaus um eine vollkommen neu aufgebaute, einem vorherigen Praxistest im Selbstversuch unterzogene, Anleitung rund um das Thema Triple- und Dual-Boot. So gibt es macOS inzwischen in der Version 10.14 Mojave, und bei den meisten Linux Debian Derivaten hat sich der GRUB Bootmanager ebenfalls deutlich verändert, was zu zusätzlichen Problemen bei der Installation führen kann.

Grundlagen – Was ist EFI?

Etwas Theorie vorab. Apple hat sich als erster großer Hersteller von BIOS verabschiedet. BIOS steht für Basic Input Output System. BIOS wird direkt nach dem Einschalten des Computers aktiviert und hat zwei grundlegende Funktionen. Es versetzt den Computer in den Betriebszustand und es startet das Betriebssystem. Man mag es kaum glauben, BIOS ist schon über 35 Jahre alt. Kein Wunder, dass Apple BIOS nicht mag. Apple verwendet zum Initialisieren des Computers das moderne EFI. Klingt schöner, ist besser. EFI steht für Extensible Firmware Interface und ist der offizielle BIOS-Nachfolger. Was EFI alles besser kann, ist jetzt nicht so wichtig. EFI liegt immer auf einer eigenen, meist unsichtbaren Partition auf der Festplatte. Wichtig ist, ein Betriebssystem muss EFI unterstützen, sonst kann es nicht auf einem EFI-Rechner installiert werden. Das macht aber nichts, denn Apple liefert EFI mit einem hybriden Kernel aus, um auch BIOS-Betriebssysteme zu starten. Voll gut, dass hätte man Apple eigentlich gar nicht zugetraut.

EFI hat also BIOS im Bauch. Eigentlich könnte uns das mittlerweile egal sein, die aktuellen Betriebssysteme unterstützen alle EFI. Vor ein paar Jahren war das noch ganz anders. Das Problem ist aber, Windows im EFI-Modus zu installieren ist gar nicht so einfach. Und leider – und das ist das eigentliche Problem – funktionieren die Windows Apple Treiber im EFI-Modus nicht vollständig. Der Audio-Treiber ist beispielsweise so ein Sorgenkind, weil er bei einigen MacBook Modellen im EFI Modus eben nicht funktionieren wird – schlicht weil Windows im EFI-Modus nicht erkennt, dass die Hardware überhaupt vorhanden ist. Deswegen sollte man Windows lieber nach der konventionellen Methode installieren. Das heißt, BIOS-Setup auswählen, obwohl man einen EFI-Rechner hat. Sensiblen Informatikern treibt das schon ab und an Tränen in die Augen.

Das bringt nun zwei Nachteile mit sich. Der Ladeprozess eines BIOS-Windows – auf einem MacBook mit SSD-Festplatte – dauert nämlich doppelt so lange als der Ladeprozess eines EFI-Windows. Das ist schon ziemlich ärgerlich. Die andere Sache hat aber noch mehr Gewicht. BIOS ermöglicht maximal vier physische Partitionen auf einer Festplatte. Reichen vier physische Partitionen nicht aus, kann man lediglich auf logischer Ebene weitere Partitionen bilden. EFI wiederum kann mit logischen Partitionen nichts anfangen, weil es mit beliebig viele physische Partitionen umgehen kann. Das bedeutet konkret, dass man sich Aufbau und Reihenfolge der Partitionen noch vor Beginn gut überlegen muss, weil ein BIOS-Windows nur die ersten vier Partitionen sieht. Ein frisch installiertes macOS erstellt genau drei Partitionen. /EFI, /macOS und /Recovery Partition. Die vierte Partition belegt nun Windows. Nun kann man zwar weitere Partitionen für Linux, SWAP und eigene Daten erstellen, aber später vom BIOS-Windows aus nicht mehr auf diese zugreifen, denn nach vier Partitionen ist ja eben Schluss. Also gut überlegen, wie viele Partitionen man braucht und in welcher Reihenfolge man sie anlegt.

Triple Boot – Aber bitte richtig!

Wenn Du daran interessiert bist, Dein MacBook Pro mit einem Triple-Boot zu versehen, und Windows eines der Betriebssysteme sein wird, die Du booten wills, dann glaube mir, ist dies der einzige Weg, wie Du diese Errungenschaft erreichen kannst.

Auf einem hohen Level läuft der Prozess wie folgt ab:

  1. Installiere Apples Bootcamp und verwende es, um Windows 10 zu installieren.
  2. Verwenden Windows 10, um die Bootcamp-Partition zu verkleinern, wodurch Platz für die Installation von Linux frei wird.
  3. Installiere Linux in den neu freigegebenen Speicherplatz – ich habe bereits Linux Mint und Kali Linux hierzu verwendet.
  4. Installiere rEFInd als Bootmanager für alle 3 Betriebssysteme.

Um fair zu sein, viele meiner Anweisungen und der Leitfaden, dem ich ursprünglich gefolgt bin, finden sich hier wieder. Einige der Schritte in diesem Leitfaden musste ich jedoch überhaupt nicht verwenden, habe sie dennoch in dem Artikel belassen, um Dir eine bessere, und schnellere Ergebnisse der Fehlersuche bei Problemen zu ermöglichen.

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