Kommentar – IBM Übernahme von Red Hat wirbelt Cloud-Landschaft auf!

IBM hat 34 Milliarden Dollar ausgegeben, um ein Softwareunternehmen zu kaufen, das sein Hauptprodukt kostenlos verschenkt. IBM teilte Sonntag mit, dass es Red Hat erwerben würde, am besten bekannt für sein Red Hat Enterprise Linux Betriebssystem. Red Hat ist ein Open-Source-Softwareunternehmen, das den Quellcode für seine Kernprodukte frei zur Verfügung stellt. Das bedeutet, dass jeder sie kostenlos herunterladen kann. Und viele tun es. Oracle verwendet sogar den Quellcode von Red Hat für sein eigenes Oracle Linux-Produkt. Milliardenausgaben für den Erwerb eines Open-Source-Softwareunternehmens mögen seltsam erscheinen. Aber Unternehmen zahlen Red Hat für die Unterstützung dieser Produkte, in Höhe von rund 3 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr.

IBM ist seit langem ein großer Anwender und Mitwirkender von Linux und anderen Open-Source-Projekten. Open Source war einst eine Randerscheinung, eine idealistische Bewegung in der Software, aber es ist heute ein zentraler Bestandteil der Arbeitsweise großer Unternehmen, von Internet-Giganten wie Google und Facebook bis hin zu Walmart und ExxonMobil. Die gemeinsame Nutzung von Code mit Wettbewerbern ermöglicht es Unternehmen, bei der Lösung gemeinsamer Probleme zusammenzuarbeiten. Sogar Microsoft, das einst offen Open Source verspottet hat, ist aufgetaut. Microsoft hat mehrere Open-Source-Projekte veröffentlicht und gerade eine 7,5-Milliarden-Dollar-Akquisition des Code Hosting- und Collaboration-Unternehmens GitHub abgeschlossen.

Unterdessen hat IBM in den letzten Jahren gekämpft, um sich in ein Cloud-Computing-Unternehmen zu verwandeln. Eine Umfrage, die vom Cloud-Management-Unternehmen RightScale Anfang des Jahres in Auftrag gegeben wurde, ergab, dass IBM hinter Amazon, Microsoft und Google der viertgrößte Cloud-Service ist und das Unternehmen langsamer wächst als die ersten drei. Seine Watson-gebrandeten künstlichen Nachrichtendienste haben Rückschläge erlitten, wie die Entscheidung des Krebszentrums MD Anderson, von einem Vertrag mit IBM im vergangenen Jahr abzuweichen. Hinzu kamen große Entlassungen und weit verbreitete Kritik innerhalb der KI-Branche, die besagt dass Watson schlicht überbewertet wird.

Red Hat hat ebenfalls seine ganz eigenen Probleme. Ihre Aktien fielen an einem Tag im Juni um 14 Prozent, nachdem sie eine Finanzprognose herausgegeben hatten, die die Anleger enttäuschte. Seitdem sind die Aktien um weitere 17 Prozent gesunken.

Red Hat ist kein großer Anbieter von Cloud-Services, aber es ist ein wichtiger Akteur beim Aufbau von Cloud-Services. Red Hat ist zwar vor allem für sein Betriebssystem bekannt, bietet aber eine wachsende Auswahl an anderen Produkten, die es Unternehmen leicht machen, cloud-ähnliche Plattformen in ihren eigenen Rechenzentren aufzubauen oder Anwendungen zu verwalten, die auf mehreren verschiedenen Cloud Computing-Diensten laufen. Dazu gehört OpenShift, das auf der immer beliebteren Technologie der „Linux-Container“ basiert.

Red Hat könnte sich gut für das Geschäft von IBM eignen. IBM hat sich weitgehend von einem Hardware-Riesen zu einem dienstleistungsorientierten Unternehmen entwickelt und arbeitet seit langem mit Red Hat zusammen. Die große Frage ist, ob die beiden Unternehmen kulturell gut zusammenpassen. IBM sagt, dass Red Hat als eigenständige Einheit innerhalb seiner Hybrid Cloud Organisation agieren wird, wobei die Führung von Red Hat intakt bleibt.

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