Kommentar – Sind in Tech Blog und Nachhaltigkeit (un)vereinbar!?

Alle zwei Jahre ein neues Smartphone? Mittlerweile Standard. Aber das verursacht aus etwas, nämlich enorme Schrottberge. Da ich politisch auch für Nachhaltigkeit eintrete, musste ich mir kürzlich die, durchaus berechtigten, Fragen anhören: „Ist ein Smartphone & Tech Blog mit diesem Standpunkt vereinbar?“, und „Nehmen Sie Ihren Blog nun offline, da Sie Proteste, wie ‚Fridays for Future‘ unterstützen?“ Um diese Fragen zu beantworten, ist es sinnvoll etwas weiter auszuholen. Ich kann dabei vorab sagen, dass ich meinen Blog sehr wohl als vereinbar mit dem Nachhaltigkeitsgedanken empfinde, und daher auch keinen Grund dazu sehe, ihn offline zu nehmen. Warum dem so ist, will ich in dem folgenden Beitrag gerne näher erläutern.

Wo stehen wir, und wie geht es weiter!?

Laut Angaben der Deutsche Umwelthilfe (DUH) werden jährlich 1,7 Millionen Tonnen neue Elektrogeräte und mehr als 24 Millionen Smartphones verkauft – allein in Deutschland. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben daran einen Anteil von 250.000 Tonnen und sind mitverantwortlich für immer größere Schrottberge und einen steigenden Ressourcenverbrauch.

Fortschreitende Technologisierung

Unsere Welt technologisiert sich immer stärker, so dass wir zunächst einmal davon ausgehen können, dass es eine Tatsache ist, dass wir auch in der mittel- und langfristigen Zukunft nicht von PCs/Laptops, und auch Mobile Devices, wie Smartphones, Smartwatches, und Tablets weg kommen werden. Es wäre daher ein Fehler einen Blog offline zu nehmen, nur weil die Geräte zunächst scheinbar im Konflikt mit Ressourcenverschwendung, unmenschlichen Abbaubedingungen der benötigten Ressourcen, und den zugrunde liegenden, oftmals schlechten, Arbeitsbedingungen stehen. Wir würden das Thema mit einem solchen Schritt lediglich verschweigen, nicht aber adressieren. Adressieren kann man das Thema dabei auf vielfältige Art und Weise, wie ich es auch in meinem Blog bereits getan habe.

Stellschrauben für eine umweltfreundlichere IKT-Branche

Aus den beobachteten Praktiken der Hersteller leitet die DUH einige sehr konkrete Handlungsempfehlungen ab. Viele Stellschrauben liegen dabei in den Händen der Regierungen:

Förderung von umweltfreundlichen Produkten

Um den Ressourcenverbrauch durch kurze Produktzyklen zu reduzieren, sollten Dienstleistungen zum Erhalt von IKT-Geräten steuerlich begünstigt werden, um eine Reparatur günstiger als den Neukauf zu machen. Außerdem sollten besonders umweltfreundliche Geräte, wie zum Beispiel gebrauchte Smartphones, durch finanzielle Anreize für Verbraucher interessanter gemacht werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt, um Reparaturen und den Kauf von gebrauchten Geräten zu fördern, wäre eine Verpflichtung der Hersteller von Smartphones und anderen IKT-Geräten, Originalersatzteile zu verhältnismäßigen Kosten anzubieten und kostenlose Reparaturanleitungen und Software-Updates für die erwartete Lebensdauer der IKT-Geräte zur Verfügung zu stellen.

Schon jetzt stellen Unternehmen wie Asus, Fairphone, Shift oder Zyxel Reparaturbetrieben und Endnutzern originale Ersatzteile, oder gar Upgrades, zur Verfügung. Viele andere der untersuchten Unternehmen erschweren jedoch diesen Prozess; Ersatzteile sind, wenn überhaupt, nur zu hohen Kosten und mit langen Lieferzeiten verfügbar.

Festlegung von Standards beim Ökodesign

Die Bundesregierung muss dringend verbindliche Standards zum Ökodesign festlegen, damit Produkteigenschaften wie Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und der Einsatz von Recyclingmaterialien im Markt zur Regel werden


Philipp Sommer, stellvertretende DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft

Das Fairphone 2 liefert den besten Beweis, dass ein verbraucherfreundliches Ökodesign möglich ist, indem es besonders modular und reparierbar aufgebaut ist. Auch Apple und Samsung verwenden für einige Geräte bereits Recyclingkunststoff. Und die iPhone-Modelle 7 und 7plus verbinden einen Schutz gegen das Eindringen von Feuchtigkeit sogar mit einer akzeptablen Reparierbarkeit.

Fokus auf Leasing-Modelle

Was zusätzlich auf ein bessere Ökobilanz einzahlen würde, wäre ein verstärkter Fokus auf Leasingmodelle, denn diese stellen das Nutzen von Dienstleistungen und nicht den Besitz von Geräten in den Vordergrund. Aktuell gibt es in der IKT-Branche wenige Beispiele dafür. Ausnahmen bilden die Unternehmen 1&1 (United Internet), O2 (Telefónica), Telekom, Unitymedia und Vodafone, die immerhin das Leasing von Routern anbieten. Allein bei der Telekom nutzten im Jahr 2016 8,7 Millionen Kunden den Mietservice für Router und Mediareceiver. Alleiniger Leasing-Anbieter bei Smartphones könnte Fairphone werden; deren Leasingmodell wird gerade entwickelt.

Verbindliche Zielquoten für die Sammlung und Wiederverwendung

Nach wie vor wird nur ein Bruchteil der ausgedienten Geräte korrekt entsorgt; kostbare Materialien gehen so verloren und können dem Kreislauf nicht mehr rückgeführt werden. Damit ausgediente Geräte für eine erneute Nutzung aufbereitet oder recycelt werden können, ist es notwendig, dass sie getrennt gesammelt werden. Auch wenn viele der untersuchten Unternehmen ihrer Verpflichtung gerecht werden und eigene Geräte zurücknehmen, setzen sich diese aber nicht aktiv für die Sammlung ausgedienter IKT-Geräte ein. Schätzungen zufolge schlummern in den Schubladen deutscher Verbraucher noch rund 120 Millionen Handys – hier setzen die Handysammlungen von Telefónica, Telekom und Vodafone an, die zurückgenommene Geräte teilweise reparieren und wiederverwenden

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