Kommentar – Agile Produktentwicklung: Was ist das und wie funktioniert´s?

Willkommen zu einem weiteren Beitrag aus meiner Reihe über die zunehmende Schnellebigkeit in der Wirtschaft. Unsere Welt ist schneller geworden: wir bestellen etwas und erwarten, dass es am nächsten Tag geliefert wird, wir haben Fragen und erwarten, dass sie sofort beantwortet werden, wir wollen die neuesten technischen Produkte, die zudem in immer schnellerer Abfolge auf den Markt kommen. Als Konsumenten erwarten wir Schnelligkeit und als Unternehmen muss man sich diesen Erwartungen anpassen. Die herkömmliche Art der Entwicklung – Idee, Planung, Herstellung, Vertrieb hat stets sehr viel Zeit und Geld gekostet. Und man wusste in den frühen Entwicklungsstadien nie, ob das Produkt auf dem Markt angenommen werden würde oder nicht. Das wusste man immer erst nach der Markteinführung – und da war es bereits zu spät für grundlegende Änderungen.

Agile Produktentwicklung – wozu eigentlich?

Bevor man sich mit der Frage danach befasst, was agile Produktentwicklung eigentlich ist, muss man sich zuvor klar machen, wozu – und natürlich auch weshalb – man agile Produktentwicklung als Unternhemen überhaupt benötigt.

Hop Hop, Top oder Flop & Fail Fast

Als Unternehmen kann man sich nicht mehr erlauben neue Produkte in aller Ruhe fertig zu entwickeln, oder hohe Rüst- und Umsetzungszeiträume zu benötigen, um auf einzelne Kundenwünsche und Kundennutzen reagieren können – denn wenn wir zu langsam sind, dann ist der Mitbewerber schneller… Das Motto muss also lauten: Hop hop!

Wie in meiner Einleitung bereits erwähnt, war die herkömmliche Art der Entwicklung – Idee, Planung, Herstellung, Vertrieb sehr kostenintensiv. Nun erkennen wir außerdem, dass sie den Kundenanforderungen nicht mehr länger gerecht werden kann. Da man obendrein in den frühen Entwicklungsstadien nie weiß, oder wusste, ob das Produkt auf dem Markt angenommen würde oder nicht, war es im Zweifel bereits zu spät für grundlegende Änderungen an einem Produkt. Es galt stets die Devise Top oder Flop. Um dieses Risiko zu mindern suchte man nach anderen Arten der Produkt- und Serviceentwicklung.

Diese neue, andere Art der Entwicklung muss sicherstellen, dass Unternehmen schneller und kundenorientierter agieren als bisher. Und nicht nur das. Wir brauchen Innovationen, das heißt Ideen – zeigt doch die Smartphone Branche sehr gut, dass Evolutionen, die langsame Entwicklungszyklen bedeuten, von den Kunden gruppen bereits heute als Stillstand angesheen werden. D.h. für uns, dass wir schnell darin unterscheiden können müssen, welche Ideen Erfolg am Markt versprechen und welche nicht, so dass wir relevanten Ideen zügig zum Produkt weiter entwickelt werden können – und alle anderen schnell wieder fallen gelassen werden. Fail fast ist hier das dritte, und vorerst letzte, Schlagwort.

Der Kunde ist König

Um bei einer derat hohen Geschwindigkeit immer die richtige Richtung einzuschlagen und hochwertige Ergebnisse zu liefern, die auch auf dem Markt ankommen, braucht es Orientierung. Man setzt daher auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Kunden, die man als Kompass heranziehen kann. Entwicklungen sollten also im stetigen Dialog mit dem Kunden stattfinden, um möglichst schnell lieferfähig zu sein. So erkennen wir, dass es eben dieses Vorgehen ist, was es tatsächlich braucht und Fehlversuche zu minimieren.

agilersystemeinsatzzyklus
Schematische Darstellung eines agilen Entwicklungszyklus

Um die gestiegenen Herausforderungen zu bewältigen empfiehlt sich Agilität – also die Fähigkeit sich immer wieder auf neue Situationen einstellen zu können und daraus zu lernen. Aber was ist Agilität, wie funktioniert sie, und wie funktioniert sie nicht? Das will ich versuchen in meinem kommenden Absatz näher zu erläutern, um Euch eine Antwort auf diese Fragen zu geben.

Wie Agilität garantiert nicht funktioniert

Agilität ist mittlerweile zu einem Buzzword verkommen, das in aller Munde ist. Der Agilität geht es hierbei ähnlich, wie dem allgegenwärtigen Buzzwort Digitalisierung. Es scheint daher nicht weiter verwunderlich, dass unzählige Unternehmen versuchen agil zu werden, ohne sich zunächst damit zu befassen, was Agilität bedeutet, und wie man sie erreicht! Häufig ist dieses Unterfangen daher auch nicht von Erfolg gekrönt. Warum? Viele Unternehmen denken, sie würden agil – also schnell und flexibel – indem sie agile Methoden einsetzen. Das funktioniert so leider nicht, denn das alleine reicht nicht. Man verkennt Agilität, wie auch die Digitalisierung, als ein Allheilmittel, anstatt sie lediglich als ein weiteres Werkzeug in seinem Baukasten zu begreifen, dass die richtigen Anwendungsgebiete, und äußeren Umstände bedarf.

Agilität ist ein Mindset, eine Geisteshaltung. Und wenn wir an unserer Haltung nichts ändern, dann werden wir auch nicht agil.

Es lässt sich folgendes folgern: Wenn unsere Organisationen weiterhin hierarchisch durchorganisiert bleiben, wenn wir weiterhin unsere Mitarbeiter nichts selbstständig entscheiden lassen, wenn wir an Bürokratie und Sicherheit festhalten – wenn wir also unser Mindset nicht in Richtung agil anpassen – dann helfen auch agile Methoden nichts. Leider ist dies bei vielen Unternehmen der Fall: Sie führen Design Thinking oder Scrum ein, lassen aber alles andere beim Alten und verändern im althergebrachten Denken nichts.

Doch: keine Agilität ohne agile Kultur

Eben dies lösen die heutigen Start-Ups wesentlich besser, da sie von Beginn an auf Mitarbeiter mit dem notwendigen Mindset setzen. Überall anders, muss die Unternehmenskultur verändert und entsprechend angepasst werden, wenn man erfolgreich agil werden will. Benutzt man agile Methoden, so sollte parallel dazu dringend auch an der Kultur gearbeitet werden, das heißt dass das Unternehmen eine andere Art der Führung braucht und dass sich Prozesse, Strukturen und Entscheidungswege zwangsläufig verändern müssen.

Gemeinsamkeiten agiler Methoden

Es gibt inzwischen immer mehr agile Methoden, die für sich betrachtet an vollkommen verschiedenen Punkten im Entwicklungsprozess ansetzen. Je nach Situation und Herausforderung empfiehlt sich entweder die eine andere Methode. Jedoch gibt es auch Gemeinsamkeiten, die alle aufweisen. Alle agile Methoden und somit auch agile Produktentwicklung oder auch agile Serviceentwicklung haben 6 Grundlagen:

  1. Sie gehen vom Kunden aus und lösen dessen Probleme
  2. Sie zielen auf Geschwindigkeit ab
  3. Sie arbeiten mit Prototypen
  4. Sie schauen wie der Markt reagiert bevor (!) das Produkt auf den Markt kommt.
  5. Sie sind offen im Ausgang, haben kein klares Ziel
  6. Sie arbeiten iterativ, also in Annäherungen

6 Praxistipps zur agilen Produktentwicklung

1. Vom Kunden ausgehen

Noch heute ist es so, dass eine neue Limousine vor der offiziellen Präsentation getarnt als Erlkönig durch die Landschaft fährt, damit ja niemand vorher einen genauen Blick auf das Auto erheischen kann. Die Geheimniskrämerei ist groß. Unvorstellbar ist diese Haltung in der agilen Produkt- und Serviceentwicklung, bei der man frühzeitig und permanent den Kunden in den Prozess einbindet.

Schwieriger noch, als die Kundenseitem, sind die Mitarbeiter in den Unternehmen, denn die Haltung dieser Menschen – besonders in den etablierten Branchen – zu verändern, ist nicht so einfach – und schon garnicht einfach mal eben so getan! Begleitet man solche Change-Prozesse, merkt amn sehr schnell, dass dem Grunde nach immer Widerstände zu überwinden sind. Oftmals haben Menschen, die sich mit der Entwicklung neuer Produkte befassen bereits eine vorgefasste Meinung davon, was der Kunde braucht. Sie haben eine Idee im Kopf, die sie natürlich großartig finden. Noch dazu ist diese Idee oft schon sehr weit gediehen und fortgeschritten. Der Gedanken daran, aus dem Unternehmen herauszugehen, und den Kunden einmal danach zu befragen, was er sich vorstellt lehnen viele mit dem schlichten, aber ebenso falschen Satz „Wir wissen genau was unsere Kunden wollen, und brauchen!“ ab

Vielen geht es in erster Linie darum Ihre Idee in die Tat – beziehungsweise in ein Produkt – umsetzen, und zwar so wie sie sich das vorstellen und wie sie das erarbeitet haben. Und es braucht sehr viel Überredungskünste, diesen Prozess auf halber Strecke – oder schon am Anfang – zu verändern und die Aufmerksamkeit in Richtung Kunden zu lenken, damit die wirklichen Wünsche und Bedürfnisse derselben Berücksichtigung finden. Es muss jedoch darum gehen seine, nach Jahren in alten Strukturen, vorgefassten Meinungen und Gedanken über Bord zu werfen, und wieder neu zu erlernen offen und frei an die Aufgabenstellung heranzugehen! Und ganz wichtig dabei: Binden Sie den Kunden so frühzeitig wie möglich mit ein!

Viele schrecken davor urück den Kunden einzubinden, weil sie schlicht vergessen haben, welche Fragen sie dem Kunden stellen müssen, um dessen Anforderungen in Erfahrung zu bringen. Dem lässt sich sehr einfach Abhilfe schaffen, wenn man den Mut fasst, und mit den folgenden Fragen beginnt:

  1. Was sind wirklich seine Bedürfnisse und Vorstellungen?
  2. Was fehlt ihm? Was stört ihn? Was braucht Zeit? Was nervt?
  3. Wie geht er an Dinge heran? Wie agiert er?
  4. Was nutzt er, was nutzt er nicht?
  5. Was ist ihm wichtig, was nicht?

Wir stellen oft fest, dass Unternehmen eine ganz andere Auffassung davon haben, was der Kunde möchte, wofür er zahlen würde und wofür nicht. Und so wird das Produkt mit viel Geld und Arbeit zu Ende entwickelt – und schließlich entdeckt man, dass ganze Features einfach wegfallen könnten, weil der Kunde sie überhaupt nicht braucht. Oder es stellt sich heraus, dass Features fehlen, die der Kunde sich jedoch wünscht. Oder aber man merkt, dass der Kunde bereit ist für andere Dinge zu zahlen als man dachte, nicht aber für das Gewollte.



Beispiele

Viele Banken haben noch immer ein großes Filialnetz. Langsam aber sicher merken die Banken jedoch, dass der Kunde gar nicht mehr bereit ist dafür zu zahlen. In Zeiten des Internets hat kaum noch jemand Zeit und Lust eine Filiale aufzusuchen, um seine Bankgeschäfte zu erledigen. Die meisten Kunden wünschen sich ein einfaches Girokonto oder Depotkonto, das preiswert ist. Bankgeschäfte werden online erledigt. Und genau hier, im Internet wünscht sich der Kunde eine bessere Betreuung. Sollte dennoch mal ein persönliches Beratungsgespräch angezeigt sein, so könnte der Banker auch den Kunden aufsuchen, eine Filiale jedoch braucht es nicht.

Ähnlich verhält es sich mit der Automobilbranche: Brauchen die Kunden tatsächlich ein Autohaus? Wäre der Kunde nicht vielleicht viel zufriedener, wenn ein Auto-Berater zu ihm ins Büro kommt, sein Auto abholt, ihm einen Ersatzwagen hinstellt und nach Beendigung der Arbeiten am Fahrzeug das Auto wieder bringt? Braucht es dann noch das schicke Autohaus oder würde ein Werkstattcontainer irgendwo auf der grünen Wiese ausreichen?


2. Schnelligkeit ist alles!

Was schätzen Sie? – Wie lange brauchte Google von der ersten Idee einer Datenbrille bis zum Prototyp, der seiner Zeit noch per Hand zusammengebaut wurde und überhaupt nicht schön aussah? Ich kann es Ihnen sagen:

Google brauchte gerade mal zwei Wochen.

Es ist mittlerweile geradezu old-school, dass ein Produkt jahrelang in seiner Entwicklung steckt, um es erst dann auf den Markt zu bringen. Das funktioniert heute nicht mehr – wie uns auch die Entwicklung neuer Smartphones eindrucksvoll zeigt. Die Welt ist schnelllebig geworden. Wenn wir nicht sofort mit der Idee auf den Markt kommen, dann müssen wir damit rechnen, dass ein anderer die Idee hat oder damit, dass die Idee vielleicht schon längst überholt ist, wenn das Produkt rauskommt und gar nicht mehr gebraucht wird.


Tipps

  • Lassen Sie das alte deutsche Ingenieursdenken los!
  • Es geht nicht darum mit 100% oder gar 130% an den Start zu gehen, denn es geht nicht in erster Linie um Qualität!
  • Es geht darum Ergebnisse möglichst schnell auf den Markt zu bringen!

3. Herstellung von Prototypen und Minimum Viable Products (MVPs)

Aus den beiden – zunächst separiert erscheinenden – Herausforderungen der Schnelllebigkeit des Marktes, und der Kundenorientierung eines Unternhemens ergibt sich geradezu zwangsläufig die Entwicklung von Prototypen. Sie sind eine einfache, preiswerte und vor allen Dingen schnell realisierbare Möglichkeit einem Kunden, oder einer Kundengruppe, eine Idee für ein Produkt vorzulegen, um dessen Feedback direkt in den Produktionsprozess einbinden zu können. Das kann zum Beispiel eine Version einer App sein, die noch nicht alle Funktionen hat, aber schon die Buttons dafür. beides bietet die Möglichkeit dem Kunden ein Teilergebnis zu zeigen, um anhand dessen zu fragen, was ihnen fehlt, wo sie was suchen würden, und wie sie diese App verwenden würden.

Was kann ein Prototyp sein?

Auch in Changeprozessen ist es möglich mit Prototypen zu arbeiten. Zum Beispiel kann das Top Management, oder Middle Management gemeinsam mit Mitarbeitern eine gemeisame Vorstellung eines Changeprozesses erarbeiten, um diesen im direkten Anschluss im Intranet des Unternehmens zu veröffentlichen, und alle – bisher unbeteiligten – Mitarbeiter zu fragen, was und wie sie darüber denken. Wie ist die Reaktion auf das Geplante? Was wäre ihnen noch wichtig? Was können sie sich vorstellen, was eher nicht?

Wenn das Geplante überhaupt nicht bei den Mitarbeitern ankommt, sondern diese ganz andere Vorstellungen haben, dann können und sollte man umgehend etwas verändern. Andernfalls droht der Stillstand im Unternehmen.

Minimal Viable Product

Ein Beispiel für ein sogenanntes Minimal Viable Product (MVP) kann die Betaversion einer Software sein, die gemeinsam mit den Mitarbeitern, und/oder im Dialog mit dem Kunden weiter entwickelt wird. So kann das Produkt schnell in einer 80% Variante zu den Nutzern und/oder zum Kunden gebracht werden. Natürlich werden einige an dieser Stelle bitterlich klagen und aufschreieben, steht dies doch im haerten Kontrast zu unserem – typisch deutschen – Qualitätsanspruch – und selbstverständlich wollen wir Qualität. Chinesiche Unternhemen haben das Denken in 80% Varianten bereits seit Jharen verinnerlicht, und überholen die westlichen Technologiestaaten nicht umsonst in Bezug darauf – ein Smartphone muss beispielsweise nur zu 80%, also den wichtigsten Kernfunktionen perfekt sein, da der Rest ohnehin als Nice-to-Have-Features deklariert werden.

Hier stellt sich also lediglich die Frage, was ist das Minimum Viable Product, also die minimalste, vorzeigbare Version des Produktes, welche möglichst schnell gezeigt werden kann.

4. Fake it until you make it

Es gibt tatsächlich einige Firmen, die Produkte verkaufen, die es noch gar nicht gibt. Einfach, um damit im Internet schon präsent zu sein und zu zeigen: Wir haben das Produkt. Die Unternehmen präsentieren Fakes, während im Hintergrund fleißig weiterentwickelt wird. Ein Beispiel wäre Tesla: Sie verkaufen Autos, die sie noch gar nicht hergestellt haben. Tesla schaut erst mal, wie der Markt reagiert, was beim Kunden ankommt und was nicht und reagiert dementsprechend.

Der erste sein ist die Devise.

5. Offen bleiben und ohne klares Ziel

In der bisherigen Produktentwicklung wurde eine Idee ausgearbeitet, ein Business- und Budgetplan erstellt, ein Projektplan entwickelt und das Produkt erarbeitet. In der agilen Produktentwicklung gibt es hingegen nur eine – oft recht grobe – Idee, jedoch kein festgelegtes Ziel. Nach jedem Arbeitsschritt werden die Ergebnisse zwar mit dem Kunden und oder internen Auftraggeber abgeglichen, aber er weiß vorher nie was er am Ende bekommt. Auf Changeprozesse angewandt bedeutet dies, dass man dem Management somit einen Teil seiner Entscheidungsgewalt nimmt, und diese gegen eine gewisse Unsicherheit eintauscht – Kulturwandel im Kopf der beteiligten Prozesspartner ist hierzu also vollkommen unabdingbar.

Aber nur so wird man den schnelllebigen Zeiten und den sich ständig wandelnden Bedürfnissen am ehesten gerecht und investiert nicht über einen längeren Zeitraum in die falsche Richtung.


Tipp: Fragen Sie den Kunden

  1. Passt das so?
  2. Ist das so richtig?
  3. Ist es das was er braucht?
  4. Erfüllt das die Bedürfnisse?
  5. Welche Ideen hat der Kunde noch?

Bleiben Sie offen gegenüber Veränderungen


Dadurch, dass nur noch etappenweise abgecheckt wird, wo man steht, und welchen weiteren Weg man beschreiten will, um danach wieder weiterentwickelt, sind weder Weg noch Endprodukt am Anfang des Prozesses klar. Das ist der wesentliche Kern, und der wesentliche Unterschied, einer agilen Produktentwicklung von der klassischen Produktentwicklung. Ein Unterschied, der allen Beteiligten voll und ganz bewusst sein muss, damit es gelingt!

6. Trial and Error – iterative Entwicklungsprozesse

Nach dem Motto Try and Error werden Fehler in frühen Stadien gemacht und korrigiert. Dieses Prinzip wird bei der agilen Produktentwicklung zum Kult erhoben. Die Methoden des sich step by step Vorwärtstastens kommen ursprünglich aus der IT:

Programme, Oberflächen, Anwendungen werden bereits seit einem Jahrzehnt auf diese Weise programmiert. Man kann dem jeweiligen Kunden hierdurch schnell einen Prototypen zeigen, ohne dass es zu viel kostet. Und daraufhin lässt sich leicht etwas ändern.

Mittlerweile ist es so, dass diese Methoden auch in viele andere Bereiche getragen werden.


Beispiel

Zum Beispiel nutzt man solche agilen, iterativen Prozesse heute auch im bereich des Changemanagement:

Man plant also nur noch die Hand voll nächster Schritte hin zu einer verschwommenen Vision, führt diese aus, und wartet dann die Resonanz von Mitarbeitern, und allen anderen Betroffenen des Changeprozesses ab. Der Vorteil, dass man sehr schnell sehen kann, was funktioniert und was nicht, um entsprechend zu reagieren und ganz individuell die richtigen Entscheidungen für das weitere Vorgehen zu treffen.


Das heißt agile Methoden sind nicht nur für agile Produktentwicklung relevant, sondern können in vielen Kontexten angewandt werden.

Methoden zur agilen Produktentwicklung

Die bekanntesten agilen Methoden zur Produktentwicklung, denen man heute oft begegnet, stelle ich hier in einer kurzen Übersicht vor. Es empfiehlt sich bei Berührungspunkten immer einen Blick in ausführliche Beschreibungen der jeweiligen Methodik zu werfen, die anwendung findet, da man andernfalls schnell den Überblick darüber verliert, was nun wo und wie zum Einsatz kommt.

1. Design Thinking:

Eine Herangehensweise, mit der wir aus noch relativ unkonkreten Vorstellungen eine konkrete Produktidee oder Serviceidee entwickeln können.

2. Google-Design Sprints:

„Make Design Thinking fast“ – ein festes Format, um mit ähnlichen Methoden wie im Design Thinking aus einer Idee ein konkretes Produkt zu entwickeln.

3. Lean Startup:

Ein Vorgehen für Unternehmer – sowohl in Startups als auch in etablierten Unternehmen – um Produkte nach agilen Prinzipien auf dem Markt zu platzieren

4. Scrum:

Scrum ist agiles Projektmanagement – ein festes Format, um in iterativen Schleifen – sogenannten Sprints – Projektmanagement agil zu gestalten.

5. Business Model Canvas:

Business Model Cancas, oder „eine Produktidee wird zur Geschäftsidee“. Sie wird auf Machbarkeit gecheckt, Rahmenbedingungen und Notwendigkeiten durchdacht, Budgets, Schlüsselpartner etc. definiert. Jedoch deutlich zeitgemäßer als im klassischen Business Plan

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